AZ-Newsblog zum Nockherberg 2026 – Erste Reaktionen auf das Singspiel: Zwischen "Fake News"-Kritik und Begeisterung
Die Vorfreude steigt: Am Mittwoch (4. März) geht ab 19 Uhr die Salvatorprobe am Nockherberg über die Bühne und wird vom Bayerischen Rundfunk live übertragen. Den Livestream können Sie zum ersten Mal auch direkt bei der AZ mitverfolgen. Und: Die AZ hat einen Blick auf die (vorläufige) Gästeliste erhaschen können.
+++ Nockherberg-Singspiel "Wirf das Handtuch, Lindwurm!": Erste Reaktionen +++
21.47 Uhr: "Ach ganz nett", sagt Markus Söder gleich nach dem Singspiel auf die Frage nach seiner Meinung zum Dargebotenen zum BR. "Ich habe die ganze Sache nicht ganz verstanden. Das Publikum muss animiert werden zum Klatschen", so Söders recht harsche Kritik. An einigen Stellen habe es Längen gegeben, aber es habe auch sehr gute Momente gegeben.
Clemens Baumgärtner: "Echt super, die Charaktere super getroffen, alles was man sich an Unterhaltung erwartet. Der Flirt zwischen Katha Schulze und Markus Söder hat mir gut gefallen."
Till Hofmann: "Die relevanten Themen haben sie bravourös abgeräumt. Die Forderung nach einem positiven Schwung im Land haben sie musikalisch gut rübergebracht. Schwarz-Rot-Grün in zwei Jahren wird jetzt langsam vorbereitet."
Markus Blume: "Ich fand das heute einen guten Neueinstieg bei der Fastenrede und das Singspiel war legendär. Mit dem Umfang, wie ich darin vorkam, bin ich zufrieden.“ Für ein eigenes Lied müsse er aber vielleicht mehr Vorlagen liefern. "Vielleicht nehme ich mir das für dieses Jahr mal vor. In meinem Bereich ist ja doch einiges geboten – von Raketen bis Konzertsaal."
Manuel Pretzl fand die Fastenpredigt gut. Mit dem Singspiel hingegen geht er hart ins Gericht. "Da waren Aussagen dabei, die einfach falsch sind, Fake News auf der Bühne. Die Leute denken dann, in Bayern ist wirklich ewig nichts für die Zukunft. So fördert man Politikverdrossenheit und betreibt das Geschäft der Parteien abseits des demokratischen Spektrums."
Ilse Aigner zur Frage, wie sie es fand, dass sie in der Rede erste Minsterpräsidentin Bayerns genannt wurde und der Saal so für sie geklatscht hat: "Ich war total überrascht! Natürlich war es nett, aber das Thema ist für mich erledigt.“ Das Singspiel hatte "eine gute Story, die Damen haben so super gesungen.“
Christian Ude: "Ästhetisch sehr anspruchsvoll. Modernes Theater – auch wenn der rote Faden manchmal in den Hintergrund gerückt ist."
+++ Merz, Nimmermehr und Positivität +++
21.43 Uhr: Jetzt wird es düster: Friedrich Merz im Zwiegespräch mit einem Raben, abgewandelt vom Kult-Gedicht von Edgar Allan Poe (Der Rabe):
Merz: "Wann wird Deutschland wieder sicher,
und wann sind wir wieder wer?
Wann denn endlich?
Rabe: Nimmermehr!"
Schließlich dröhnt eine tiefe Stimme vom linken Bühnenrand und ein riesiges gelbes Auge ist zu sehen: Der Drache.
"Fritz, das wär dein Drache", sagt Bärbel Bas zu Merz, der mit einer Axt in der Hand zögerlich und erfolglos versucht, vor versammelter Mannschaft den Drachen zu töten.
Schulze will ihn "nachhaltig, ethisch und feministisch" erledigen, Reiter "mit zwei Schlägen". Dann ziehen sie gemeinsam in den Kampf und düstere, laute Musik erklingt.
Schließlich bläst Söder ins Horn:
"Ist die schlechte Laune wirklich unser größtes Problem? Was hätt ich alles hinkriegen können? Wohnungen, Integration, Windräder, mehr Lehrer. Aber nein, ich hab leider meine Regierungszeit vertändelt. Mit leichtem Polit-Entertainment!"
Der Drache stirbt.
Blutverschmiert stehen sie alle da und versuchen gemeinsam, die desolate Weltlage "mal positiv zu sehen":
"Steuert Deutschland auf ein Riff? / Sehen wir das mal positiv
Nazis planen Übergriff / Sehen wir das mal positiv"
Währenddessen wird Söder zum unterbrechenden Meckeronkel. Er endet schließlich ("fesselt den Barden") mit Würsten geknebelt und gefesselt am Baum.
+++ Drachentöter Merz und SPD-interne Konflikte +++
21.25 Uhr: Leicht verwirrt versucht Merz, immernoch blechbehangen, auf der Bühne einen nichtexistenten Drachen ("die einen sagen, er ist blau, die anderen sagen, er ist braun") zu erlegen. "Ich muss Drachen abmurksen! Ich darf an dieser Stelle einen Frühling des Murksens versprechen!", verkündet Merz.
Dann aber erneuter Auftritt Reiter auf Almosensuche. Die angebotene Unterstützung seiner Parteikollegin Bärbel Bas aus Berlin aber lehnt er dankend ab.
Dann kommt "Der Mann mit der Spahnflöte", also Jens Spahn. Der möchte Merz nicht im Kampf gegen den Drachen unterstützen, sondern ihm "eine Alternative" anbieten. Durch ein Portal "direkt durch die Brandmauer ins Schlafzimmer eines Drachens".
Lässt sich Merz darauf ein?
+++ Schulze und Kaniber suchen Gemeinsamkeiten +++
21.15 Uhr: Eine von Söder verprellte und völlig verdatterte Michaela Kaniber ("Der Markus, der Markus, der Markus") wird von Katharina Schulze abgefangen. Die bietet ihr das Gespräch an:
Schulze: "Nein, wir unterhalten uns jetzt nicht über Männer.
Kaniber (irritiert): "Nicht? Ich glaub, in meiner Partei darf man das gar nicht."
Bei einer Wurscht aus Kanibers Korb finden die beiden dann singend überraschende Gemeinsamkeiten, wenn es nämlich um den Artenschutz geht. "Tief im Herz" heißt das Duett der beiden politischen Gegenpole.
Die einfache Message:
"Tief im Herz hab ich dieses Bangen / um die bedrohten Arten / Tief im Herz hab ich das Verlangen / die Rettung, ja, die Rettung gleich zu starten"
+++ Die Heldenreise des Friedrich Merz und ein Abschiebe-Song +++
21.00 Uhr: Eine Heldenreise wurde im Vorfeld angekündigt, nun ist endgültig klar: Es soll jene des Bundeskanzlers Friedrich Merz sein. Der Plan: "Deutschland braucht endlich Begeisterung. Schwarz und Rot bringen das Land in Schwung", finden zumindest Merz und Bas beim gemeinsamen Fettnäpfchentanz.
Den Running-Gag der Personenkontrolle darf Dobrindt schließlich auch an Merz und Bas noch einmal zum Besten geben, bevor er dann verschiedenste Abschiebefantasien in Gesangsform darbietet:
"Amira aus Syrien hatte länger schon Vertrag,
doch kurz vor der Lehre kam der Schicksalsschlag.
Sie wollte so gerne backen –
Stattdessen musste sie packen.
Fragt irgendwer, was ich da fühl?
Tut dir das nicht auch weh?
Mensch, Dobsi, wie geht’s dir damit?
Dann sag ich... Ganz okay."
Sein Fazit: "In meinem Herz hat jeder Platz, aber nicht in meinem Land". Dafür – oder für die gelungene Gesangseinlage? – erntet er sogar Applaus.
+++ Ein "Lied am Nockherberg" sorgt für Stimmung +++
20.50 Uhr: Es kommt zum ersten Mal so richtig Partystimmung auf. Zunächst versucht sich Aiwanger, aber die Band spielt nicht mit. Er singt zur Melodie der Brennsuppnpolka. Aber erst als Söder, Kaniber und Schulze das Heft in die Hand nehmen, geht es richtig los.
Sie singen: "Ich hab ein Lied am Nockherberg / Und du-hu hast halt keines", an Aiwanger gerichtet.
+++ Bettelmönch Reiter soll abgeschoben werden +++

