PSG-Transfer steht bevor Boatengs Bayern-Abschied: Eine Frage der Zeit

Der Wechsel von Jérôme Boateng zu Paris Saint-Germain bahnt sich langsam aber sicher an. Foto: imago/GEPA Pictures

Der Wechsel von Bayern-Verteidiger Jérôme Boateng zu Paris Saint-Germain steht kurz bevor. Es geht nur noch um die Ablöse, die bei 50 Millionen Euro liegen soll. Geht der Nationalspieler, soll Benjamin Pavard kommen.

München - Es kann jetzt alles sehr schnell gehen mit Jérôme Boateng und dem Transfer zu Paris Saint-Germain. Womöglich ist es lediglich eine Frage von (wenigen) Tagen oder sogar Stunden. Laut AZ-Informationen müssen sich nur noch der FC Bayern und der französische Meister auf die Ablösekonditionen für den Innenverteidiger einigen.

Der aus Katar finanzierte Verein müsste aufgrund der Financial-Fairplay-Regeln erstmal Einnahmen generieren statt einzukaufen – doch die PSG-Macher haben immer einen Weg gefunden, die Uefa-Regularien zu umgehen. Etwa: Erstmal den Spieler für ein paar Milliönchen ausleihen, dann ein Jahr darauf die vereinbarte dicke Ablösesumme überweisen. So wie man das mit Kylian Mbappé gemacht hat, der 2017 von der AS Monaco geholt wurde.

Bayern will 50 Millionen Euro für Boateng

Die Bayern-Bosse um Karl-Heinz Rummenigge wollen Boateng gerne an PSG verkaufen, im Idealfall rund 50 Millionen Euro Ablöse erzielen. Trainer Niko Kovac dagegen sagt beziehungsweise muss wie am Freitagmittag sagen: "Ich gehe davon aus, dass am Ende des Monats, wenn das Transferfenster schließt, alle Spieler noch hier sind." Im Falle Boateng unwahrscheinlich. Wird in den Gesprächen zwischen Bayern und PSG bis Samstagnachmittag kein Durchbruch erzielt, könnte Boateng mit zum Supercup nach Frankfurt reisen. Er sei "fit, gesund und eine Alternative für das Wochenende", so Kovac, der "Stand jetzt!" hinzufügte. Alles klar.

Den Test am Mittwochabend gegen den FC Rottach-Egern (20:2) hatte Boateng am Tegernsee nicht mitgemacht. Für den 29-Jährigen könnte der Trip mit seinen Mitspielern nach Frankfurt ein wunderbarer Abschluss sein, noch dazu mit einem Titel – ob er dann zum Einsatz kommt oder nicht.

Lediglich James Rodríguez (Prellung) könnte ausfallen. Serge Gnabry, der nach muskulären Problemen eine zweitägige Trainingspause erhielt, ist wieder fit. Auf diese eventuell letzte Dienstreise als Bayern-Profi habe Boateng richtig Lust, so ist zu vernehmen. Aber alle Seiten kennen das Geschäft. Sobald eine Einigung zwischen den Vereinen erzielt wird, fliegt der Weltmeister von 2014 nach Paris.

Geht Boateng, wird Pavard wohl sofort kommen

Dass sich viele langjährige Weggefährten und Meinungsführer im Team wie Franck Ribéry und zuletzt Arjen Robben ("Jérôme gehört für mich zu den besten Innenverteidigern der Welt. Er ist sehr, sehr wichtig für diese Mannschaft") so explizit für ihn und seinen Verbleib ausgesprochen haben, hat Boateng ebenso gefreut wie Kovac. "Wenn ein Spieler sich für einen Mitspieler starkmacht, zeigt es, dass es stimmt. So etwas braucht eine Fußball-Mannschaft. Wir sind Einzelkämpfer, müssen aber gemeinsam in eine Richtung laufen." Aber Kovac ist sich der Situation bewusst: "Ich weiß nicht, was passieren wird." Er ahnt es. Somit dürfte es seit dem Wechsel 2011 von Manchester City bei Boatengs 258 Pflichtspielen und sechs Meistertiteln im Bayern-Trikot bleiben. Dazu kommt der Triumph in der Champions League 2013. (Lesen Sie auch: Boateng-Zwist - Chefs und Spieler sind sich uneins)

Wenn Boateng geht, wird wohl Benjamin Pavard (22) vom VfB Stuttgart, der französische Weltmeister, sofort kommen. Ohnehin soll es eine Vereinbarung zwischen dem variablen Außen- und Innenverteidiger und den Bayern für den Beginn der Saison 2019/20 geben – Kostenpunkt 35 Millionen Euro. Im Falle des Boateng-Abschieds würde man in München zehn bis maximal 15 Millionen für einen sofortigen Pavard-Transfer drauflegen. So läuft's Business.

 

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