Arjen Robben vom FC Bayern: In Grünwalds D-Jugend wurde besser trainiert

Die Kritik am ehemaligen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti ist in den vergangenen Wochen immer größer geworden – auch aus den eigenen Reihen. Einem Medienbericht zufolge soll vor allem Arjen Robben sehr direkte Worte gefunden haben.
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Hatten ihre Differenzen: Carlo Ancelotti (l.) und Arjen Robben.
Andreas Gebert/dpa Hatten ihre Differenzen: Carlo Ancelotti (l.) und Arjen Robben.

München - Im Rahmen des Rauswurfs von Bayern-Trainer Carlo Ancelotti, plauderte Präsident Uli Hoeneß aus, dass der Italiener in den letzten Wochen fünf Spieler gegen sich gebracht habe. Unter anderem soll es sich dabei um Jérôme Boateng, Franck Ribéry und Arjen Robben handeln. Die beiden Flügelflitzer mussten gegen Paris auf der Bank schmoren, Boateng war sogar gar nicht im Kader und musste auf der Tribüne Platz nehmen. (Hier der AZ-Bericht: Diese fünf Spieler profitieren vom Ancelotti-Aus)

Ein kicker-Bericht zeigt nun, wie tief die Gräben zwischen Mannschaft und Trainer wirklich gewesen sein sollen. So sollen Manuel Neuer, Thomas Müller und Boateng mit Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gesprochen haben, weil ihnen das Training von Ancelotti zu lasch war. Zusatztraining, welches die Spieler selbst ins Leben gerufen hätten, sei vom stoischen Italiener verboten worden. Den Spielern war das offenbar egal – sie sollen es trotzdem absolviert haben, nur an einem anderen Ort.

Gab es Abendessen, die "die Aufstellung beeinflusst" haben?

Dem Magazin zufolge soll vor allem Robben deutliche Worte gegen Ancelotti gefunden haben. So heißt es im Bericht: "Arjen Robben, der Musterprofi, wetterte, in der D-Jugend in Grünwald, wo sein Sohn aktiv ist, werde besser trainiert (als unter Ancelotti, d. Red.)."

Auch Zerwürfnisse innerhalb der Mannschaft soll es gegeben haben. So ließ Ancelotti die spanischen Bayern-Spieler, wie Thiago oder Javi Martínez, besonders oft spielen – ihre direkten Konkurrenten Müller und Boateng mussten dann meist auf der Bank Platz nehmen. Im kicker-Bericht ist zu lesen, dass im Mannschaftskreis von italienisch-spanischen Abendessen gesprochen worden sei, die "die Aufstellung beeinflusst" hätten.

Es sind schwere Vorwürfe, die am Ende von Ancelottis Amtszeit in München aufkommen. Fakt ist: Ancelotti ist bei den Bayern Geschichte. Vorerst übernimmt Interimstrainer Willy Sagol die Mannschaft, die am Sonntag bei Hertha BSC Berlin noch eine 2:0-Führung verspielte und mit einem 2:2-Remis wieder Punkte liegen ließ.

Einzelkritik: Die Bayern beim 2:2 gegen Hertha BSC

Die Verantwortlichen um Rummenigge und Hoeneß müssen nun einen neuen Mann an der Seitenlinie finden. Heißester Kandidat ist wohl der derzeit vereinslose Thomas Tuchel. So sollen sich die Bayern auch schon bei BVB-Sportdirektor Michael Zorc und Ex-Dortmunder Mats Hummels in Bezug auf Tuchel erkundigt haben.

AZ-Kommentar: Ancelotti und der FC Bayern - Orientierungslos

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