Interview

Am Anstich-Tag: Wiesn-Einzug der Klima-Aktivisten

Am Samstag gibt es einen zünftigen Einzug auf die Theresienwiese – von Öko-Aktivisten.
| Felix Müller
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Hier würde am Samstag normalerweise der zweiwöchige Wahnsinn losgehen, jetzt ist die Theresienwiese leer.
Hier würde am Samstag normalerweise der zweiwöchige Wahnsinn losgehen, jetzt ist die Theresienwiese leer. © Lukas Schauer

München - Die Klima-Aktivisten von Klimaherbst ziehen am Samstag, dem eigentlichen Start des Oktoberfests, auf die Theresienwiese. Maria Weise arbeitet beim Verein, der die Demo organisiert hat.

AZ: Frau Weise, was kaum ein Münchner weiß: Am Samstag gibt es doch einen selbsterklärten Wiesn-Einzug. Wie kommt es dazu?
MARIA WEISE: Beim Klimaherbst sind wir Wiesn-Fans und mussten schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass sie dieses Jahr nicht stattfindet. Dieses Vakuum in den Herzen wollen wir füllen. Der Einzug der Wirte repräsentiert München, das greifen wir auf. Das Traditionelle, die Blaskapellen – aber dazu zeigen wir all die Organisationen und Menschen, die sich für Klimaschutz einsetzen.

Die sind doch bekannt.
Man sieht oft die Forderungen, man sieht, was schief läuft. Wir wollen zeigen, was gut ist in München, was es schon gibt an Angeboten – ob es darum geht, mit dem Lastenrad zu fahren statt mit dem Auto oder seine Lebensmittel beim Kartoffelkombinat zu beziehen.

Klima-Aktivisten bringt man nicht unbedingt mit Trachten-Kultur in Verbindung. Ist es schwer, Ihre Aktivisten zu überzeugen, so Richtung Wiesn zu marschieren?
Alle Gruppen machen gerne mit. Ob Tracht oder nicht, das stellen wir natürlich frei. Viele sind Trachten-Fans. Wer sich nicht wohlfühlt, lässt es. Es gibt ja auch Wiesn-Gänger, die nicht in Tracht raus gehen.

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Sie haben die bayerische "Biokönigin" an Bord. War die schon davor Klimaaktivistin oder mussten Sie Überzeugungsarbeit leisten?
Die ist tatsächlich Aktivistin, Repräsentantin von Öko-Landbauernverbänden. Sie findet es wichtig, dabei zu sein, sie sieht das als ihre Aufgabe.

Was sind die politischen Forderungen Ihrer Wiesn-Demo?
Wir haben beschlossen, uns nicht so sehr auf Forderungen zu fokussieren, sondern zu zeigen, was schon da ist, was hier, in München, machbar ist. Aber natürlich würden wir uns von der Stadt wünschen, dass diese Projekte noch stärker unterstützt werden und bekannter werden können. Eigentlich wollen wir aber ganz positiv zeigen, was schon da ist.

Maria Weise vom Verein Klimaherbst.
Maria Weise vom Verein Klimaherbst. © privat

Welche Aktionen sind am Samstag noch geplant?
Wir werden auf der Theresienwiese ein Bild mit Straßenkreide malen, wir nennen es einen "Maßkrug der Möglichkeiten" und schreiben auf den Maßkrug, wie man in München klimafreundlich sein kann. Es gibt ja tolle Möglichkeiten. Da kann dann stehen: Ich beziehe meine Lebensmittel aus der Umgebung oder: Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit.

Demozug startet um 9.45 Uhr

Bei Ihrer Wiesn-Aktion soll auch Bio-Bier verteilt werden. Jetzt wird ein Alkoholverbot auf der Theresienwiese für Samstag geprüft. Vermiest Ihnen am Ende die Stadt die ganze Gaudi?
Nein, gar nicht. Wir hätten, wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, alkoholisches Bier ausgeschenkt. Jetzt gibt es wohl alkoholfreies von Haderner Bräu. Auch so kann man schön zusammenkommen. Das wird uns sicher nicht die Stimmung vermiesen,

Der Demozug startet am Samstag um 9.45 Uhr zwischen Altem Botanischen Garten und Luisengymnasium, die Route läuft über Stachus, Sonnenstraße und Schwanthalerstraße zur Theresienwiese. Ab 12 Uhr findet dort die Abschlusskundgebung statt. Die Veranstalter rufen dazu auf, die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.

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