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Alkoholverbot auf der Theresienwiese: Wiesn-Demo erlaubt - Wiesn-Bier verboten

Für die Theresienwiese und fünf Hotspots erlässt die Stadt ein Alkoholverbot. Das trifft auch die Kundgebung junger Oktoberfest-Fans.
| Ralph Hub
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Die Wiesn-Demo am Samstag auf der Münchner Theresienwiese ist erlaubt - allerdings ohne Bier.
Die Wiesn-Demo am Samstag auf der Münchner Theresienwiese ist erlaubt - allerdings ohne Bier. © imago images/imagebroker

München - Was als spontane Idee eines jungen Hotelfachmanns aus München begann, endet in einem recht verzwickten Verwaltungsakt. Joel Schön und seine Freunde dürfen am Samstag ihre Kundgebung zu Füßen der Bavaria abhalten. Allerdings werden sie dabei auf Wiesn-Bier verzichten müssen.

"Schön ist, dass wir die Tradition hochhalten dürfen", sagt Joel Schön. Was dem 24-Jährigen weniger schmeckt, sind einige der Auflagen. Eigentlich wollten er und rund 20 Leute aus seiner Clique in Lederhosen und mit Dirndl ein zünftiges Weißwurstfrühstück mit Musik und Wiesn-Bier abhalten. Ein Ersatz für das abgesagte Oktoberfest, das eigentlich am Samstag starten sollte.

Als Erstes fiel das Wiesn-Bier den städtischen Auflagen zum Opfer. "Das wurde begründet mit dem Alkoholverbot, das am Samstag auf der Theresienwiese gelten wird", sagt Joel Schön, der sich in seiner Freizeit bei der Jugendorganisation der Freien Wähler engagiert.

Stadt verbietet Alkohol auf der Theresienwiese

Die Stadt erließ am Donnerstag, wie bereits erwartet wurde, zwei Allgemeinverfügungen: An den bekannten Hotspots Baldeplatz, Gärtnerplatz, Gerner Brücke, Wedekindplatz sowie an den Isarauen zwischen Reichenbachbrücke und Wittelsbacherbrücke gilt von Freitagabend bis Sonntagfrüh ein Alkoholverbot zum Außer-Haus-Verkauf ab 21 Uhr und zum Konsum im öffentlichen Raum ab 23 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages. Die zweite Verfügung betrifft die Theresienwiese. Dort gilt am Samstag ein Alkoholkonsumverbot auf der gesamten Fläche der Theresienwiese, von 9 Uhr morgens bis 6 Uhr des Folgetages.

Ziel dieses Verbots ist es, so die Begründung der Stadt, auf dem Gelände private Ersatzpartys zum ursprünglich geplanten Wiesn-Start mit hohem Infektionsrisiko zu unterbinden. Das Bußgeld für unerlaubten Alkoholkonsum beträgt mindestens 150 Euro. Wer gegen das Verkaufsverbot im Umgriff der Hotspots nach 21 Uhr verstößt, wird mit einem Bußgeld von mindestens 500 Euro belangt.

Wiesn-Demo nur alkoholfrei

Die Wiesn-Demo findet deshalb nun mit alkoholfreien Getränken statt. Normales Bier oder gar Wiesn-Bier sind tabu. Auf Softdrinks wollte niemand aus der Runde sich einlassen. Joel Schön: "Deshalb gibt's jetzt alkoholfreies Bier." Ziemlich skurril, wenn man bedenkt, dass die Kundgebung genau dort stattfindet, wo jedes Jahr zu dieser Zeit sechs Millionen Liter Bier an Gäste aus aller Welt ausgeschenkt werden.

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Immerhin: Anstoßen dürfen die Kundgebungsteilnehmer mit Glaskrügen, "wobei das eigentlich nur für den Auftakt und Fotos erlaubt werden soll", sagt Schön, der noch auf den schriftlichen Auflagenbescheid des KVR wartet. Die Veranstaltung wurde zudem auf den Nachmittag gelegt. Von 16 Uhr bis 19 Uhr steigt jetzt die Wiesn-Demo unterhalb der Bavaria. Der Grund: Am Samstag demonstrieren Klimaaktivisten in Tracht, zudem ist eine weitere Kundgebung angemeldet.

Organisatoren der Wiesn-Demo fühlen sich von Stadt gegängelt

Weil die Wiesn-Demo später startet, fällt das Weißwurstessen ins Wasser. "Dafür ist es am Nachmittag definitiv zu spät", sagt Schön. Zudem hätte jeder eigene Würste, Senf und Brezn mitbringen sollen. Andernfalls wäre ein entsprechendes Hygienekonzept erforderlich gewesen.

Zudem müssen die Teilnehmer den üblichen Mindestabstand zueinander einhalten. Sitzen wollen sie auf Bierbänken. Um die könnte es noch Streit geben. Denn mit Stühlen wäre es leichter, den Mindestabstand untereinander einzuhalten. Schön und seine Mitstreiter fühlen sich gegängelt: "Wir sind keine kleinen Kinder." Schön schrieb an OB Reiter einen Brief, in dem er die hohen Hürden kritisiert.


Hinweis der Redaktion: Mittlerweile hat der Veranstalter der Wiesn-Demo die Veranstaltung selbst abgesagt. Mehr dazu lesen Sie hier.

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