So viele wie noch nie! Das Oktoberfest endet mit einem neuen Wiesn-Rekord

Es gibt einen neuen Wiesn-Rekord. Erstmals haben 7,4 Millionen Menschen das Oktoberfest besucht – so viele wie noch nie in der Geschichte der Wiesn. Damit wurde sogar die "lange Wiesn" aus dem Jahr 2023 geschlagen. Damals war das Oktoberfest zwei Tage länger als sonst üblich und zog 7,2 Millionen Menschen an. Im letzten Jahr waren es 6,5 Millionen. 447.000 Besucher entfallen dabei auf die Oide Wiesn (2025 waren es 360.000). Nicht ganz unschuldig an dem neuen Rekord dürfte das gute Wetter sein. So lautet auch das Fazit der Stadt zum diesjährigen Oktoberfest: "Sonnig, fröhlich, friedlich".
Wie sich schon bei der Halbzeitbilanz abzeichnete, haben vor allem die Besucherzahlen unter der Woche deutlich zugelegt. Demnach gab es von Montag bis einschließlich Donnerstag ein Plus von 18,5 Prozent in der ersten Woche und noch einmal mehr in der zweiten mit einem Plus von 28,9 Prozent.
OB Krause: "Die Wiesn 2026 war eine der schönsten aller Zeiten."
Münchens OB Dominik Krause (Grüne) zeigt sich begeistert angesichts der Zahlen: "Was für eine Bilderbuch-Wiesn! Friedlich, entspannt und gut gelaunt." Sein Fazit: "Die Wiesn 2026 war eine der schönsten aller Zeiten." Für Krause ist klar, dass auch das neue Sicherheitskonzept sich bewährt habe: "Trotz Rekord-Besucherzahl kam es zu keinen kritischen Überfüllungs-Situationen". Krause bedankt sich bei allen, die das Oktoberfest durch ihren Beitrag möglich gemacht haben, "insbesondere die Blaulicht-Organisationen und die Festleitung um Wies-Chef Christian Scharpf."
Unglücksfälle auf der Wiesn 2026
Trotz der Freude über die Besucherzahlen gibt es auch traurige Nachrichten. Überschattet wurde die Wiesn vom tödlichen Unfall eines Mitarbeiters am Fahrgeschäft "Hangover" (AZ berichtete). Warum er sich in dem Bereich aufhielt, in dem er nicht sein sollte, wird noch ermittelt. Die Wiesn-Gemeinde gedachte ihres Kollegen bei dem traditionellen Gottesdienst. Am letzten Wiesn-Tag wurde ein 47 Jahre alter Mitarbeiter an einer Schiffsschaukel so schwer verletzt, dass er reanimiert werden musste.
Einer über 90 Jahre alten Frau wurde der Versuch, auf der Oidn Wiesn ein Kutschpferd zu streicheln, zum Verhängnis. Ihr Rollstuhl verfing sich im Geschirr und sie stürzte. Sechs Tage danach starb sie im Krankenhaus.
Außerdem kippte ein Reisebus, der von Italien auf dem Weg zur Wiesn unterwegs war, auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu um. Zwei Menschen starben, zahlreiche weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Reisegruppe der in Italien lebenden philippinischen Staatsangehörigen wollte auf dem Oktoberfest feiern.
Das ist über die Besucher der Wiesn bekannt
Der überwiegende Teil der Besucher kam nach Angaben der Stadt nach wie vor aus München oder dem Umland. Die meisten internationalen Gäste reisten aus den USA, Italien und Österreich an. Weitere Details sollen im Nachgang des Oktoberfests folgen, sobald die vorliegenden Mobilfunkdaten ausgewertet worden sind.
Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) zeigt sich mit dem Verlauf des Festes zufrieden: "Das weiterentwickelte Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2026 hat sich in der Praxis bewährt. Die neue Sicherheitszentrale, die verbesserte Videoüberwachung und das Crowd Spotting haben es ermöglicht, die Besucherströme noch genauer zu beobachten und bei Menschenansammlungen frühzeitig gegenzusteuern." Auch die Gäste hätten die Kontrollen an den Eingängen problemlos akzeptiert. Am mittleren und am dritten Samstag mussten die beiden Haupteingänge kurzfristig geschlossen und die Gäste zu den Nebeneingängen umgeleitet werden, am letzten Samstag auch der Zugang an der Bavaria. "Durch die rund 30-minütige Sperrungen wurde für eine schnelle und merkliche Entspannung auf dem Festgelände gesorgt", so Scharpf weiter. Die neu installierten Kameras und die eingesetzte KI-Technik hätten sich als wichtige Bausteine erwiesen.
6,7 Millionen Maß Bier getrunken
Auch die Festwirte haben keinen Grund zur Beschwerde. Der Bierkonsum stieg nach Angaben des Vereins der Münchner Brauereien um 2,7 Prozent und lag bei rund 6,7 Millionen Maß (2025 waren es noch 6,5 Millionen). Die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier stieg um 10,7 Prozent, beim Weißbier um 12,6 Prozent. Der Absatz von alkoholfreien Getränken stieg um 10 Prozent. Das saure Radler fand auch in der zweiten Woche großen Zuspruch.
Beim Essen gab es ein Plus von zwei bis drei Prozent. Das klassische Hendl soll wieder im Aufwind sein, nachdem der Konsum in den vergangenen Jahren rückläufig war.
