Präsident hält sich zurück FC Bayern: Darum hat sich Uli Hoeneß noch nicht zu Joachim Löw geäußert

Die Situation zwischen dem FC Bayern (Präsident Uli Hoeneß, l.) und dem DFB (Bundestrainer Joachim Löw, r.) war schon mal besser. Foto: Matthias Balk/dpa, GES/Augenklick, AZ-Montage

Es war wohl der größte Aufreger des bisherigen Fußball-Jahres: Die Ausbootung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng aus der Nationalmannschaft. Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern hat sich mit einem Statement dazu noch zurückgehalten - auch aus Rücksicht vor Joachim Löw

 

München - Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern hat sich mit Bedacht nicht gleich zur Ausbootung der Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng aus der Nationalmannschaft geäußert. "Hätte ich gesagt, was ich denke, hätte das Internet erst einen Salto rückwärts und dann vorwärts gedreht. Das wollte ich mir ersparen – und Jogi Löw übrigens auch", sagte Hoeneß in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Vereinsmagazins "51".

Anders als der Bayern-Präsident hatten Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic gehandelt. Sie bezeichneten "den Zeitpunkt und die Umstände der Bekanntgabe dieser Entscheidung an die Spieler und an die Öffentlichkeit" in einem gemeinsamen Statement als fragwürdig. Karl-Heinz Rummenigge äußerte im AZ-Interview die Befürchtung, dass die Ausbootung Unruhe in den Verein bringe.

Uli Hoeneß: FC Bayern soll familiär bleiben

Neben der Ausbootung äußerte sich Uli Hoeneß auch zur zukünftigen Ausrichtung der Münchner. Für den Bayern-Präsident ist es wichtig, dass auch die nachfolgende Generation an der Spitze des Rekordmeisters den FC Bayern wie eine Familie betrachtet. "Auf jeden Fall ist das etwas, das man auf keiner Universität lernen kann oder das du einem Headhunter ins Anforderungsprofil mitgibst. Das hat viel mit dem Charakter der handelnden Personen zu tun." Er versuche, Sportdirektor Hasan Salihamidzic "dieses Motiv nachhaltig zu vermitteln". Auch beim wahrscheinlichen künftigen Vorstandschef Oliver Kahn sei er in dieser Hinsicht "zuversichtlich".

Über seinen eigenen beruflichen Weg sagte Hoeneß: "Bis auf meine Steuergeschichte habe ich nicht so viele gravierende Fehler gemacht. Ich habe den Beruf immer geliebt und mein Herzblut investiert." "Learning by doing" sei "nicht das Schlechteste im Leben, denn es gibt nicht für alles ein Handbuch. Man muss den Mut haben, Entscheidungen zu treffen – auch mal aus dem Bauch heraus".

 

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