20.40 Uhr: Nicht als bunte Biene, wie Oberbürgermeister Dieter Reiter in den letzten Jahren auftrat, sondern als Bettelmönch kommt er heuer auf die Bühne, allerdings nur als Bettelmönch verkleidet, mit einer "Bitte um eine Spende. Für eine arme Stadt. Mein verarmtes München" – im Mönchs-Singsang.
Der Gegenvorschlag von Söder: "Mein wackerer Bürgermeister, jetzt kommt doch dann Olympia. Da kann sich München wieder sanieren."
Nach einem Lied, in dem sich Reiter bitterlich über all die wiederkehrenden Münchner Veranstaltungen wie die Wiesn, den Fasching, das Geldbeutelwaschen, et cetera beklagt, tritt Dobrindt auf, als Sheriff. Der führt eine Personenkontrolle durch und droht Reiter damit, ihn abzuschieben.
+++Singspiel beginnt: "Wirf das Handtuch, Lindwurm!" +++
20.35 Uhr: Nach einer kurzen Einstimmung durch Luise Kinseher, die das Starkbier sehr zu genießen scheint, geht es los mit dem Singspiel: Der "Lieblingsbarde Söder von der Sauweide" tritt auf, nachdem eine Gruppe Raben erst mal eine bedrohliche, fast apokalyptisch anmutende Stimmung erzeugt hat. Das hat etwas Mad-Max-haftes, das sich auch im Kostüm der Darsteller widerspiegelt: Söder, Landwirtschaftsministerin Kaniber und schließlich ein treudoof dreinblickender Merz, mit allerlei Blech behangen, machen den Auftakt.
+++ Vorgänger Schafroth "wahnsinnig glücklich" +++
20.25 Uhr: Er war die letzten Jahre Fastenprediger und musste nach einem Sturm der Kritik nach dem letztjährigen Derblecken abtreten: Wie fand Maxi Schafroth die Premiere von Zinner? "Da ich ja Stefan schon ewig kenne und wusste, dass er mit seiner wahnsinnigen Bühnenpräsenz das ausfüllen wird, bin ich gar nicht überrascht, dass es so geklappt hat. Das war ein super Einstand, ich bin wahnsinnig glücklich mit meinem Nachfolger."
+++ Erste Stimmen zur ersten Fastenpredigt von Stephan Zinner +++
20.20 Uhr: Es gehört dazu wie die Fastenpredigt selber: Was sagen die Derbleckten zur Fastenpredigt?
Die Grüne Katharina Schulze fand: "Eine gelungene Premiere, ein anderer Sound. Besonders schön war das Plädoyer für mehr Augenmaß."
Forschungsministerin Doro Bär (CSU), die heuer beim Singspiel keinen Auftritt mehr hat, sagt: "Das war ja eine Liebeserklärung an mich und da freue ich mich drüber".
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), der ordentlich Kritik abbekam: "Ich fand es super, eine gute Mischung zwischen Humor und Kritik. Es war nie beleidigend. Fantastisch.“
Darauf angesprochen, dass hinten bei den Presseleuten sogar jemand eingeschlafen ist, entgegnet Dobrindt: "An der Rede kann es auf keinen Fall gelegen haben. Wer weiß, was der gestern Abend gemacht hat."
Florian Brückner: "Ich hatte Spaß und eine wirklich schöne Zeit während der ganzen Rede. Das hat Spaß gemacht – und du merkst, dass Stephan Zinner den Nockherberg einfach schon lange gut kennt."
Und der Moderator und Stadionsprecher Stefan Schneider: "Ich fand es super. Einfach witzig und stimmig – und alle um mich herum haben viel gelacht."
Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger (CSU): "Ganz ordentlich für ein erstes Mal. Er wird noch besser werden. Ein paar woke Anwandlungen hat er gehabt, zum Beispiel gegen das Fleischessen. Vielleicht hat der Schafroth das noch geschrieben?", meint Aiwanger.
Kunstminister Markus Blume (CSU): "Eine gelungene Neuinterpretation der Rolle nach dem absoluten Tiefpunkt im vergangenen Jahr".
Till Hofmann: "Gute Premiere. Inhaltlich breit, mit viel Bundespolitik. Engagiert mit 'Eat the Rich'".
FCB-Boss Uli Hoeneß fand die Fastenpredigt "okay". "Nicht sehr gut, aber gut. Das Spitze zwischen den Zeilen hat gefehlt, aber man muss auch berücksichtigten, dass die Politiker zurzeit nicht viel hergeben".
Andreas Steinfatt sagt: "Es war ein guter Start. Man merkt einfach, dass Zinner ein Nockherberg-Kenner ist".
Alt-OB Christian Ude (SPD): "Ich fand die Rede wahnsinnig gut. Sie hatte Intellektuelle Schärfe. Er hat das Publikum gezwungen, mitzudenken und hat nicht nur gängige Meinungen bestätigt.“ Und im Vergleich zum letzten Mal von Maxi Schafroth? „Ich mag Maxi Schafroth. Aber ein bisschen hat er die Angewohnheit, dass er selbst seine Witze am witzigsten findet. Das heute war eine ganz andere Liga!“
+++ Für mehr Augenmaß +++
20.15 Uhr: Auf den letzten Metern seiner Rede appelliert Zinner, von einem Alleinunterhalter auf der Bühne begleitet, für mehr Augenmaß. "Brüder und Schwestern, ich sag es euch: Wir haben das Gleichgewicht verloren", predigt der Fastenprediger.
Er fordert den bayerischen Weg, mit "Augenmaß und Augenhöhe – nicht mehr und nicht weniger".
