Stars kokettieren mit Abschied FC Bayern: Wie ein Thiago-Abgang zum Alaba-Verbleib führen könnte

David Alaba (l.) und Thiago vom FC Bayern München. Lockt Guardiola das Duo auf die Insel? Foto: imago images / Sven Simon

Seit Monaten ranken sich um Thiago und David Alaba vom FC Bayern München Wechselgerüchte. Ein Abschied der beiden Leistungsträger wäre ein herber Verlust. Doch der Abgang des einen könnte ein schlagkräftiges Argument für den Verbleib des anderen liefern.

 

München - Beim FC Bayern könnte es aktuell kaum besser laufen. Die Münchner fuhren souverän die achte Meisterschaft in Folge ein und machten kurz darauf mit dem DFB-Pokalsieg das Double perfekt. Sogar der so sehnlich erwartete Transfer von Leroy Sané wurde perfekt gemacht - trotz Corona-Krise.

"Ich sehe sportlich und wirtschaftlich nicht nur, aber vor allem in der heutigen Zeit keinen Verein, bei dem man es besser haben könnte", schrieb der ehemalige Bayern-Profi Lothar Matthäus jüngst in seiner Kolumne für "Sky Sport". Und dennoch kokettieren zwei Leistungsträger und Fixpunkte der Bayern mit einem Wechsel: David Alaba und Thiago.

David Alaba: Inter Mailand soll starkes Interesse haben

Laut Medienberichten aus Italien soll Inter Mailand großes Interesse an Alaba zeigen. Das Münchner Eigengewächs, seit rund zwölf Jahren im Verein, zögert mit der Verlängerung seines bis 2021 laufenden Vertrages.

Gleiches gilt für Thiago. Beim zentralen Mittelfeldspieler stehen die Zeichen noch deutlicher auf Abschied - der FC Liverpool wird als heißer Kandidat gehandelt. Sogar Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gab zuletzt öffentlich zu, dass Thiago "noch einmal etwas Neues machen möchte". Sollte die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp ein akzeptables Angebot abgeben, wird Thiago München wohl nach sieben Jahren verlassen.

David Alaba: "Habe schon noch einen offensiven Drang"

Zweifellos ein schmerzlicher Verlust für die Bayern. Obwohl der Spanier immer wieder dafür kritisiert wird in "großen" Spielen keine Leistung zu bringen, sind seine fußballerischen Qualitäten unbestritten. Doch ein Thiago-Abgang könnte für die Bayern auch eine Chance darstellen, er könnte sogar dabei helfen, Alba von einem Verbleib an der Isar zu überzeugen.

Denn obwohl der Österreicher unter Trainer Hansi Flick als Innenverteidiger brilliert, hat er nie einen Hehl daraus gemacht, dass seine Lieblingsposition eine andere ist: als Sechser vor der Abwehr. "Ich habe schon noch einen offensiven Drang in mir und möchte nach vorne kommen", sagte der Österreicher vor einigen Monaten über seine Rolle in der Defensive.

In der österreichischen Nationalmannschaft darf er diese Position schon seit Jahren wahrnehmen - und weiß zu überzeugen. So gut Alaba als Innenverteidiger auch ist, als solcher kann er seinen offensiven Drang nicht wirklich ausleben. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum die Verhandlungen stocken.

FC Bayern: Thiago, Martínez und Tolisso könnten gehen

Wenn er in den vergangenen Monaten auf seine Rolle als Abwehrchef angesprochen wurde, gab sich der 28-Jährige diplomatisch, aber auch zurückhaltend. "So wie wir im Moment spielen, macht das wirklich Spaß, auch in der Innenposition. Aber die Rückrunde ist noch lang, ich weiß, dass ich erstmal auf der Position innen gesehen werde. Wie es in der Zukunft aussieht, weiß ich jetzt noch nicht", sagte Alaba im Januar und unterstrich wider seinen "offensiven Drang". Ein Statement eines Teamplayers - aber auch kein klares Bekenntnis zur Position des Innenverteidigers.

In dieser Saison hatten die Bayern auf der Sechserposition kaum Bedarf, Flick konnte fast schon aus einem Überangebot schöpfen. Doch der Abgang von Javi Martínez gilt als fast sicher, auch Corentin Tolisso wird als Wechselkandidat gehandelt. Geht auch noch Thiago, werden auf der Position mehr Einsatzminuten frei - vielleicht ja sogar für Alaba.

FC Bayern: Wohin mit Süle und Hernández?

Das Duo Joshua Kimmich und Leon Goretzka dürfte als Stammpersonal weiterhin gesetzt sein. Aber auch die brauchen mal eine Verschnaufspause. Warum sollte Alaba dann nicht die Chance bekommen, zu zeigen, was er als Sechser bewirken kann. Vor der Saison hätten wohl auch die wenigsten erwartet, dass der frühere Rechtsverteidiger Kimmich zum Vollzeit-Sechser wird.

Die Qualitäten die Flick beim Innenverteidiger Alaba lobt, würden auch ziemlich gut ins Profil eines Abräumers vor der Viererkette passen. "Er hat eine sehr gute Spieleröffnung, leitet unser Offensivspiel mit guten Pässen ein, manchmal über zwei Linien und wie er dazu die Abwehr zusammenhält, ist einfach große Klasse", lobte Flick nach dem 5:2-Sieg gegen Frankfurt.

Zudem hatten die Bayern zu Saisonbeginn mit einem anderen Innenverteidiger-Duo geplant, das nach Verletzungspause zur neuen Spielzeit wieder zur Verfügung stehen wird: Niklas Süle und Lucas Hernández. Ersterer war vor seinem Kreuzbandriss auf dem besten Weg, zum neuen Abwehrchef zu werden.

Sechser-Position als starkes Argument für Alaba-Verbleib

Hernández wurde zwar in seiner ersten Saison von Verletzungen ausgebremst, die Bayern hätten ihn aber wohl kaum zum teuersten Neuzugang der Bundesliga-Geschichte gemacht, wenn sie nicht von seinen Qualitäten überzeugt wären. Beide sind auch noch ein paar Jahre jünger als Alaba. Dass sich Süle oder Hernández dauerhaft mit einer Bankrolle zufrieden geben, ist unwahrscheinlich.

In den stockenden Vertragsverhandlungen mit Alaba wären Einsatzminuten auf seiner Lieblingsposition sicher ein starkes Argument. Vielleicht hat ein Thiago-Abgang für die Bayern in diesem Sinne doch noch etwas Gutes.

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