Präsident des FC Bayern 65. Geburtstag: Der Ehrentag des Uli Hoeneß

Uli Hoeneß feiert am 5. Januar seinen 65. Geburtstag. Foto: sampics/Augenklick

65 und kein bisschen leise! Präsident Hoeneß feiert am Donnerstag seinen Geburtstag. Er mischt sich wieder ein, will einführen, dass Deutsch bei Bayern Amtssprache wird. "Sonst müssen die Spieler zahlen".

 

München - Nein, auf sein Altenteil zurückziehen und die Welt voll Altersmilde betrachten, wird sich Uli Hoeneß auch ab Donnerstag nicht. Da feiert der Bayern-Präsident seinen 65. Geburtstag. Mit Gedanken an den Eintritt ins Rentenalter wird er sich nicht aufhalten. Im Gegenteil! Hoeneß ist voller Tatendrang. Erst im November haben die Bayern-Mitglieder ihren Uli mit großer Mehrheit wieder zum Präsidenten gewählt. Nein, das Wort gekrönt passt zum Bayern-Patriarchen besser. Hoeneß hat eine Menge versprochen, "ein Kümmerer" wolle er sein, "ein Bindeglied", dafür sorgen, dass der Verein, den er geprägt hat wie kein Zweiter, seiner "ungeheuren sozialen Verantwortung wie bisher gerecht wird".

Hoeneß blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Vor 35 Jahren überlebte der Metzgersohn als einziger der vier Passagiere den Absturz eines Propellerflugzeuges. Als Spieler gewann er mit Bayern nahezu alle wichtigen Titel im Vereinsfußball, 1974, ‘75 und ‘76 den Europapokal der Landesmeister. Mit der Nationalelf wurde er 1972 Europa-, 1974 Weltmeister. Mit 27 dann Bayern-Manager.

637 Tage: Hoeneß über seine Haft-Zeit

Seit dem 25. November 2016 bewegt sich Hoeneß wieder lustvoll auf dem Parkett, auf dem er selbstverschuldet lange nicht zu sehen war. Zwischen dem 2. Juni 2014 und 29. Februar 2016 saß er wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe im Gefängnis. Insgesamt 637 Tage lang. Die zweite Hälfte der Strafe wurde ihm erlassen. Weil sich der Uli hinter Gittern so vorbildlich aufgeführt hat. Die Hoffnung auf diese sogenannte Halbstrafe sei eine "ungeheure Anspannung" gewesen, berichtete Hoeneß in der "Sport Bild": "Das war eine riesige Beklemmung, davon hing alles ab." Auch seine Wahl zum Präsidenten und darüber hinaus "hätte ich psychologisch ein großes Tief gehabt, darauf war ich nicht vorbereitet".

Hoeneß verriet weitere Details aus seiner Zeit im Gefängnis. Seine Frau Susi habe er – nach seiner Inhaftierung am 2. Juni – am 17. Juni, ihrem Geburtstag, nicht anrufen dürfen, ihr erst Wochen später gratulieren können. Außerdem habe er "versucht, der Anstaltsleiterin vorzuschlagen, dass ich gerne allen Häftlingen einen Big Mac und eine Cola schenken würde". Das wurde untersagt. Wie auch Hoeneß’ Abschiedsgeschenk für die Mithäftlinge: Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln und Kaiserschmarrn – zubereitet von Starkoch Alfons Schuhbeck.

"Das war's noch nicht!"

Nun kann er sein Versprechen einlösen, das er den Mitgliedern des FC Bayern 2014 gegeben hatte: "Das war’s noch nicht!" Hoeneß ging ans Werk. Er mischt sich wieder ein, öffentlich und hinter den Kulissen, etwa, wenn es darum geht, dass Red Bull in München eine Halle baut, in die die Bayern-Basketballer als Mieter einziehen sollen. Er sei mit sich "im Reinen", er sei "viel gelassener" und sogar "demütiger geworden", sagte Hoeneß der AZ. Bisweilen entsteht der Eindruck, als habe es diese Lebenszäsur nie gegeben. Hoeneß ist sehr präsent, er hat zu beinahe allem und jedem eine Meinung. Die er auch gerne äußert.

"Werte müssen wieder wichtiger werden", mahnt er kürzlich an. Er hat an die Verantwortung der Politiker, von Journalisten und allgemein der Gesellschaft bei der Lösung der aktuellen Probleme appelliert. Er fordert ein differenzierteres Verhältnis zu Russland. Er will, dass beim FC Bayern Deutsch die Amtssprache in der Kabine ist, "das muss eine Vorschrift werden", ansonsten müssten "die Spieler eben zahlen".

In nur wenigen Wochen ist es Hoeneß gelungen, wieder als oberste Bayern-Instanz wahrgenommen zu werden. Als der Mann, dessen Wort mehr Gewicht hat als das Aller. Das kann zu Irritationen führen, etwa bei der Frage: Wird Philipp Lahm nun Sportdirektor bei Bayern, und wenn ja: wann? Hoeneß’ nun wichtigste Aufgabe? "Das Werk, das Rummenigge und andere und ich hier aufgebaut haben, müssen wir demnächst in gute Hände legen." Rente mit 67 ist also nicht. Hoeneß ist bis 2018 gewählt. Und wird auch als Glücksbringer gebraucht. Chefcoach Carlo Ancelotti gratulierte Hoeneß zum Jubiläum: "Nach seiner Wahl haben wir alle Spiele gewonnen, ich hoffe, das geht so weiter."

 

16 Kommentare