Umbruch im Sommer Neuzugang Timo Werner? FC Bayern mit Millionen-Angriff

Gegenwart und Zukunft im Sturm des FC Bayern: Robert Lewandowski und Thomas Müller sowie Timo Werner, der aktuell noch bei RB Leipzig spielt. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der FC Bayern München plant in Zukunft mit Timo Werner im Sturm. "Ich bin involviert und zufrieden", sagt Trainer Niko Kovac zu den Transferplanungen. Doch bei zwei Topstars droht ab Sommer Ärger.

 

München - Niko Kovac wollte am Donnerstag ein bisschen wie Uli Hoeneß sein. Bei der Frage zum Transferthema der Woche, zu Timo Werner also, gab sich der Trainer des FC Bayern unwissend. "Deutscher Nationalspieler, nicht?", fragte er in die Runde, als ob er es nicht besser wüsste: "Guter Spieler!"

Hoeneß hatte am Wochenende im Sport1-"Doppelpass" einen ähnlichen Auftritt, als er meinte: "Timo Werner? Ist das ein Fußballspieler?"

FC Bayern will Timo Werner haben

Die Entscheider beim FC Bayern machen sich einen Spaß aus der Personalie, die für die kommenden Jahre von größter Bedeutung ist. Und der Umgang von Hoeneß und Kovac damit zeigt eines: Sie sind sich ihrer Sache ziemlich sicher. Selbstverständlich haben die Münchner eine gute Position. Werner, bis 2020 vertraglich an RB Leipzig gebunden, könnte nur noch im Sommer 2019 für viel Geld verkauft werden. Laut "Bild" wäre der 22-Jährige schon für 40 Millionen Euro zu haben.

Ein Schnäppchen angesichts der Irrsinnssummen, die sonst für Mittelklassespieler ausgegeben werden. Und falls sich Bayern und Leipzig nicht einigen können, kommt Werner eben 2020 ablösefrei. Bei dieser Ausgangslage lässt es sich leicht scherzen.

Auch Liverpool ist an Werner interessiert

"Timo ist ein interessanter Spieler. Da ist klar, dass sich einige Vereine für ihn interessieren", sagt Werners Berater Karlheinz Förster, früher eisenharter Verteidiger in der deutschen Nationalmannschaft. "Derzeit gibt es sehr viele Spekulationen, an denen ich mich aber nicht beteilige."

Nach AZ-Informationen hat Werner auch beim FC Liverpool Bewunderer, doch inzwischen ist sich der Spieler offenbar mit Bayern über einen Wechsel einig. "Wenn man in Deutschland bleiben will, gibt es eigentlich von Leipzig aus nur einen Klub, zu dem man wechseln kann", sagte Werner im Dezember. Klar: Den FC Bayern.

Wenn Werner kommt - was wird aus Müller?

Die Personalie Werner ist vor allem deshalb so interessant, weil sie zwei der wichtigsten Bayern-Spieler der vergangenen Jahre unmittelbar betrifft: Robert Lewandowski und Thomas Müller. Lewandowski wurde von Kovac in dieser Saison zum Anführer aufgebaut, er ist nun dritter Kapitän. In einem "Kicker"-Interview stellte Kovac jüngst klar, dass der Pole, immerhin auch schon 30 Jahre alt, der Nummer-eins-Stürmer bei Bayern bleiben werde. Angesprochen auf Werner, meinte Kovac: "Wir müssen immer abwägen, ob und wie wir uns verbessern können. Wir können für 50, 60 Millionen Euro Top-Leute kaufen, aber es ist dann nicht so einfach, einen davon auf die Bank zu setzen."

Die Bosse denken sicher ähnlich, doch sie treibt auch die Sorge um, bei einem weiteren deutschen Juwel zu spät zu kommen. Leroy Sané (23) etwa, der mit Werner und Serge Gnabry (23) den Angriff der deutschen Nationalmannschaft bildet, ließen sich die Münchner entgehen.

Der Druck auf Lewandowski wird wachsen

Das soll im Fall Werner nicht passieren. Und so muss Kovac ab Sommer wohl einen Spieler integrieren, der den Druck auf Lewandowski erhöhen wird. So richtig gern hat der Torjäger das ja bekanntlich nicht. Da Werner flexibel einsetzbar ist, wäre auch eine bayerische Doppelspitze möglich. Auf der offensiven Außenbahn kann der Leipzig-Star ebenso spielen.

Für Bayern sind das gute Aussichten – für Thomas Müller eher nicht. Denn die Situation des Weltmeisters würde bei einem Werner-Transfer noch komplizierter werden. Schon jetzt hat er es sehr schwer unter Kovac, viermal in Folge saß Müller zuletzt auf der Bank. Wo soll dann im Millionen-Angriff mit Lewandowski und Werner Platz sein? Möglich, dass der Ur-Bayer Müller dann sogar über Abschied nachdenkt.

Am Samstag in der Partie bei Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr/Sky live) könnte Müller aber mal wieder in der Startelf stehen – die Personallage ist angespannt (siehe unten). "Lewy braucht Unterstützung", sagte Kovac. "Allein bist du ein relativ einfaches Ziel für die Gegenspieler." Darum brauche es jemanden, der "in die Spitze mit hineinstößt". Dies ist Müllers Paraderolle. Aber wie lange noch? "Ich bin da schon involviert und zufrieden", sagte der Coach zu den Transferplanungen der Bayern. Speziell bei Timo Werner sind sie sich sehr sicher.

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