Und zum Ende der durchweg sichtlich nervöse neue Fastenprediger: "So und jetzt trinke ich ein bis drei Maß und bereite mich auf die Manöverkritik von meinem Vater morgen vor."
+++ Ein Wiesn-Traum nach vier oder fünf Maß +++
20.10 Uhr: Er sei ein "Wiesianer", sagt Zinner. Und erzählt von seinem Erlebnis nach vier oder fünf Maß Festbier, wie er durch die Stadt wandert. "Dann steige ich in mein elektrifiziertes Fahrzeug, eines das 1972 von BMW für die Olympischen Spiele entwickelt wurde – da waren wir mal vorne dabei – und damit fahre ich dann durch München".
Die Stimmung ist anders: "Keiner hupt oder meckert rum und ich weiß nicht, ob es an dem Spirit der damaligen Spiele des Aufbruchs liegt – irgendwie schwingt in diesem Fahrzeug Hoffnung, ein positiver Blick nach vorne – und dann lande ich justament vor der Staatskanzlei – da hängen bunte Flaggen, Blumen stehen davor und ein Mann, der mich ein bissl an den jungen Generalsekretär Söder erinnert. Der sagt: 'Hallo Herr Zinner, schön, dass Sie da sind, die Frau Ministerpräsidentin wird Sie sofort empfangen.'"
Dann komme Ilse Aigner die Treppe herunter und sagt: "Fünf Maß waren es und nicht vier!". Da habe er gewusst: es war nur ein Traum.
+++ Trump und Münchner OB-Wahlkampf +++
20.00 Uhr: Nach einer kurzen Ermahnung in Richtung Söder und CSU, sich nicht zu sehr beim Politikstil Donald Trumps inspirieren zu lassen, schwenkte Zinner kurz zu den Münchner OB-Kandidaten. Nicht unerwähnt durfte da bleiben, dass Dieter Reiter eine dritte Amtszeit anstrebt und gleichzeitig ein Aufsichtsratsmandat beim FC Bayern: "Ihre Frau wollte Sie noch nicht den ganzen Tag daheim haben, verstehe".
In Richtung CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner: "Schmal sind's geworden, da verlieren sie ja ihr Image als Mini-Strauß".
Und zum Grünen OB-Kandidat Krause, der mit 35 Jahren OB werden will: "Yo, Bro, Digger", "Ich hab' ein Herz für sie, aber falls sie schon eine Siegesfeier geplant hätten, ein Tipp: Ich würde beim Getränkelieferanten sicherheitshalber eine Rücknahmegarantie aushandeln".
+++ Gott erscheint am Nockherberg: als Frauenstimme +++
19.55 Uhr: Die Bühne wird dunkel, Blitz und Donner. Dann eine weibliche Stimme – wohl jene von Caro Matzko, wie im Saal vermutet wird – und fragt: "Was willst du, Sohn?".
Billigen Strom wolle er, meint Zinner. "Und vielleicht an Weltfrieden".
Den Weltfrieden müssten wir selbst hinkriegen, "aber Strom kannst haben. Ich schicke euch morgen einen Blitz, den müsst's auffangen".
"Und wo kommt der Blitz runter?", fragt der Fastenprediger?
"Wo ist es sechs Monate finster, drei Monate kalt – des is da Bayerische Wald."
+++ Feindbild Habeck +++
19.50 Uhr: Er ist nicht da, war aber auch schon Figur im Singspiel und sowieso ein erklärter Lieblingsgegner von CSU und Freien Wählern: Robert Habeck. An Aiwanger gerichtet fragt Zinner: "Gegen die Wärmepumpe sind's schon noch, oder? Weil des is ja des 'Teufelszeug vom Habeck'. Da seids froh, dass der weg ist. Aber könnte es nicht sein, dass nicht alles schlecht war, was er angestoßen hat? Oh, da funkeln ja die Augen".
Und dann legt Zinner nach: "Ich glaube, wenn der Habeck gesagt hätte: „Die Luft in Bayern ist gut“, dann hätte die Hälfte der bayrischen Bevölkerung erst mal das Fenster zugesperrt und wäre lieber erstickt, als dem Grünen Gscheidhaferl da recht zu geben!"
+++ Stimmung im Saal: eher mau +++
19.45 Uhr: Wie gut Zinner im Saal bisher ankommt? Richtig zündet die Rede noch nicht. Es gibt sehr wenig Lacher, berichtet ein AZ-Reporter. "Ganz hinten an einem Pressetisch ist einer während der Rede sogar richtig eingeschlafen".
+++ Bayern-SPD: "Kleinmachen die leichteste Übung +++
19.42 Uhr: "Wo sitzt die Bayern-SPD im Saal?", fragt Zinner. "Für die ist sich kleinmachen die leichteste Übung. Da sind ja einige Charakter-Köpfe dabei. Also ich kenne sie jetzt nicht, aber mir haben's Bilder auf meinen Text geklebt."
+++ "Bei der Ausweiskontrolle eingeschlafen" +++
19.40 Uhr: Als Nächstes nimmt Zinner den Innenminister Dobrindt (CSU) ins Visier. Der solle nicht immer Sachen beschließen, ohne vorher mit den anderen zu ratschen. "Sonst geht's Ihnen wie mir im Herbst, als nach einem Konzert in Österreich bei Braunau wieder zurück übern Inn nach Deutschland wollte. Da ist mir dieser vollkommen übermüdete Grenzbeamte bei der Ausweiskontrolle im Stehen eingeschlafen. Der ist samt seiner Maschinenpistole über meine Motorhaube vorn runter und hat mir einen dermaßenen Kratzer reingemacht. Ich hoffe, Sie haben eine gute Haftpflichtversicherung, Herr Dobrindt."
+++ "Dr. Fu Manchu Bayerns": Söder kriegt sein Fett weg +++

