Watschn-Eklat auf der Wiesn: Jetzt reagiert Bayerns Antisemitismusbeauftragter
Die Wiesn 2026 läuft! Seit dem 19. September sind drei AZ-Reporterinnen und -Reporter täglich für Sie vor Ort und halten Sie live auf dem Laufenden: über alles, was auf der Theresienwiese passiert – von schönen Momenten und besonderen Begegnungen bis zu den Schattenseiten des Oktoberfests. Mit dem Wiesnblog sind Sie immer bestens informiert.
+++ Die News vom 1. Oktober 2026 +++
+++ Bettensteuer: Volt-Umfrage auf der Wiesn mit überraschendem Ergebnis +++
10.42 Uhr: Um die Tourismusbranche vor zusätzlichen Belastungen zu schützen, hat der Freistaat Bayern die Bettensteuer im Kommunalabgabengesetz (KAG) untersagt. Doch schadet eine Bettensteuer wirklich dem Tourismus in Bayern?
Die Volt-Stadtratsfraktion hat auswärtige Wiesn-Besucherinnen und -Besucher gefragt, ob diese bereit wären, während ihres Aufenthalts pro Tag eine kleine City-Tax an die Stadt zu bezahlen. Überraschenderweise hatte der überwiegende Anteil der Befragten kein Problem mit einer Bettensteuer in München.
"16 Euro für die Maß, 20 Euro für das halbe Hendl – aber bei einer City-Tax soll der Tourismus einbrechen?! Unsere Umfrage zeigt: Die Menschen haben Verständnis dafür, dass sie einen kleinen Beitrag für die Infrastruktur der Stadt leisten, deren Gäste sie sind. München blutet finanziell aus, während der Freistaat Millioneneinnahmen blockiert", so Volt-Stadtrat Felix Sproll.
München und Bamberg prüfen beziehungsweise planen eine Kommunalverfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht, da sie das Verbot einer Bettensteuer als unzulässigen Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung ansehen.
Durch das Verbot sollen der Stadt München jährlich Einnahmen in Höhe von rund 100 Millionen Euro entgehen.
+++ Bayerns Antisemitismusbeauftragter reagiert auf Watschn-Eklat auf der Wiesn +++
10.12 Uhr: Knapp eine Woche nach dem Watschn-Eklat im Schottenhamel, bei dem der Münchner Stadtrat Jörg Hoffmann (FDP) in der Ratsboxe von einer der Linken nahestehenden Frau geohrfeigt wurde, hat sich nun Bayerns Antisemitismusbeauftragter Dr. Ludwig Spaenle (CSU) zu dem Vorfall geäußert. "Den offenen Israelhass und die politisch motivierte Aggression von Mitgliedern oder Anhängern der jungen Linken am Oktoberfest darf man nicht dulden", so Spaenle.

Der Ohrfeige waren anti-israelische und pro-palästinensische Äußerungen von jungen Linken am Nebentisch vorausgegangen. "Die Wiesn ist ein Ort der friedlichen Begegnung und des Feierns. Umso schwerer wiegt es, wenn an einem Tisch in einem Festzelt von Jungen Linken israelfeindliche Lieder und Sprüche gemacht werden und sogar Gewalt gegenüber einem Bürgervertreter angewandt wurde", so der Antisemitismusbeauftragte.
Spaenle zeigt sich dankbar, dass in der Situation ein FDP-Stadtrat mit "wachem Blick" eingeschritten sei und auch die Ordnungskräfte im Zelt konsequent gehandelt hätten.
Für den Regierungsbeauftragten wird dabei auch deutlich, in welchem Umfeld Teile der Jungen Linken zu Hause sind. Für Spaenle zeige der Vorfall im Schottenhamel Parallelen zu Vorfällen in Berlin auf.
+++ Was hilft gegen den Wiesn-Kater? Das empfehlen Münchner Spitzenköche +++
9.15 Uhr: Das Oktoberfestbier schmeckt am Abend – doch am nächsten Morgen kommt manchmal die Quittung. Münchner Spitzenköche erzählen, was ihnen nach einer langen Wiesn-Nacht hilft. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ Streit um potenziellen Wiesnhit "Mon Amour" entbrannt +++
8.44 Uhr: Der Song "Mon Amour" in der Version von Marc Eggers, Paul Frege und Aditoro ist einer der Anwärter auf den Wiesnhit 2026. Kein Festzelt, in dem nicht mehrmals täglich "Solang' ich noch Luft in meiner Lunge hab, brennt mein Herz für dich lichterloh, du bist für immer Mon Amour" zu hören ist.
Um den Song ist jedoch ein Streit entbrannt. Denn der Song, der auf der Wiesn zu hören ist, ist eigentlich nur eine abgekupferte, ins Deutsche übersetzte Version der bekannten Schweizer Band "Hecht".
Deren Sänger, Stefan Buck, war ziemlich sauer, als er hörte, dass Eggers, Frege und Aditoro eine deutsche Version veröffentlichten, ohne die Band als Urheber um Erlaubnis zu fragen, so wie es der Sänger Tobee, von dem es auch eine "Mon Amour"-Version gibt, getan hatte.
