Lausbub und Familienmensch Interesse vom FC Bayern: Das ist Nicolas Pépé von OSC Lille

Vom FC Bayern umworben: Nicolas Pépé von OSC Lille. Foto: imago images/PanoramiC

Seit Wochen halten sich Gerüchte um einen Wechsel von Nicolas Pépé zum FC Bayern. Außerhalb Frankreichs ist der Ivorer noch weitgehend unbekannt - die AZ stellt den Wunschkandidat des FC Bayern vor.

 

München - Es ist eine Szene, wie sie charakteristischer kaum sein könnte.

FC Bayern: Oliver Kahn einst vollgeschüttet

Oliver Kahn kommt nach dem Training aus dem Kabinentrakt und schreitet nichts ahnend zu seinem Dienstwagen hinüber, als er plötzlich mit zwei riesigen Kübeln voll Wasser überschüttet wird. Während der "Titan" völlig verdutzt zurück in die Kabine stolpert, schwenkt die Kamera nach oben auf das Dach der Geschäftsstelle des FC Bayern.

Darauf zu sehen: Lausbub Franck Ribéry und Kumpel Daniel van Buyten, wie sie sich lachend wegdrehen - die Eimer in der Hand.

Zwölf Jahre ist diese Szene mittlerweile her, es sollte nicht der letzte Streich von Franck Ribéry an seinem Mitspieler gewesen sein. Zum Saisonende ist nach 420 Spielen Schluss für den Spaßvogel, er soll wie Arjen Robben mit einem großen Abschiedsspiel verabschiedet werden.

Schon jetzt ist klar: Die Lücke, die die beiden langjährigen Superstars hinterlassen, wird für die Bayern schwer auszufüllen sein.

Nicolas Pépé: Spaßvogel und Familienmensch

Ein Mann, dem die Verantwortlichen des Rekordmeisters diese Aufgabe offenbar zutrauen, ist Nicolas Pépé von OSC Lille. Seit Wochen halten sich Gerüchte um einen möglichen Wechsel des 23-jährigen Ivorers an die Säbener Straße, zuletzt soll es ein Treffen zwischen einer Bayern-Delegation und den Beratern des Flügelstürmers gegeben haben. Doch, wer ist dieser Angreifer aus Frankreich?

In Sachen Humor dürfte der Ivorer Ribéry kaum nachstehen. "Er hat immer Späße gemacht und den Teamkollegen Streiche gespielt, ihre Autos mit Popcorn geflutet oder sie aufgeweckt, indem er ihnen kaltes Wasser über das Gesicht schüttete", erzählte Chehyn ben Khalifa, Pépés Ex-Teamkollege bei SCO Angers, vor einigen Wochen der "L'Equipe".

Stets höflich und beliebt sei Pépé gewesen. Ein familiärer Mensch, aufgeschlossen und bescheiden. "Wenn etwas schiefgeht, motiviert er die Teamkollegen und gibt ihnen so Selbstvertrauen", erzählte Ben Khalifa weiter.

Nicolas Pépé ist erfolgreicher als Neymar und Cavani

Es ist nicht die einzige Parallele des Ivorers zu Ribéry. Beide machten verhältnismäßig spät auf sich aufmerksam. Über die Stationen Boulogne, Alés und Galatasaray führte Ribérys Weg zu Olympique Mareille, wo Ribéry endgültig der Durchbruch gelang -er war damals schon 24 Jahre alt.

Bei Pépé heißen die eher wenig renommierten Stationen Poitiers, Angers und Orléans. Eine Ausbildung in einem Nachwuchsleistungszentrum haben beide nicht absolviert. Dass es mit einem für heutige Verhältnisse unkonventionellen Werdegang dennoch für eine Weltkarriere reichen kann, hat Ribéry in der vergangenen Dekade gezeigt.

Rein spielerisch ähnelt Pépé, der 1995 als Sohn ivorischer Einwanderer im nordfranzösischen Mantes-la-Jolie geboren wurde, allerdings eher Robben als Ribéry. Der Rechtsaußen besticht durch Schnelligkeit und saubere Technik, zieht außerdem gerne im Robben-Style vom rechten Flügel in die Mitte, um mit seinem starken linken Fuß abzuschließen.

18 Treffer erzielte der 23-Jährige in dieser Ligue-1-Saison bereits, mehr als die PSG-Superstars Edinson Cavani (17) und Neymar (13). Einzig Mega-Talent Kylian Mbappé (ebenfalls PSG) steht in der Torjägerliste mit 27 Treffern vor Pépé.

OSC Lille treibt Preis für Nicolas Pépé nach oben

Mit der Tatsache, dass der Youngster im Sommer kaum zu halten sein wird, scheinen sich die Verantwortlichen beim OSC Lille mittlerweile abgefunden zu haben. Ihnen geht es jetzt darum, ihren Top-Torjäger möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Neben den Bayern sollen auch Liverpool und der FC Barcelona Interesse zeigen. Laut "L'Equipe" hofft man in Lille außerdem, dass auch das finanzstarke PSG in den Millionen-Poker einsteigt und so den Preis weiter in die Höhe treibt.

Favorit auf eine Verpflichtung ist laut "fußballtransfers.com" dennoch der FC Bayern. Zwischen 50 und 80 Millionen dürften bei einem Transfer fällig werden, wie Lille-Präsident Gérard Lopez zuletzt bei "RMC Sport" ankündigte. Eine Ablöse, die der deutsche Rekordmeister in diesem Sommer des Umbruchs durchaus zu zahlen bereit scheint.

Dabei geht es nicht nur darum, einen Weltklasse-Spieler zu ersetzen ,- sondern ein wenig auch den Lausbuben Ribéry.

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