19.35 Uhr: Zinner hat sich zu Beginn auf das große Ziel gleich vor ihm eingeschossen, auf Markus Söder. "Auch im Kleinen hat sich einiges geändert. Also das mit dem Bart, so aus der Nähe, des ist schon eine Entscheidung", so Zinner. "Sie sind jetzt für mich einfach der Dr. Fu Manchu Bayerns."
"Aber Sie gehören nach Bayern, ham's gsagt. Und da haben wir Sie jetzt noch gute zwei Jahre", meint Zinner. Und spricht ihn darauf an, dass er die Amtszeit des Ministerpräsidenten begrenzen wollte. "Oder war das das Vorgängermodell, der alte Markus Söder? Der noch Bäume umarmt hat und einen höheren Frauenanteil in der CSU wollte?"
+++ Jetzt wird derbleckt: Auftritt Fastenprediger Stephan Zinner +++
19.27 Uhr: Mit einem zünftigen "Passd scho" und einem "Griass gott beinand" tritt Stephan Zinner ans Rednerpult. Nicht alle seien happy gewesen, dass er diesen Job übernommen habe. Mein Management, „Nein, warum machst du des? Es läuft doch. Dieser Schleudersitz.“
Für ihn sei es aber ein "positives Signal" an den Rest der Republik. "Wer über sich selbst lacht, der tritt einen Schritt zurück und schaut von außen auf sich – wer das kann, zeigt Größe".
Natürlich gibt es schon die ersten Spitzen in Richtung Staatsregierung: "Die bayerische Staatsregierung und Bescheidenheit, das geht so gut zusammen wie 1860 München und ein ruhiger Saisonverlauf."
+++ Kinseher: Wir trinken "dem Lauf der Welt zum Trotz" +++

