Robben-Verletzung und Sané-Poker Probleme im Angriff: Stürmische Zeiten beim FC Bayern

, aktualisiert am 18.07.2016 - 17:43 Uhr
Bayerns neuer Trainer Carlo Ancelotti muss nach der erneuten Verletzung von Stürmer Arjen Robben umdisponieren. Kommt Nationalspieler Leroy Sané nach München? Foto: dpa

Nach der erneuten Verletzung von Offensiv-Star Arjen Robben haben die Bayern ein akutes Problem im Angriff. Kommt jetzt Leroy Sané doch noch? Dessen Vater sagt: "Bayern ist in der Verlosung".

 

München - So schnell kann’s gehen. Aus dem vermeintlichen Luxusproblem ist zumindest kurzfristig ein ernsthaftes geworden – aus einem möglichen Überangebot ein Mangel in der Offensivabteilung des FC Bayern. Die Verletzung von Arjen Robben bringt die Münchner nun möglicherweise sogar noch einmal unter Zugzwang auf dem Transfermarkt.

"Still ruht der See", hatte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei der Vorstellung des neuen Trainers Carlo Ancelotti über mögliche Aktivitäten des FC Bayern gesagt. Damit waren in erster Linie der beschlossene Abschied Medhi Benatia und der bevorstehende Mario Götzes gemeint.

Rummenigge betonte aber: "Ich würde die Tür nicht zumachen, was Zugänge betrifft. Der Transfermarkt ist bis 31. August geöffnet." Der 60-Jährige erinnerte an die schwere Verletzung (Kreuzbandriss), die Javi Martinez vor zwei Jahren erlitten und den Verein zum Handeln (Benatia) gezwungen hatte. Auch wenn Robben wohl "nur" sechs Wochen ausfällt, ist ein ähnliches Szenario erneut eingetreten. Denn in der Offensive und speziell auf den Außenpositionen herrscht plötzlich Notstand.

Aufgrund einer Oberschenkelverletzung hat Douglas Costa schon seine Teilnahme an den Spielen in Rio de Janeiro, die Anfang August beginnen, absagen müssen. Der Brasilianer absolviert aktuell ein Rehaprogramm in München, wann er auf den Platz zurückkehrt, ist unklar. Kingsley Coman weilt noch im EM-Urlaub, ebenso wie Thomas Müller, der eine form- und torlose Europameisterschaft hinter sich hat und den Ancelotti wohl ohnehin eher als hängende Spitze hinter Robert Lewandowski einplant.

Dass Götze an Borussia Dortmund abgegeben wird, ist bereits beschlossene Sache und nur noch eine Frage der Höhe der Ablösesumme. Damit steht dem FC Bayern für die Abteilung Attacke aktuell einzig Franck Ribéry zur Verfügung.

Der Franzose ist nach seiner langen Zwangspause (Knöchelprobleme) in der vergangenen Saison wieder fit und hinterlässt bislang einen guten Eindruck. Wie stabil der Gesundheitszustand des 33-Jährigen unter voller Wettkampfbelastung ist, wird sich aber erst noch zeigen müssen.

Bleibt die Frage, wie der FC Bayern nun reagiert. "Wir wären nicht gut beraten, die Karten offen auf den Tisch zu legen", hatte Rummenigge aus verhandlungstaktischen Gründen über mögliche Transfers gesagt. Nach der Robben-Verletzung kommt in den Überlegungen der Bayern nun auch Schalkes Leroy Sané wieder ins Spiel. Das 20 Jahre alte Offensivjuwel würde perfekt ins Beuteschema passen, wurde ohnehin bereits als möglicher, langfristiger Nachfolger für Robben, 32, diskutiert. Gut möglich, dass Rummenigge bereits hinter den Kulissen um den Nationalspieler pokert. "Das ist ohne Frage ein guter Spieler"

"Real Madrid und die Bayern sind auch noch in der Verlosung"

"Ich möchte aber keine Gerüchte kommentieren", sagte er nun. Pikant dabei: Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola und Manchester City sollen sich ebenfalls intensiv um eine Verpflichtung des schnellen, frechen Offensivspielers bemühen. Zuletzt kursierten Gerüchte, Sané sei sich bereits mit den Engländern über einen Vier-Jahres-Vertrag einig. Im kommenden Sommer könnte er die Königsblauen dank einer Ausstiegsklausel für 37 Millionen Euro verlassen. Für einen vorzeitigen Wechsel soll Schalke mindestens 50 Millionen fordern und schon mit City über die Ablösesumme verhandeln. Funken da die Bayern jetzt dazwischen?

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"Real Madrid und die Bayern sind auch noch in der Verlosung", sagte Leroy Sanés Vater Souleymane Sane am Samstag bei Sky. Und Ex-Bayern-Kapitän Lothar Matthäus sieht sogar noch weiteren Bedarf für Verstärkungen. "Ancelotti spielt mit einer typischen und nicht einer hängenden Nummer neun. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass er sich nach einem Backup für Robert Lewandowski umschaut", sagte der Rekordnationalspieler zuletzt der AZ: "Ich glaube nicht, dass er auf dieser Position ganz vorne so sehr auf Müller bauen würde." In der Rolle als Mittelstürmer hatte sich Müller in der Nationalelf bei der EM nach eigener Aussage "nutzlos" gefühlt.

Klingt nach einem spannenden Transfersommer beim FC Bayern.

 

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