Tödlicher Wiesn-Unfall: "Hangover" läuft wieder – Ermittler unschlüssig
Update 19.20 Uhr: "Hangover" nach Unfall wieder in Betrieb
Weniger als 24 Stunden nach einem tödlichen Unfall auf dem Münchner Oktoberfest ist der Freifall-Turm "Hangover" wieder in Betrieb. Der TÜV hat nach Angaben der Betreiberfamilie bei der technischen Überprüfung des Fahrgeschäfts keine Mängel festgestellt. Das Münchner Ordnungsamt erteilte demnach die Freigabe.
Die Polizei hatte das Areal rund um das Fahrgeschäft während des Rettungseinsatzes abgesperrt. Die Unfallursache ist nach wie vor ungeklärt, ein technischer Defekt lag jedoch offenkundig nicht vor.
Zwei AZ-Reporter konnten vor Ort beobachten, wie das Fahrgeschäft seinen Betrieb wieder aufnahm und zahlreiche Gäste einstiegen.
Ursprünglicher Artikel vom 22.09.:
Das Oktoberfest wird von einem tragischen Todesfall überschattet. Die Bestürzung ist groß. Wie konnte es trotz aller Sicherheitsvorkehrungen beim Wiesn-Fahrgeschäft "Hangover" dazu kommen? Bisher ist unklar, warum sich der verunglückte 52-jährige Mitarbeiter im Gefahrenbereich aufgehalten hat.
Security-Mitarbeiter wird von der herunterfahrenden Gondel getroffen
Dort war er am Montagabend von einer Gondel getroffen worden. Die Ermittlungen der Kripo laufen, die Polizei hat mögliche Zeugen aufgerufen, sich zu melden oder auch Videoaufnahmen zur Verfügung zu stellen.
Ein 52 Jahre alter Security-Mitarbeiter des "Hangover", eines 85 Meter hohen Freefall-Towers, wurde gegen 21.50 Uhr von der herunterfahrenden Gondel getroffen und eingeklemmt. Laut der Homepage des Fahrgeschäfts beträgt die Fallgeschwindigkeit an dem Turm bis zu 90 Kilometer in der Stunde. Mit welcher Geschwindigkeit der Mann getroffen wurde, ist weiterhin völlig unklar. Er stammt aus Serbien und wohnte westlich von München. Bevor die Gondel unten ankommt, wird sie deutlich abgebremst und langsamer.
Schwer verletzter Mann stirbt in Klinik
Polizisten der Wiesnwache, die als Erste am Unglücksort waren, begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Ein Notarztteam übernahm. Der Patient wurde in eine Klinik gebracht, wo er später verstarb.
Zu den genauen Umständen des mutmaßlichen Betriebsunfalls werde ermittelt, sagte Polizeisprecher Thomas Schelshorn. Das Kommissariat 13, das den Fall übernommen hat, ist unter anderem für Betriebsunfälle zuständig. "K13 hat die Aufgabe, herauszufinden, ob jemandem ein Vorwurf gemacht werden kann", sagte Schelshorn.
Die Ermittlungen werden seinen Angaben zufolge "Tage, wenn nicht Wochen andauern". Der 52-jährige Mitarbeiter habe sich in dem Bereich unterhalb der Gondel aufgehalten, in dem er nicht hätte sein sollen. Warum, sei weiterhin unklar und Gegenstand der Ermittlungen. Auch der Betreiber des "Hangover" konnte dazu am Morgen danach noch nichts sagen.
Münchens OB Krause zeigt sich bestürzt
"So ein Unfall zieht dir den Boden unter den Füßen weg!", sagte Schausteller-Sprecherin Yvonne Heckl. Es gebe "wohl kein technisches Problem bei dem Fahrbetrieb". Laut Wiesn-Chef Christian Scharpf haben sowohl der TÜV als auch die Lokalbaukommission das Fahrgeschäft geprüft und wieder freigegeben.

Technisch habe das Geschäft keine Defekte. Es könnte wieder fahren, so Scharpf. Zuletzt war noch die Gewerbeaufsicht vor Ort und prüfte den Betrieb. Auch von Seiten der Staatsanwaltschaft gebe es keine Einwände gegen die Wiederaufnahme des Betriebs. Für Donnerstag ist ein Schausteller-Gottesdienst geplant.
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zeigte sich bestürzt über den tödlichen Unfall auf dem Oktoberfest. Seine Gedanken seien bei der Familie des verunglückten Mannes und den Mitarbeitenden des Fahrgeschäfts. Zugleich bedankte sich der OB bei den Einsatzkräften für das schnelle Eingreifen. Wiesn-Chef Christian Scharpf ergänzte: "Dieser schreckliche Unfall hat uns ins Bewusstsein gerufen, wie nah Freude und Leid beieinanderliegen können."
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