Bei den kleinen Wiesn-Zelten lagen die Umsätze laut Festleitung auf Vorjahresniveau. Bei vegetarischen Speisen zeigten sich die Gäste experimentierfreudiger als in den Vorjahren und bestellten auch andere Spezialitäten als die klassischen Kässpatzn.
Was war der Wiesn-Hit 2026
Anders als in den letzten Jahren gab es 2026 keinen richtigen Hit. Das Kinderlied "Gute Laune" von der Gruppe GroßstadtEngel gehörte als Neuzugang neben den Klassikern wie "Hey Baby", "Take me home, Country Roads" oder "Fürstenfeld" aber zu den absoluten Publikumslieblingen.
Neuer alter Trend bei den Souvenirs
Hendlhut und Co. haben wohl keine Saison mehr auf der Wiesn, dafür waren Trachtenhüte wieder stärker nachgefragt.
57 Prozent mehr Gäste für die Schaustellerei
Auch die Schausteller sind mit dem Verlauf der Wiesn 2026 zufrieden, stellten aber allgemein eine Konsumzurückhaltung bei den Gästen fest, die auch gerne einfach nur über die Wiesn flanierten. Die Wochenenden waren sehr gut besucht. Ein Highlight war der Kindertag in der zweiten Woche: Dort kamen 57 Prozent mehr Gäste auf die Wiesn als im Vorjahr (2026 waren 422.000 Gäste).
Einsatzzahlen der Polizei
Die Polizei zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf des Oktoberfests sehr zufrieden. Die Einsatzzahlen liegen mit rund 1600 wegen der stark gestiegenen Gästezahlen erwartungsgemäß über dem Vorjahresniveau. Schwerpunkte bei den Delikten waren insbesondere Rauschgiftverstöße. Bis zum Zeitpunkt der Erhebung (Stand 3. Oktober) wurden 607.000 Euro an Sicherheitsleistungen hinterlegt.
Deutlicher Anstieg an der Sanitätsstation
Die Aicher Ambulanz vermeldet eine Steigerung von 18,5 Prozent bei den Patientenzahlen. Erklärt wird das mit der deutlich erhöhten Besucherzahl in diesem Jahr. Die meisten Einsätze gab es am mittleren Samstag. Mit nur 1,1 Prozent ist die Quote der Abtransport in die umliegenden Münchner Kliniken erfreulich gering.
Feuerwehr
Die Feuerwehr war es eine ruhige Wiesn. Heuer gab es (Stand 3. Oktober) 13 Einsätze wie im Vorjahr, die meisten davon Hilfeleistungen. Die größten Einsätze waren der Einsatz beim tödlichen Unglück am Fahrgeschäft Hangover sowie beim Containerbrand am ersten Festsonntag am 27. September.
1400 Sicherheitsleute im Einsatz
Securitas blickt auf einen erfolgreichen Einsatz auf der Wiesn 2026 zurück. Bedauerlicherweise wurde allerdings gleich am ersten Festtag ein Mitarbeiter beim "Run" umgestoßen und verletzt.
Rund 1400 Sicherheitskräfte mit einer Schichtstärke von bis 730 Personen wurden entlang aller bekannten Positionen und Einsatzgebieten eingesetzt. Dabei haben sich insbesondere die flächendeckenden Taschenkontrollen und die stichprobenartigen Personenkontrollen mittels Handsonde entlang aller Zugänge zum Festgelände bewährt.
Die von Securitas gestellte Hangstreife entlang des sogenannten "Kotzehügel" hinter den großen Festzelten bleibt ein elementarer Bestandteil des Sicherheitskonzepts, der die auf dem Gelände wirkenden Polizeistreifen und die Aicher-Ambulanz an diesem neuralgischen Punkt unterstützt. Dieses Plus an Sicherheit soll vornehmlich das Sicherheitsgefühl von Frauen steigern, weshalb auch in diesem Jahr wieder die Initiative "Sichere Wiesn für Frauen und Mädchen" in das Schulungsprogramm eingebunden wurde.
Jugendschutz hilft mehreren verloren gegangenen Kindern
Der Jugendschutz hat dieses Jahr sechs verloren gegangene Kinder im Alter zwischen null und 13 Jahren betreut. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Kinder, die von ihren Eltern oder Betreuungspersonen getrennt wurden. Eine Zusammenführung aller Beteiligten konnte zeitnah erreicht werden.
Zahlreiche Erziehungsberechtigte wurden auf das Kinderwagenverbot nach 18 Uhr sowie auf die Regelung "Unter 6 Jahren nach 20 Uhr in Bierzelten und -gärten verboten" hingewiesen. Es wurden rund 160 Verstöße registriert; am häufigsten wurden Eltern angesprochen, die deutlich nach 18 Uhr noch mit Kinderwagen unterwegs waren und zum Verlassen des Festgeländes aufgefordert.
Für zwanzig alkoholisierten Jugendlichen wurde für einen sicheren Heimweg gesorgt, ebenso für fünf alkoholisierte Elternteile und ihre Kinder.
4000 Fundsachen auf der Wiesn verloren gegangen
Das Wiesn-Fundbüro befindet sich seit diesem Jahr im Verkehrszentrum des Deutschen Museums, rund 400 Meter Luftlinie von der Bavaria entfernt. Bis Montag, 5. Oktober, wurden hochgerechnet rund 4000 Fundsachen registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies voraussichtlich 500 weniger.