19.20 Uhr: Da steht sie wieder auf der Bühne, die ehemalige, legendäre "Mama Bavaria" Luise Kinseher. Sie begrüßt das Publikum und eröffnet das Starkbierfest, "wie damals schon die Paulanermönche trinken wir das Salvatorbier, dem Lauf der Welt zum Trotz."
Sie holt den Paulaner-Braumeister Christian Dahncke auf die Bühne. Für den ist alkoholfreies Bier "fast schon Gotteslästerung", wie er mit einem Augenzwinkern sagt, um dann neuen den "Salvator" anzupreisen, mit acht Prozent Alkohol. "Das braucht man auch nach diesem langen, kalten Winter", findet Kinseher.
Gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird das erste Bier gestemmt und angesetzt: "Salve pater patriae, bibas princeps optime" verkündet der Braumeister und dann klirren die Maßkrüge im Saal.
+++ Der Saal ist voll, gleich geht die Fastenpredigt los +++

18.56 Uhr: Ein blauer Himmel, ein Blick über München mit Olympiaturm: Der Saal füllt sich und das Publikum macht es sich an den Tischen bequem, um gleich vom neuen Fastenprediger Stephan Zinner sauber derbleckt zu werden. Sie können auch hier bei der AZ den Livestream des BR verfolgen.

