Personalfragen beim FC Bayern Sollen Arjen Robben und Franck Ribéry bleiben? Ein Pro und Contra

, aktualisiert am 15.01.2018 - 15:07 Uhr
AZ-Redakteur Patrick Mayer (l.) spricht sich gegen eine Vertragsverlängerung von Franck Ribéry aus. AZ-Redakteur Michael Schleicher (r.) ist dafür. Foto: dpa/AZ

Was wird aus Franck Ribéry und Arjen Robben? Werden die im Sommer auslaufenden Verträge der Altstars verlängert oder hat die "Robbéry"-Ära beim FC Bayern bald ein Ende? Was dafür und dagegen spricht – ein Pro und Contra.

München - Die AZ-Redakteure Patrick Mayer und Michael Schleicher über die ungeklärte Vertragssituation von Arjen Robben und Franck Ribéry beim FC Bayern.

Contra: Ribéry ist kein Unterschiedsspieler mehr

"Ohhhhh, Champs-Elysées" dröhnt es durch die Allianz Arena, wenn Franck Ribéry nach einem seiner Tore jubelnd abzieht. Dass ein Spieler einen eigenen Torsong bekommt, ist eine Ausnahme beim FC Bayern. Und auch, dass die Fans, vor allem die Ultras, diesen mit eigenen Sprechchören besingen. Es zeigt den Stellenwert des Franzosen im Verein, nicht ohnehin ist er ein Intimus von Präsident Uli Hoeneß.

Doch die Champs-Elysées gab es in dieser Saison in Fröttmaning noch nicht ein einziges Mal zu hören – zumindest nicht, wegen eines Treffers Ribérys in der Bundesliga. Auswärts erzielte der Tempodribbler erst am 18. Spieltag bei Bayer Leverkusen sein erstes Saisontor. Es zeigt, dass der Kult-Spieler keinen Ausnahmestatus mehr hat.

Im Sommer wird er bereits 35 sein. Landsmann Kingsley Coman, dann 22, James, der im Juli 27 wird, und Rückkehrer Serge Gnabry, der im Juli seinen 23. Geburtstag feiert, sind viel jünger. Auch Julian Brandt, dann 22, der angeblich nach der Saison von Bayer Leverkusen kommen soll. Sie stehen bereit für die dringend benötigte Verjüngungskur. Ansonsten schieben die Bayern das maßgebliche Thema der kommenden Jahre - den Umbruch – gefährlich fahrlässig vor sich her. Da täuscht auch der aktuelle Erfolg nicht darüber hinweg.

Arjen Robben, gerade 33 geworden, ist unwesentlich jünger als Ribéry. Auch Robben war zuletzt verletzt, absolvierte in der Hinrunde "nur" zwölf Spiele. Was beide unterscheidet: Robben ist immer noch ein Unterschiedsspieler, einer, der ein Spiel allein entscheiden kann.

Zusammen sollen sie kolportiert rund 19 Millionen Euro verdienen, verschiedenen Medienberichten zufolge Ribéry zwölf Millionen Euro und Robben sieben Millionen Euro. Das ist viel Geld. Geld, dass selbst beim reichen Rekordmeister woanders fehlt. Der FC Bayern muss deshalb jeglicher Sozialromantik zum Trotz pragmatisch handeln. Im künftigen Kader ist nur noch Platz für einen der verdienten Spieler: Robben.

Patrick Mayer


Pro: Die "Bayern-Familie" muss halten, was sie verspricht

Mittlerweile weit über 30 Jahre alt – und trotzdem noch kein bisschen müde. Arjen Robben und Franck Ribéry wollen es auch im gestandenen Fußballer-Alter von 33, bzw. 34 Jahren noch wissen. "Ich will immer 100 Prozent spielen. (...) Für mich gibt es kein schwaches Spiel", sagte der Franzose zuletzt. "Robbérys" Hunger auf Titel und unbedingter Siegeswille ist weiter ungebrochen – eine Einstellung, die in der Vergangenheit mitunter nicht jeder Bayern-Profi an den Tag gelegt hat.

Seit Jahren prägen die beiden Flügelflitzer nicht nur das Spiel des FC Bayern an sich. Neben Spielern wie Jérôme Boateng oder Thomas Müller stehen sie gleichzeitig wie wenige andere Profis für den Verein FC Bayern München. Publikumslieblinge sind die Triple-Helden von 2013 ohnehin.

Lesen Sie hier: FC Bayern wartet ab - Pokerspiel um Robbéry

Klar, eine Stammplatzgarantie gibt es für die beiden mittlerweile nicht mehr – die Konkurrenz um Coman, James und Gnabry schläft nicht. Trotzdem – alleine zwei Spieler wie Robben und Ribéry in der Hinterhand zu haben und in den entscheidenden Schlussminuten einer Partie bringen zu können, ist ein Luxus, auf den der Verein schlecht verzichten kann.

Natürlich, das Alter zwingt auch die beiden Routiniers immer wieder zu Pausen, ebenso gab es bei beiden in dieser Saison schon einige Verletzungen. Doch sind beide Spieler fit, können sie auch jetzt noch mit den ganz Großen des internationalen Fußballs mithalten. Vor allem Ribéry hat in der jüngsten Vergangenheit gezeigt, dass mit ihm weiter zu rechnen ist. Hinzu kommt, dass die jüngeren Spieler im Kader, die jetzt langsam nachrücken, zu international erfahrenen Spielern wie Robben und Ribéry aufsehen. Die beiden sind Identifikationsfiguren für die FCB-Youngsters.

Ballkünstler, Antreiber, Vorbilder, Heißsporne, Führungsspieler und vieles mehr: Es wird deutlich, dass es weitaus mehr Gründe für als gegen eine Vertragsverlängerung mit "Rib & Rob" gibt. Wenn auch möglicherweise nur um ein weiteres Jahr – vorerst.

"Sie wissen, dass wir einen Spieler am Ende nie fallen lassen", sagte Präsident Uli Hoeneß noch im Dezember. Sollte es die immer wieder erwähnte und viel gelobte "große Bayern-Familie" tatsächlich geben, müssen die Bosse mit Robben und Ribéry verlängern.

Michael Schleicher

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