Sportdirektor unter Druck FC Bayern: Kriegt Hasan Salihamidzic den Kader geflickt?

Nach dem 2:5 in Nürnberg wollen sie besprechen, was bei Transfers "machbar ist und was nicht": Trainer Hansi Flick (r.) und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Foto: Peter Kneffel/dpa, imago/MIS, AZ-Montage

Hasan Salihamidzic, der Sportdirektor des FC Bayern, sucht neue Spieler. Trainer Hansi Flick und Joshua Kimmich erhöhen nach dem 2:5 in Nürnberg den Druck. 

 

München - Nur noch 18 Tage bleiben Hasan Salihamidzic, um seinen Trainer zufriedenzustellen. Am 31. Januar schließt das Transferfenster für diesen Winter – und Hansi Flick wünscht sich noch mindestens zwei neue Spieler. Dass der Kader des FC Bayern dringend Verstärkung braucht, zeigte die 2:5-Klatsche beim Testspiel gegen Zweitligist 1. FC Nürnberg am Samstag deutlich auf. Die Münchner wirkten besonders defensiv anfällig. Und das nicht nur in der zweiten Halbzeit, als eine C-Elf mit Nachwuchskräften auflief. Das Besorgniserregende für Flick: Bayern hat eine Woche vor dem Rückrundenstart gegen Hertha BSC schlicht keine Alternativen.

Nach 2:5-Klatsche: Wintertransfers gesucht

"Wichtig war, dass es uns gelungen ist, die Spieler verletzungsfrei über die Runden zu bekommen", sagte der Coach deshalb in Nürnberg. "Es ist wichtig, dass wir dieses Spiel heute mal mitnehmen und dann gut analysieren." Aus Flicks Sicht ist klar, dass die hohen Ziele der Münchner, also der Gewinn des Doubles und ein Vorstoß bis ins Halbfinale der Champions League, nur dann zu erreichen sind, wenn es Wintertransfers gibt. Ein Rechtsverteidiger und ein Außenstürmer sollen kommen.

Er werde jetzt noch einmal mit Sportdirektor Salihamidzic "gemeinsam die Dinge analysieren, was machbar ist und was nicht", sagte Flick. Ein neuer Spieler müsse einer sein, "der uns weiterbringt, der in unsere Philosophie passt."

Salihamidzic sagte in Doha, dass er in puncto Verpflichtungen "in keiner Sache weit" sei. Via "Bild am Sonntag" erklärte er: "Der finanzielle Rahmen muss passen und – noch wichtiger – die Qualität des Spielers muss stimmen. Unsere Mannschaft sinnvoll zu verstärken, ist nicht leicht. Außerdem ist der Transfermarkt im Winter dünn."

Problem: Teure Transfers im Sommer geplant

Da hat Brazzo natürlich Recht, trotzdem sollte ein Weltklub mit den finanziellen Mitteln des FC Bayern in der Lage sein, zwei adäquate Spieler zu bekommen. Auch jetzt. Was eher das Problem zu sein scheint: Die Münchner sparen für den Sommer. Dann sollen mit Leroy Sané und Kai Havertz zwei Spieler verpflichtet werden, die im Paket wohl an die 200 Millionen Euro kosten.

Und damit wird es ja längst nicht getan sein. Nach dieser Saison enden die Leihverträge mit Ivan Perisic und Philippe Coutinho, Bayern muss entscheiden, ob man beide Spieler fest verpflichtet. Neben einem Rechtsverteidiger könnte der Kader auch einen robusten Sechser vertragen. Der Vertrag von Javi Martínez läuft schließlich 2021 aus, es ist möglich, dass der Spanier Bayern im Sommer verlässt.

Beim Blick auf die Vertragslaufzeiten erkennt man generell noch eine andere Schwierigkeit: Gleich acht Spieler haben ein Arbeitspapier, das nur bis 2021 Gültigkeit besitzt, darunter die Topstars Manuel Neuer, Thomas Müller, Thiago und David Alaba. Spieler also, die bleiben sollen – und die bei einer Unterschrift nicht unbedingt weniger Geld bei Bayern verdienen wollen.

Druck von Trainern und Spielern auf Sportdirektor Salihamidzic

Kriegt Brazzo den Kader geflickt? Diese Frage bezieht sich nicht nur auf diesen Winter, sondern auf die weiteren Monate und Jahre. Doch die Zeit drängt schon jetzt. Die Winterperiode sei dazu da, "um Dinge zu regulieren. Das werden die Spieler mit Sicherheit auch nicht anders sehen", erklärte Flick während des Rückflugs aus Doha.

Joshua Kimmich meinte nach dem Nürnberg-Spiel: "Fakt ist, dass wir momentan dünn besetzt sind. Wenn wir wirklich bis zum Ende auf drei Hochzeiten tanzen möchten, sind wir schon darauf angewiesen, dass wir mehr als 13,14 fitte Spieler haben." Die Stars folgen Flick auch in der Kaderfrage – was den Druck auf Salihamidzic weiter erhöht.

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