AZ-Serie "Münchner Gschichten": Aufgespielt im Wiesn-Festzelt

In unserer Serie "Münchner Gschichten" erinnert sich AZ-Leserin Renate Otto an ein Musik-Kunststück ihrer Freundin im Wiesn-Zelt.
| AZ-Leserin Renate Otto
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Eva mit Trompete.
privat Eva mit Trompete.

München - Es war an einem herrlichen Sonntagmittag zur Oktoberfestzeit. Meine Freundin Eva und ich beschlossen: "Gehen wir auf die Wiesn." Gleich beim Löwenbräuzelt blieben wir im Garten hängen. Bei netter Gesellschaft gab es die erste Maß, dann die zweite Maß. Zur dritten Maß zog es uns in das Zelt. Die Kapelle machte gerade Pause.

Da sah Eva am Nebentisch ein paar Trachtler, nicht mehr ganz nüchtern, die auf dem Tisch eine Trompete liegen hatten. Ab und zu blies einer der Burschen ins "Horn", schön falsch! Da meinte Eva: "Dieser Vul (zu Deutsch Ochs) hat a scheene Trompetn und kann nicht spielen." Sie marschierte an den Nebentisch, nahm die Trompete, der Bursche protestierte. Ich hatte schon Angst, gleich fliegt ein Maßkrug und meinte: "Komm Eva, leg das gute Stück wieder hin. Aber sie probierte die Ventile, setzte an und fing an zu blasen "Il Silenzio". Ganz allein im riesen Bierzelt.

Sogar die Bedienungen blieben stehen

Von einer Minute zur anderen herrschte in dem sonst so geschäftigen Bierzelt absolute Stille! Man lauschte den Klängen. Das Personal blieb stehen. Mit Essen oder Bier oder sonstwas in der Hand, um zu sehen woher die Trompetenklänge kommen. Nachdem der letzte Ton verklungen war, herrschte für einen Moment immer noch diese Stille. Aber dann!

Die Gäste sprangen von den Stühlen hoch, applaudierten und verlangten eine Zugabe. Der Bursche war überrascht. Eva sagte: "Komm Renate wir gehen, ich bin besoffen und muss noch eine Rose schießen!" Unser Auszug war wie der Einzug der Wiesnwirte.

Durch ein Spalier klatschender Zeltbesucher marschierte Eva erhobenen Hauptes zum Ausgang, ich wie ein kleines Hündchen im Schlepptau. Eva schoss noch die obligatorische Rose für mein Radl. Zufrieden mit türkischem Honig und Käse fuhren wir nach Hause.


Und was haben Sie erlebt? Schreiben Sie an die AZ!

Die AZ wird Sie in diesen Sommertagen unterhalten mit Geschichten aus den Zeiten, in denen München doch noch münchnerischer war als heute. Als Stenze durch die Stadt strawanzten – und Striezis und Schandis aneinandergeraten sind.
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Schreiben Sie sie auf – und schicken sie diese, gern mit Fotos (falls vorhanden) – an leserforum@az-muenchen.de

Oder per Post an:
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Kennwort: Gschichten
Garmischer Straße 35
81373 München

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