Unverhoffter Geldregen So will der TSV 1860 die Weigl-Millionen einsetzen

Julian Weigl lief bis 2015 für den TSV 1860 auf - viereinhalb Jahre später brachte der Mittelfeldspieler seinem Ex-Klub erneut eine Millionen-Summe ein. Foto: sampics/Augenklick

Der Transfer von Julian Weigl zu Benfica bringt dem TSV 1860 viel Geld. Die AZ zeigt, was sie damit anfangen können.

 

München - An der Grünwalder Straße wird derzeit "Denglisch" gesprochen. Nicht wegen Weltmeister Lothar Matthäus und dessen legendärem Deutsch-Englisch-Mischmasch ("I look not back, I look in front"). Wegen Ex-Löwe Julian Weigl.

Dank Weigl, bei Sechzig einst "Ju" gerufen, und dessen Winter-Wechsel von Borussia Dortmund zum portugiesischen Meister Benfica Lissabon, darf sich der TSV 1860 auf eine Finanzspritze freuen. Dank Weigl, nach dessen Abgang von 1860 zum BVB 2015 eine eingebaute Vertragsklausel die Partizipation an einem Weiterverkauf regelte, trudelt viereinhalb Jahre später ein Millionen-Sümmchen ein, das die Blauen bestens gebrauchen können. Thank Ju!

"Benfica ist ein großer Klub mit einer großartigen Geschichte", erklärte Weigl am Donnerstag in "Benfica TV", nachdem der portugiesische Ex-Nationalspieler und jetzige Lissabon-Sportchef Rui Costa den Bad Aiblinger auch zur Freude der Giesinger erfolgreich umworben hatte: "Ich hatte während dieser Unterhaltungen ein besonderes Gefühl und für mich war dann klar, dass ich kommen möchte", sagte Weigl.

Die AZ zeigt, wie viel von den 20 Millionen Euro Ablösesumme für den TSV bleibt, was die Giesinger damit anfangen können und welche Ex-Löwen auf einen weiteren Geldregen hoffen lassen.

So viel bekommt der TSV 1860 durch den Weigl-Transfer

Nicht die oft kolportierten zehn Prozent der Ablöse bleiben für 1860 übrig, stellte Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel bereits im vergangenen Sommer klar. Auch damals war bereits mit einem Weigl-Wechsel spekuliert worden. Von den 20 Millionen bleibe "ein bisschen weniger". Nach AZ-Informationen sind es sieben bis acht Prozent, also zwischen 1,4 und 1,6 Millionen. Immer noch ein schöner Batzen, dessen Verwendung es allerdings wohl mit Investor Hasan Ismaik abzuklären gilt.

Zum Vergleich: Der gesamte Spieleretat für die Spielzeit 2020/21 wurde von Finanz-Geschäftsführer Michael Scharold mit 2,4 Millionen veranschlagt. Kurios: Benfica hat für Weigl (Vertrag bis 2024) eine Ausstiegsklausel in Höhe von 100 Millionen festgesetzt.

Das sind die Baustellen des TSV 1860

Ob Gorenzel bereits eine Vorahnung über den Millionen-Deal hatte? "Wir gehen ganz klar davon aus, dass wir mehr als 2,4 Millionen Euro zur Verfügung haben werden", erklärte der 47-Jährige Mitte Dezember über Sechzigs Finanzplanungen. Voraussichtlich kann die sportliche Leitung mit Trainer Michael Köllner und Gorenzel in den kommenden ein, zwei Spielzeiten nun tatsächlich mit einem größeren Budget planen. Heißt auch: Mit frischem Geld verbessert sich die Verhandlungsposition des TSV im Ringen um eine Vertragsverlängerung von Spielmacher Efkan Bekiroglu (Kontrakt endet im Juni 2020), auch der ein oder andere zuvor aus Finanznöten nicht eingeplante Akteur kann gehalten werden.

Und: Die Suche nach einem Ersatzkandidaten für den im Sommer scheidenden Torjäger Sascha Mölders gestaltet sich ebenfalls einfacher – selbst die Überredungskünste, den bald 35-Jährigen doch noch länger zu halten, dürften mit einem dickeren Geldbündel aussichtsreicher sein. All das lässt Sechzigs Aufstiegsambitionen wachsen.

Der TSV 1860 könnte auch bei Uduokhai und Pongracic kassieren

Abwehrspieler Felix Uduokhai (VfL Wolfsburg, Marktwert laut "transfermarkt.de" 8,5 Millionen) könnte im kommenden Sommer von seinem Leih-Klub FC Augsburg fest verpflichtet werden. Die andere heiße Aktie heißt Marin Pongracic (Red Bull Salzburg, 6 Mio.). Gut möglich, dass Sechzig auch diesem Duo mit entsprechenden Vertragsklauseln noch einmal danken wird.

 

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