Nach langem Hin und Her und der Forderung, die deutsche Version von Marc Eggers & Friends von allen Plattformen zu nehmen, hat sich das Trio bei der Band "Hecht" via Instagram entschuldigt.
Am Ende hat man eine sehr gute Lösung gefunden. In einem Instagram-Video erzählt Buck, dass man sich darauf geeinigt hat, dass die deutsche "Mon Amour"-Version weiter online bleiben darf, wenn deren Streaming-Einnahmen an die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" gespendet werden.
Mit dieser Einigung ist der Songstreit für die Schweizer Band "Hecht" abgeschlossen.
+++ Die News vom 30. September 2026 +++
+++ Watsche für den FDP-Politiker Hoffmann im Schottenhamel +++
18.05 Uhr: Der Ohrfeige ausgerechnet in der Ratsboxe gingen anti-israelische und pro-palästinensische Äußerungen von jungen Linken voraus. Linken-Chef Jagel entschuldigt sich "persönlich angefasst" bei Hoffmann.
+++ Thomas Müller mit neuer Freundin auf der Wiesn +++
17.05 Uhr: Jetzt können alle die neue Partnerin von Thomas Müller sehen: Der Ex-Nationalspieler besucht mit Eve Rose das Münchner Oktoberfest. Die Abendzeitung weiß, wo die beiden zunächst ganz diskret und unerkannt schunkeln – und welches weitere Promi-Paar mit ihnen feiert.
+++ Luxus auf der Wiesn? Wie dekadent ist das Oktoberfest? +++
17:04 Uhr: Auf dem Oktoberfest wird längst mehr als nur Hendl und Brezn serviert. Kaviar für 1850 Euro, Austern und edler Champagner gehören zum Wiesn-Angebot. Weinzelt-Wirt Stephan Kuffler sieht darin keine Dekadenz.
+++ Seniorin stirbt nach Unfall auf Wiesn +++
15.02 Uhr: Eine 90-jährige Münchnerin will auf der Oidn Wiesn an einem Kutschengespann ein Pferd am Kopf streicheln, doch dann verfängt sich ein Teil des Pferdegeschirrs am Rollstuhl der Frau. Sie stürzt, doch zuerst scheint alles in Ordnung zu sein. Tage später stirbt die Frau.
+++ Mutmaßlicher Taschendieb auf der Wiesn entlarvt +++
14.30 Uhr: Ein 48 Jahre alter Münchner feierte am Montagabend nach einem Wiesn-Besuch in einer Bar in der Schillerstraße. Dabei spendierte ihm ein anderer Gast einen Drink. Ab da hatte der 48-Jährige für rund zwölf Stunden einen kompletten Filmriss. Die Polizei geht davon aus, dass er mit K.-o.-Tropfen ausgeschaltet wurde. Als der Mann wieder zu sich kam, stellte er fest, dass seine EC-Karte gestohlen worden war. Der Dieb hatte damit bereits 5000 Euro für Einkäufe ausgegeben. Der Münchner ging zur PI 21 und erstattete Anzeige.
Viel Hoffnung, dass man den Täter erwischt, gab es nicht, doch es kam anders. Am Dienstagabend nahmen Taschendiebfahnder einen Bulgaren (46) fest, der betrunkene Wiesn-Besucher auf dem Heimweg bestehlen wollte. Bei einem Norweger (48) versuchte er, dessen Geldbeutel aus der Hose zu ziehen. Der Dieb scheiterte. Die Polizisten nahmen den Verdächtigen fest. Der mutmaßliche Taschendieb hatte auch die EC-Karte des Münchners noch bei sich.
+++ Oktoberfestverbot für Hitler-Gruß +++
14.02 Uhr: Ein 27 Jahre alter Ingenieur aus den USA hat am Dienstagabend beim Verlassen der Theresienwiese im Bereich der U-Bahn-Station den Hitler-Gruß gezeigt. Polizisten sprachen den Touristen an und nahmen ihn mit zur Wiesn-Wache. Laut Alkoholtest hatte der Amerikaner 1,7 Promille im Blut. Als Sicherheitsleistung musste der Ingenieur 5000 Euro bezahlen. Zudem darf er das Oktoberfest bis zum Ende nicht mehr besuchen.
+++ US-Comedian Trevor Noah überrascht mit Wiesn-Besuch +++
10.20 Uhr: Dass sich auf dem Oktoberfest zahlreiche Promis tummeln, ist nichts Neues – doch mit Trevor Noah hatten wohl die wenigsten gerechnet. Wie "Bild" berichtet, tauchte der US-Comedian am Dienstagabend überraschend auf der Wiesn auf und begab sich mit seiner Begleitung ins Schottenhamel-Festzelt. Auf die Lederhose verzichtete der 42-Jährige jedoch. Was der US-Star über die bayerische Tradition denkt, lesen Sie hier.