Derweil noch ein Blick hinter die Kulissen, man möchte es ja fast nicht denken von so einer Traditionsveranstaltung wie dem Nockherberg: Auch heuer gibt es wieder ein Klo für alle Geschlechter, oder neudeutsch "all gender". Das muss diese viel zitierte bayerische Liberalitas sein, vermutet die AZ.
+++ Münchner Politprominenz: Reiter, Krause, Ude und Co. am Roten Teppich +++

18.30 Uhr: Auch die lokale Politik nimmt natürlich am Schaulaufen teil. Da wären einerseits die beiden Grünen Referentinnen Laura Dornheim (IT-Referat) und Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller. Und auch ihr Parteikollege, der Grüne Bürgermeister und OB-Kandidat Dominik Krause ist mit dabei.
Er hoffe, in der Fastenrede aufzutauchen. Am Roten Teppich sagt er der AZ: " Ich bin sehr gespannt, ob die Kommunalwahl eine Rolle spielt und ob die Herausforderer eine Rolle spielen."

Auch OB Dieter Reiter ist nach einem wohl ziemlich stressigen Tag am Roten Teppich angekommen. Was er von diesem Abend und seiner Rolle erwartet? "Gute Frage, nächste Frage", sagt Reiter. "Die Biene war ja sensationell gut", findet er. Insgesamt sei er aber entspannt, die Kommunalpolitik werde am Abend schließlich nicht im Fokus stehen. "Für mich ist das ein entspannter Abend", sagt Reiter zur AZ.

