Wer ist besser? Lewandowski und Haaland im großen Zahlen-Vergleich

Dortmund gegen Bayern - mehr geht nicht in der Bundesliga. Vor dem Topspiel schaut sich die AZ die beiden Topstürmer Haaland und Lewandowski genauer an: Wer ist besser? Wer ist wertvoller?
| Maximilian Koch
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Im Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München treffen auch die beiden Torjäger Lewandowski und Haaland aufeinander.
Im Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München treffen auch die beiden Torjäger Lewandowski und Haaland aufeinander. © IMAGO / Sven Simon

München/Dortmund - Traurig, aber wahr: Es könnte sein, dass sich Erling Haaland und Robert Lewandowski zum letzten Mal in einem Bundesliga-Spitzenspiel in Dortmund begegnen - daher gilt für diesen Samstagabend (18.30 Uhr live auf Sky und im AZ-Liveticker) vor allem eines: genießen!

Haaland, diese 21-jährige Naturgewalt aus Norwegen, wird von sämtlichen europäischen Topklubs gejagt, im Sommer 2022 darf er dank einer mündlichen Absprache mit dem BVB für rund 80 Millionen Euro wechseln.

"Wir würden uns wünschen, er bleibt länger bei uns", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Doch das ist ein frommer Wunsch. So wird sich Haaland in Anbetracht des nahenden Abschieds wohl besonders zerreißen im deutschen Klassiker. Womit wir schon bei Bayerns Topstürmer Lewandowski wären.

Lewandowski steht vor dem nächsten Liga-Rekord

Der Pole kehrt in seine alte Heimat zurück und steht - na klar - schon wieder vor einem neuen Rekord. Lewandowski, bei der Ballon-d'Or-Wahl knapp auf Rang zwei hinter Lionel Messi und daher mit zusätzlicher Wut und Motivation im Bauch, könnte zum besten Torjäger auf fremdem Platz aufsteigen, den die Bundesliga je gesehen hat. Aktuell liegt Lewy bei 116 Auswärtstreffern, nur Klaus Fischer (117) kann das toppen. Gerd Müller (115) hat Lewandowski bereits überholt.

Nun winkt die nächste Bestmarke - und der Rahmen dafür passt: Gegen keinen Verein erzielte Lewandowski mehr Pflichtspieltore als gegen Dortmund, 24 sind es in allen Wettbewerben. Das Duell mit dem zwölf Jahre jüngeren Haaland treibt ihn besonders an.

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"Lewandowski ist nach wie vor die Nummer eins auf dieser Position - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit", sagte Lothar Matthäus in einem Sky-Talk am Donnerstag: "Haaland wird eine Riesenkarriere machen, ihm gehört die Zukunft. Wenn ich Trainer wäre, würde ich die nächsten zwei, drei Jahre aber Lewandowski vorziehen. Haaland fehlt noch ein bisschen, aber nicht mehr viel." Ist das tatsächlich so? Wird Matthäus' Einschätzung durch Statistiken untermauert? Die AZ hat mit Datendienstleister Opta einen Vergleich der beiden Weltklassestürmer angestellt.

Der große Zahlentag vor dem Zahltag im Topspiel - mit durchaus überraschenden Ergebnissen.

Lewandowski ist vor dem Tor schwerer auszurechnen

Im Detail: Lewandowski, der vor seinem 350. Pflichtspiel für Bayern steht (319 Tore bislang), hat insgesamt einen höheren Wert für sein Team. 42 Ballaktionen pro Partie untermauern diese These, Haaland kommt auf nur 31 pro 90 Minuten. Noch wichtiger: Lewandowski ist quasi nie verletzt, seit Beginn der Saison 2010/11 absolvierte er 363 Bundesliga-Spiele - mehr als jeder andere Feldspieler in diesem Zeitraum. Der Bayern-Profi verpasste in seiner gesamten Liga-Laufbahn lediglich 24 Spiele, Haaland in seinen knapp zwei Jahren beim BVB bereits 14. Lewy, die Maschine.

Was ebenfalls für den 33-Jährigen spricht: Er ist vor dem Tor schwieriger auszurechnen als Haaland. 68 Prozent seiner Treffer gelangen Lewandowski mit seinem starken rechten Fuß, bei Haaland sind es 80 Prozent mit dem starken linken.

Erstaunlicherweise liegt der Dortmunder allerdings in fast allen anderen Kategorien vor Lewandowski. So trifft Haaland in der Bundesliga im Schnitt alle 81 Minuten, Lewandowski alle 100 Minuten. Haaland ist zudem in der Chancenwertung stärker (37 Prozent, Lewandowski: 26 Prozent), bei gewonnenen Zweikämpfen (50 Prozent zu 43 Prozent) und in puncto Höchstgeschwindigkeit (35,94 km/h zu 33,45 km/h).

Fakt ist außerdem: Kein Spieler in der Liga-Geschichte hat einen solchen Blitzstart wie Haaland hingelegt. In seinen ersten 50 Bundesliga-Spielen erzielte er 50 Tore, Lewandowski nur 20. Der Pole brauchte bis zu seinem 50. Tor im Oberhaus 91 Spiele. Haaland, der Frühreife.

Haaland verehrt Lewandowski und blickt zu ihm auf. "Wenn ich ein Tor schieße, denke ich immer: Eins mehr, um ihn einzuholen", sagte Haaland, "aber dann schießt er einfach noch einen Hattrick, als wäre es das Normalste auf der Welt." Auch am Samstag? Die Liga darf sich auf dieses famose, vielleicht letzte Duell freuen.

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