Von Fischer Vroni bis Armbrustschützen Die Wiesn-Zelte im AZ-Check - Welches passt zu mir?

Zum Feiern ins Zelt - aber in welches? Die AZ stellt Ihnen Wiesn-Zelte vor! Foto: dpa

Wiesnstammgäste haben ihr Lieblingszelt meist schon auserkoren. Aber wer sich noch nicht besonders gut auskennt auf dem Festgelände: Wir haben die großen Festhallen einmal unter die Lupe genommen.

 

Augustinerbräu-Festhalle

Das Augustiner ist das Zelt zu einem der beliebtesten Biere der Münchner. Damit ist es auch eines der beliebtesten Festhallen. Hier stimmt die Mischung zwischen Brauchtum, bayerischer Gemütlichkeit und ausgelassener Wiesngaudi, und nichts davon wirkt aufgesetzt. Junge wie ältere Semester kommen gern her.

Passt‘s zu mir? Im Augustinerzelt ist man richtig, wenn man die Wiesn wirklich genießen oder kennen lernen will – die Münchner-Quote ist hoch. Wer angesäuselte Touristen aufreißen mag, schaut sich vielleicht lieber anderswo um.

Ähnlich auch: Das Löwenbräu-Festzelt, nur original mit brüllendem Löwen auf dem Dach. Statt Augustiner trinkt man hier selbstverständlich Löwenbräu.

Armbrustschützen-Festzelt

Das Zelt der Armbrust-Schützengilde ist eines der traditionellsten Zelte auf dem Oktoberfest, entstanden 1895. Hier finden auch jedes Jahr zur Wiesn die „Deutschen Meisterschaften der Armbrust 30 m national“ statt. Davon bekommt man als Gast im Zelt allerdings nichts mit; das Armbrust schießen findet in einem gesonderten Bereich statt.

Passt‘s zu mir? Im Armbrustschützen-Festzelt geht es vergleichsweise gemächlich zu. Gut für den Wiesnbesuch mit Oma oder mit Kollegen, die man in der Arbeit Siezt. Die Eskalationsgefahr ist hier vergleichsweise gering. Vergleichsweise! Es ist immer noch eines der großen Zelte, am Abend stehen auch hier die Leute auf den Bänken.

Ähnlich auch: Die Ochsenbraterei. Weniger konservativ. Spezialität hier: Alles vom Ochsen, kinderfreundlich.

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Schützen-Festzelt

Im Schützenfestzelt feiern die jungen, schönen, der Nachwuchs der Käfer-Gäste, die Jeunesse dorée. Hier geht es wild und ausgelassen zu, preislich gehoben. Und an der Bar wird angebandelt, was das Zeug hält.

Passt‘s zu mir? Wenn das Dirndl nicht vom Discounter stammt und das Gesicht morgens nach dem Aufwachen noch nicht entknittern muss, ist das Schützenzelt eine gute Anlaufstelle. Singles kommen auf ihre Kosten!

Links oder rechts: Welche Bedeutung hat die Schleife beim Dirndl?

Käfer Wies‘n Schänke

In ist, wer drin ist! Beim Käfer geben sich die Promis die Hand. Und zwar nicht nur die, die sich für sehr prominent halten und sich vor jede Kamera schmeißen, die sie auf 100 Meter Entfernung wittern können. Sondern auch die, die das wie eine Almhütte errichtete, verwinkelte Zelt für seine versteckten Ecken schätzt, wo eben kein Promifotograf hinblitzt. Natürlich ist das Essen Spitzenklasse, ein Besuch im Käferzelt hat aber auch seinen Preis. Bis 1 Uhr geöffnet.

Passt‘s zu mir? Prominent. Oder jung, hübsch und kamerageil. Oder stilbewusst, Wert legend auf eine exklusive Umgebung, Liebhaber von exquisitem Essen. Preise dürfen dabei auf jeden Fall nicht so wichtig sein.