+++ Wiesn-Bedienungen mahnen zu Toleranz – Wirte befürworten Aktion +++
9.03 Uhr: Die Wiesn-Wirte haben positiv auf die in den sozialen Medien angestoßene Initiative "Bedienungen gegen rechts" reagiert. Die Vereinigung der Münchner Wiesn-Wirte befürwortet die Aktion der Bedienungen und lehnt jede Art von Rassismus und Sexismus in den Festzelten ab, wie die Wirte-Sprecher Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. "Solche Verstöße akzeptieren wir in unseren Wiesn-Zelten nicht und melden sie auch an die Behörden", hieß es weiter.
Darüber hinaus wolle sich die Vereinigung der Wiesn-Wirte allerdings nicht politisch äußern. "Schon die Betriebsvorschriften für das Oktoberfest weisen darauf hin, dass politische Veranstaltungen in den Festzelten nicht erlaubt sind", begründeten sie ihre Zurückhaltung.
Zuvor hatten die "Bedienungen gegen rechts" in den sozialen Medien zum Start des Oktoberfests ein etwa vierminütiges Video veröffentlicht. In dem Clip, der auch auf der Plattform Instagram gepostet wurde, kommen zahlreiche Wiesn-Bedienungen zu Wort, die für Vielfalt, Toleranz und Respekt auf dem größten Volksfest der Welt werben.
"Wir finden, die Wiesn ist politisch und es muss Haltung gezeigt werden", erklärten die "Bedienungen gegen rechts" im Gespräch mit der dpa. "Die Wiesn steht natürlich für Tradition, aber wir fordern, dass sie auch einfach für mehr Toleranz steht." So wünsche sich die Initiative, dass sich die "gesamte Wiesn positioniert" – und zwar gegen jegliche Form von Extremismus, menschenverachtendem Verhalten, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung.
Eine Beteiligte sagt im Video: "Und seit Jahren erleben wir, wie Dinge wieder sagbarer werden. Und wie rechte Vorstellungen plötzlich weniger Widerspruch bekommen". Dem wolle man sich entgegenstellen.
Dabei erinnern die Bedienungen an die Opfer des rechtsextremen Attentats auf das Oktoberfest und mahnen zur Verantwortung. Am Abend des 26. September 1980 explodierte am Haupteingang des Oktoberfests die Bombe eines rechtsextremen Attentäters. Zwölf Menschen starben damals, rund 200 wurden verletzt. Auch der Täter starb.
Zum Ende des Videos schließen die Wiesn-Bedienungen ihren Appell mit den Worten: "Wir wollen widersprechen. Wir wollen Haltung zeigen. Wir tun es." Geschlossen stelle man sich gegen Rassismus, Sexismus, Menschen- und Queer-Feindlichkeit sowie gegen Gewalt, heißt es weiter. Nach Angaben der Initiative haben sich bereits mehr als 200 Menschen angeschlossen.
+++ Besucher kommen immer öfter unter der Woche auf die Wiesn +++
8.22 Uhr: Oktoberfest und Auto passen eigentlich nicht so gut zusammen. Trotzdem kommt mehr als jeder vierte Besucher mit diesem Verkehrsmittel zur Wiesn, wie eine Auswertung anonymisierter Handydaten durch Vodafone ergeben hat. Sie zeigt auch, ab wann es auf dem Fest voll und wann wieder leerer wird.
In der Zeit vom ersten bis zum zweiten Wiesn-Samstag kamen der Mobilitätsanalyse zufolge 59 Prozent der Gäste mit dem öffentlichen Personennahverkehr zum Oktoberfest. Das Auto folgt auf Platz zwei mit 28 Prozent, gefolgt vom Fernverkehr mit sieben Prozent und Fuß und Fahrrad mit fünf Prozent.
Auch unter der Woche war das Oktoberfest oft gut gefüllt. Für den Freitag zählte die Analyse sogar rund 600.000 Besucher. "Auf der Wiesn wird immer öfter auch unter der Woche gefeiert", sagt Michael Reinartz, Innovationschef bei Vodafone. "Die Besucherzahlen waren unter der Woche fast gleich hoch wie am Wochenende." Vergangenes Jahr habe sich der Besucherzustrom noch deutlich stärker auf die Wochenenden konzentriert.
Am vollsten war es unter der Woche in der Regel zwischen 16 Uhr und 17 Uhr. Ab 21 Uhr wurde es leerer. Allerdings fahren viele Gäste nicht direkt nach Hause. Oft ging es nach dem Festbesuch noch in andere Stadtviertel. "Die Wiesn wirkt weit über die Theresienwiese hinaus und sorgt für zusätzliches Besucheraufkommen in zahlreichen Stadtteilen und im Münchner Umland", sagt Reinartz.
+++ "Kindl der Nacht" – so läuft es nach Wiesn-Schluss in München+++
8.05 Uhr: Im AZ-Podcast "Kindl der Nacht" dreht sich alles um das Münchner Nachtleben – und in der zweiten Folge geht's ums heitere Treiben nach dem Oktoberfest. Zwei Wochen Ausnahmezustand. Wir gehen der Frage nach, wie die Wiesn die Nächte in Münchens Bars, Clubs und Kneipen verändert: Nach dem Zeltschluss auf der Wiesn.
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