Zur Kritik an seinem Aufsichtsratsmandat beim FC Bayern sagt Reiter, es gelte, was er heute schon gesagt habe: „Wir werden das aufklären. Und ich schäme mich nicht, Mitglied im Aufsichtsrat von FC Bayern zu sein.“ Auf die Frage nach der Vergütung möchte Reiter an diesem Abend nichts sagen.

Und auch Dieter Reiters Vorgänger, Alt-OB Christian Ude ist da. Er sagt, er hege einen Groll gegen den neuen Fastenprediger: „Ich bin ihm böse, dass er nicht mehr seine angestammte Rolle als Markus Söder spielt. Die hatte er so gut drauf, dass er fast besser war, als das Original".

Er hat in den letzten Jahren ordentlich etwas abbekommen beim Derblecken: Söders Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Heuer gibt er sich entspannt: „Ich habe eine reine Weste. Wenn heute Abend die Wahrheit gebracht wird, können sie mich eigentlich nur loben", so Aiwanger zur AZ. Und was, wenn doch Kritik kommt? „Ich habe einen guten Psychiater. Der wird das dann wieder einrenken.“
+++ Berliner Politprominenz: Bärbel Bas am Nockherberg +++

18.15 Uhr: Es ist immer eine der großen Fragen vorab: Wer kommt aus dem Politischen Berlin zum Derblecken nach München? Heuer gesetzt sind natürlich CSU-Leute wie der InnenministerAlexander Dobrindt. Soeben übe den Roten Teppich spaziert ist auch seine Koalitionskollegin, die SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas. "Ich kenne den Nockherberg aus dem Fernsehen und bin sehr gespannt", sagt sie zur AZ. Nach ihrem Oktoberfest wolle sie auch noch das "beste Ereignis in Bayern kennenlernen, sagt sie.
+++ Bald geht's los auf dem Roten Teppich +++
4. März 17.45 Uhr: Nicht einmal mehr zwei Stunden, dann geht's los mit dem Starkbieranstich am Nockherberg. Die AZ-Reporter sind vor Ort eingetroffen und berichten, dass hinter der Bühne aktuell noch fleißig gewerkelt wird.

Die beiden Singspielautoren Richard Oehmann und Stefan Betz sind nicht sehr aufgeregt, wie sie zur AZ sagen: „Jetzt können wir eh nix mehr machen."

Etwas anders mag es wohl beim neuen Fastenprediger sein: Stephan Zinner ist soeben am Nockherberg angekommen, meldet eine AZ-Reporterin, hat aber den Roten Teppich umgangen und ist direkt rein.
+++ Wer ist der neue Fastenprediger Stephan Zinner? +++
4. März, 16.15 Uhr: Vom Eberhofer-Metzger zum Nockherberg-Derblecker: Stephan Zinner, bekannt aus Kino, TV und Kabarett, übernimmt als prominenter Fastenredner die Bühne. Warum der Münchner Allrounder als erste Wahl gilt und wie er Tradition und Starbonus verbindet, hat AZ-Reporterin Ruth Frömmer herausgefunden. Der ideale Lesestoff zur Vorbereitung auf die Fastenpredigt heute Abend.
+++ "Nicht zu sehr preußisch": Das ist Söders große Hoffnung fürs Singspiel +++
4. März, 6.33 Uhr: Es ist wohl eine Art Strafe, wenn andere mehr Raum bekommen als man selbst. Gibt es etwa bei Markus Söder eine gewisse Besorgnis, dass Merz eine allzu große Rolle einnehmen könnte? Jedenfalls sagte Söder, vom Radiosender Antenne Bayern darauf angesprochen: "Es ist mir wirklich, wirklich wurscht. Eines allerdings find' ich schon, und das hat jetzt aber nichts mit mir zu tun: Ich finde, der Nockherberg ist kein nationales Singspiel, sondern ein bayerisches."

