Stadt fürchtet Wiesn-Fans: CSU fordert Betretungsverbot für Theresienwiese

Die Verwaltung befürchtet, dass am Samstag Oktoberfest-Fans mit Bier auf die Theresienwiese kommen - um den Anstich selber zu machen. Aus der Opposition kommen noch striktere Forderungen.
| Ralph Hub
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Jugendliche in Tracht tanzen und feiern vor der Bavaria. (Archivbild)
Jugendliche in Tracht tanzen und feiern vor der Bavaria. (Archivbild) © STL/imago

München - Rund 10.000 Menschen haben sich am vergangenen Samstag auf der Theresienwiese getroffen, um gegen Maskenpflicht und andere Corona-Beschränkungen zu protestieren.

Am kommenden Samstag könnten sich erneut zahlreiche Menschen unterhalb der Bavaria treffen, um in Tracht und mit viel Bier eine große Party zu feiern – denn eigentlich würde die Wiesn an diesem Tag starten, wäre sie nicht pandemiebedingt bereits vor Monaten abgesagt worden.

Wiesn-Partys auf Theresienwiese geplant?

Für die Stadtverwaltung und die Gesundheitsbehörde wären spontane Wiesnpartys ein Albtraum, denn die Infektionszahlen bleiben besorgniserregend hoch. Partys mit Musik und Alkohol haben auch am Gärtnerplatz, entlang der Isar und an einigen anderen Orten in der Stadt wegen der zahlreichen Verstöße gegen die Corona-Auflagen bereits für erheblichen Ärger gesorgt.

Jetzt droht ein weiterer Hotspot zu entstehen. Die Theresienwiese könnte in den kommenden Wochen zu einem beliebten Treffpunkt für weitere Corona-Partys werden. Oktoberfest-Fans, die in Tracht zu Hunderten zur Bavaria pilgern, die ihr Wiesnbier selbst mitbringen und kräftig feiern. Ohne dabei aber auf Abstand und die Hygienevorschriften zu achten, wie zu befürchten ist nach den Erfahrungen des Sommers an anderen Orten.

Stadt prüft Alkoholverbot für die Theresienwiese

Bezüglich eines drohenden Betretungsverbots für die Theresienwiese hielt man sich im Kreisverwaltungsreferat (KVR) am Montag noch bedeckt. "Wir haben die Sache auf dem Schirm", sagt KVR-Sprecher Johannes Mayer. Noch sei nichts entschieden. Mehr wollte das KVR zu dem Thema nicht sagen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist in diesem Punkt weitaus auskunftsfreudiger. "Die Stadt prüft bereits ein Alkoholverbot für die Theresienwiese am kommenden Samstag", teilte er in einer Erklärung mit.

Es habe sich immer wieder gezeigt, so der OB, dass Abstände gerade unter Alkoholeinfluss nicht mehr eingehalten werden. Reiter: "Ich will vermeiden, dass die Wiesn-Partys dort zum neuen Corona-Hotspot werden, zum Schutz aller Münchner."

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CSU will Betretungsverbot für Theresienwiese

Offenbar laufen sich die ersten Wiesnfans schon warm. Über Chatgruppen verschiedener Messengerdienste und in diversen Social-Media-Gruppen im Internet verabreden sich Wiesnfans bereits zum Feiern. Gerüchte über einen Trachten-Flashmob am Samstag auf der Wiesn kursieren. Flashmobs gab es bereits etliche – beispielsweise zur Wiesn 2019 in der Erhardtstraße, am Marienplatz sowie 2013 in der Waldwirtschaft und in den Riem Arcaden.

Ein Alkoholverbot auf der Wiesn, so kritisiert die CSU im Rathaus, "greift nicht weit genug und ist außerdem schwer kontrollierbar". Fraktionschef Manuel Pretzl: "Die Wiesn wurde abgesagt, und das aus gutem Grund – so schade auch ich persönlich das finde. Es wird der Tradition der Wiesn nicht gerecht, wenn der eigentliche Anstich-Samstag zu einer halbscharigen Privatparty wird – egal ob mit oder ohne Alkohol."

Die CSU fordert ein Betretungsverbot für die Theresienwiese am Samstag. Als charmante Alternative zum Feiern gebe es die Wirtshaus-Wiesn.

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