AZ-Serie "Münchner Gschichten" Teil 16: Gotteslästerung im Herzen von Schwabing?

Heute berichtet AZ-Leser Wolfgang Roucka von Vorgängen in seinem Poster-Shop, die vor Jahrzehnten noch (anders als heute) für Aufregung sorgten.
| Wolfgang Roucka
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Der Bomber und der Ballermann: Bayern-Torjäger Gerd Müller interessiert sich in den 60er Jahren für ein Poster mit Westernheld Clint Eastwood.
Wolfgang Roucka 10 Der Bomber und der Ballermann: Bayern-Torjäger Gerd Müller interessiert sich in den 60er Jahren für ein Poster mit Westernheld Clint Eastwood.
Ohne Zuckerpuppe in Schwabing: US-Sänger Bill Ramsey.
Wolfgang Roucka 10 Ohne Zuckerpuppe in Schwabing: US-Sänger Bill Ramsey.
Provokation gehörte bei ihr zum Tagesgeschäft: Uschi Obermaier.
Wolfgang Roucka 10 Provokation gehörte bei ihr zum Tagesgeschäft: Uschi Obermaier.
Diese, nun ja, Nonne trägt den kubanischen Revolutionsführer Che Guevara in ihrem (offenen) Herzen, wie man sieht. Das Postermotiv stammt aus den 60er Jahren.
Wolfgang Roucka 10 Diese, nun ja, Nonne trägt den kubanischen Revolutionsführer Che Guevara in ihrem (offenen) Herzen, wie man sieht. Das Postermotiv stammt aus den 60er Jahren.
Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Wolfgang Roucka 10 Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Wolfgang Roucka 10 Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Wolfgang Roucka 10 Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Wolfgang Roucka 10 Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Wolfgang Roucka 10 Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.
Wolfgang Roucka 10 Motive wie diese – durchaus frivol bis erotisch – gehörten in der Flower-Power-Zeit einfach dazu. Und sie waren natürlich auch als Poster in Wolfgang Rouckas Geschäft sehr gefragt.

Die Bemalung eines nackten Mädchens in meinem Poster-Shop am Wedekindplatz durch den Künstler Waki Zöllner lockte massenweise die Zuschauer an, das war ein Novum nicht nur in Schwabing, und diente als erstes Nacktbild in der Zeitschrift "twen".

Aufregung löste ich noch bei der Hausmeisterin im ersten Stock aus, als ich mit dem nackten, aber bemalten Mädchen kam, und bat, dass sie sich im Bad wieder "entkleiden" und abwaschen kann.

Als Bill Ramsey seinen Schlager mit der Zuckerpuppe von der Bauchtanzgruppe im Poster-Shop präsentierte, hätte ich am liebsten eine Bauchtänzerin auftreten lassen.

Dramatisch wurde es, als zwei Polizisten mit einem Pfarrer aus Tirschenreuth den Laden betraten und die Beschlagnahmung des gedruckten Spruchstreifens von 50 Zentimetern Länge vollzogen – mit der Begründung, eine Anzeige des Pfarrers wegen "Gotteslästerung" vorliege. Darauf stand: "Himmihergottscheißglumpvereckts."

Als der Pfarrer weg war, kamen die Sachen zurück

Ich dachte dabei niemals an Gotteslästerung, das sagt man halt in Bayern locker so. Die zirka 100 Streifen bekam ich einige Stunden später wieder zurück, als der Pfarrer wieder – vom Erfolg der Beschlagnahme gekrönt – nach Tirschenreuth zurückgefahren war.

Auch der Busen von "Rosi-Rosi", in Kunststoff nachgegossen, war ein Renner und sorgte umgeschnallt bei vielen Damen für extreme Oberweite.

Als Marianne Sägebrecht sehr freizügig die Travestie-Künstler Folies Bergère fotografierte und eine Ausstellung im Poster-Shop machte, mussten wir die Schaufenster mit Packpapier verkleben, um diese nur der geschlossenen Gesellschaft zeigen zu können.

Noch vor Oswald Kolles Aufklärung sorgten sogenannte Erotik-Poster für das passende Ambiente Zuhause. Das Poster eines Schamdreieckes der Frau wurde als Pornografie eingestuft, ich übersprühte diese Stelle mit schwarzem Rubbellack: Somit konnte ich es bedenkenlos verkaufen – und das Poster lief als Rubbelbild.

Ein weiterer Renner war ein kleines Büchlein, DIN-A-6 groß, mit dem Titel "Was können Sie nach dem 50. Lebensjahr für den Sex tun", von Professor Memmental. Der Inhalt: zirka 20 Seiten leere Blätter. NICHTS! Zumindest als Notizbuch für heiße Nummern und sonstige Notizen des täglichen Lebens war es zu gebrauchen.

Für den Inhalt solcher Bücher hat später Oswald Kolle gesorgt, diese waren auch teurer.

Über viele Jahre habe ich in Zusammenarbeit mit der Abendzeitung den Posterhit der Woche vorgestellt.

In der Jetzt-Zeit drucke ich mit modernsten Digitaldruckern jedes beliebige Motiv, auch vom Handy in gewünschter Größe. Es ist die neue Poster-Ära.

Und die "Institution Roucka", seit über 50 Jahren am Wedekindplatz, bietet eine tolle Plattform für junge Leute. Wer hat die Power für einen Einstieg? Bitte einfach bei mir melden.


Und was haben Sie erlebt? Schreiben Sie an die AZ!

Die AZ wird Sie in diesen Sommertagen unterhalten mit Geschichten aus den Zeiten, in denen München doch noch münchnerischer war als heute. Als Stenze durch die Stadt strawanzten – und Striezis und Schandis aneinandergeraten sind.
Haben Sie selbst auch solche Münchner Gschichten erlebt? Schreiben Sie sie auf – und schicken sie, gern mit Fotos (falls vorhanden) – an leserforum@az-muenchen.de

Oder per Post an:
Abendzeitung
Kennwort: Gschichten
Garmischer Straße 35
81373 München

Die AZ wird ausgewählte Gschichten veröffentlichen.

Lesen Sie hier Teil 1 der AZ-Serie

Lesen Sie hier Teil 2 der AZ-Serie

Lesen Sie hier Teil 3 der AZ-Serie

Lesen Sie hier Teil 4 der AZ-Serie

Lesen Sie hier Teil 5 der AZ-Serie

Lesen Sie hier Teil 6 der AZ-Serie

Lesen Sie hier Teil 7 der AZ-Serie

Lesen Sie hier Teil 8 der AZ-Serie

Lesen Sie hier Teil 9 der AZ-Serie

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Lesen Sie hier Teil 11 der AZ-Serie

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Lesen Sie hier Teil 14 der AZ-Serie

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