Im ersten Moment sei es zwar mal witzig, fünf, sechs, sieben Bundespolitiker zu sehen. Er hoffe aber, dass es am Ende "bayerisch bleibt und nicht zu sehr preußisch wird, weil dann wird es langweilig", meinte Söder.
Auszug aus der Gästeliste bei der Salvator-Probe 2026
3. März, 13.46 Uhr: Es ist jedes Jahr wieder eine Diskussion. Wer kommt zum Nockherberg – und vor allem: Wer kommt aus dem politischen Berlin nach München, um sich diese Veranstaltung anzuschauen? Paulaner hat vorab eine nicht vollständige Gästeliste veröffentlicht, selbstverständlich noch ohne Gewähr.
Landespolitik und Stadt München:
- Markus Söder
- Hubert Aiwanger
- Katharina Schulze
- Ilse Aigner
- Michaela Kaniber
- Klaus Holetschek
- Eva Lettenbauer
- das fast vollständige bayerische Kabinett
- Dieter Reiter
- Dominik Krause
- Verena Dietl
- Clemens Baumgärtner
Bundespolitik:
- Alexander Dobrindt
- Bärbel Bas
- Dorothee Bär
- Alois Rainer
- Matthias Miersch
- Tim Klüssendorf
- Franziska Brantner
Gesellschaft, Sport und Film:
- Vertreter der bayerischen Kabarett-Szene; unter anderem Eva Karl Faltermeier, Hannes Ringelstetter, Sigi Zimmerschied und Caro Matzko
- Miroslav Nemec
- Leslie Mandoki
- Jan-Christian Dreesen
- Max von Thun
- Florian Brückner
- Maximilian Brückner
- Ferdinand Hofer
- Uli Hoeneß
- Axel Milberg
- Jutta Speidel
- Ronja Forcher
- Michaela May
- Charlotte Knobloch
Heidi Reichinnek hingegen ist nicht eingeladen worden, wie ihr Münchner Linken-Parteikollege Stefan Jagel am Dienstag mitteilte. Die 37-Jährige ist seit Oktober 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und dort seit März 2025 Vorsitzende der Linken-Fraktion. Sie war schon im vergangenen Jahr nicht mit einer Einladung bedacht worden.
+++ Erster Blick aufs Bühnenbild wirft Fragen auf +++

3. März, 13.30 Uhr: Die Nockherberg-Fans werden wie immer auf die Folter gespannt. Das gilt nicht allein für das Skript des Singspiels, über die Lieder erfährt man nichts, die Kostüme sind gut versteckt, und auch das Bühnenbild wird als "streng geheim" behandelt.
Schauspieler Thomas Limpinsel, er gibt Jens Spahn, bezeichnete die Kulisse vorab als "eine bunte Düsterheit", und Sina Reiß (Katharina Schulze) war schlichtweg begeistert: "Ich hab's gesehen und dachte: 'Hammer!' Wir tauchen in eine ganz, ganz andere Welt ein."
Der erste Blick auf die Kulisse gibt viel Raum für Spekulationen. Wild-West-Atmosphäre, ein kaputtes Auto. Geht's da um das eine oder andere politische Duell? Um Umweltthemen? Und die Windmühlen, was sagen die uns? Ist das eine Hommage an Don Quichotte ... und wer soll das bitte sein? Was passiert mit dem Kernkraftwerk im Hintergrund?
Die Fakten zum Nockherberg 2026 im Überblick
Seine Premiere bei der Fastenpredigt erlebt der Kabarettist und Schauspieler Stephan Zinner. Gar keine leichte Sache, wenn sich im politischen Berlin Tag für Tag die Ereignisse überschlagen und auch hier in München eine Kommunalwahl vor der Tür steht.

Das Singspiel schreiben wieder die beiden Autoren Richard Oehmann und Stefan Betz. Der Inhalt ist noch geheim, nur den Titel haben sie bereits verraten: "Wirf das Handtuch, Lindwurm!" heißt es, und eine Heldenreise soll es werden.

Auch das Personal steht größtenteils schon fest: Markus Söder (Thomas Unger), Hubert Aiwanger (Stefan Murr), Katharina Schulze (Sina Reiß), Michaela Kaniber (Judith Toth), Dieter Reiter (Gerhard Wittmann), Friedrich Merz (David Zimmerschied), Alexander Dobrindt (Wowo Habdank), Bärbel Bas (Nikola Norgauer) und Jens Spahn (Thomas Limpinsel).