Kufflers Weinzelt

Ähnlich dem Käferzelt für gehobene Ansprüche. Allein schon weil es größer ist, geht es hier vielleicht einen Tick ausgelassener zu. Hier gibt es Wein, Bier nur in Form von Weißbier, und das nur bis 21 Uhr. Wenn die anderen Zelte schließen, herrscht vor dem Weinzelt, das auch bis 1 Uhr geöffnet hat, ein Gedränge, als tät es drinnen jetzt alles umsonst geben. Die Band gibt Gas, nach Mitternacht, wenn die anderen Zelte schon geschlossen haben, hört man sie über die ganze Wiesn.

Passt‘s zu mir? Ausgelassen feiern, aber in besserer Gesellschaft – das geht im Weinzelt wunderbar! Allerdings sollte man gerade nicht zu sehr aufs Geld schauen müssen dabei.

Ähnlich den beiden Promizelten: Das Marstall. Neu seit letztem Jahr. Kunterbunt, hochklassig. Etwas weniger prominent besetzt, mehr Firmenreservierungen.

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Fischer-Vroni

Auch in der Fischer-Vroni wird Augustiner ausgeschenkt (übrigens das einzige Bier, das auf dem Oktoberfest aus dem Holzfass ausgeschenkt wird). Die Fischer-Vroni hat sich zu einem relativ jungen Treff entwickelt, die Stimmung hier ist immer gut. An ihrer Seite reiht sich der Steckerlfisch, dessen Duft dem passierenden Wiesnbesucher in die Nase zieht, auch auf der Speisekarte finden sich viele Fischspezialitäten. Am zweiten Wiesnontag ist „Rosa Wiesn“, bei der die Queer Community die Sau rauslässt.

Passt‘s zu mir? In der Fischer-Vroni weiß das Publikum, gut zu feiern! Die Stimmung ist ausgelassen. Hier kann man einen schönen Abend mit alten und neuen Freunden verbringen, bei dem man zum Schluss rührselig Schlager gröhlt. Wer Fleisch und Bier gerade über hat, kann hier einen Weinschorle- Fisch-Abend einlegen.

Ähnlich auch: Die Bräurosl (nur eben ohne Fisch). Am ersten Wiesnsonntag findet hier der Gay Sunday statt.

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Hackerbräu-Festzelt

Das Hacker ist eines der jüngsten Festzelte – und so ist auch die Partystimmung. Regelmäßig ist das beliebte Zelt als eines der ersten dicht. Innen ist es liebevoll gestaltet, Wölkchen hängen am blauen Zeltdach, dem „Himmel der Bayern“. Für die Kulisse ist Rolf Zehetbauer verantwortlich, der auch Filme wie „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“ ausgestattet hat. Mit den Wurstspezialitäten macht man nichts verkehrt, denn der Wirt ist gelernter Metzgermeister.

Passt‘s zu mir? Jung oder junggeblieben, partyaffin und eventuell in Flirtlaune – da macht man im Hackerzelt nichts verkehrt!

Ähnlich: Die Schottenhamel-Festhalle. Mit Spaten- statt Hackerbier. Und konservativer. Allerdings sind die meisten jungen Leute entweder Fans vom Schottenhamel ODER Fans vom Hacker.

Ähnlich auch: Das Winzerer Fähndl, ein Paulaner-Zelt.

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Hofbräu-Zelt

Das Hofbräu-Zelt ist das Zelt der Superlative. Knapp 10 000 Gäste passen hier rein. Die Stimmung brodelt. Alle Touristen wollen hier rein, zur Mega-Wiesn-Party. Die ersten Bananen des Tages, die Komasäufer abtransportieren, landen mit Sicherheit hier. Aber es ist wie mit dem Hofbräuhaus selbst: Zwar ein Touristenmagnet, aber auch von Traditionsbewussten geliebt, die hier ihre Stammtische pflegen.

Passt‘s zu mir? Wer auf Wiesn-Irrsinn in seiner reinsten Form steht, wird hier glücklich. Und wer neue Leute aus aller Herren Länder kennen lernen und mit ihnen einen lustigen Wiesnabend verbringen möchte, ohne Angst vor Eskalation.

 

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