Landtagswahl 2018 Hadern: Das sind die Kandidaten

, aktualisiert am 11.10.2018 - 08:50 Uhr
Die Kontrahenten im Landtags-Stimmkreis Hadern: Digitalminister Georg Eisenreich (CSU) und „München ist bunt“-Chefin Micky Wenngatz (SPD), hier im Westpark. Foto: Daniel von Loeper

Wer Kandidaten treten bei der Landtagswahl am 14. Oktober in München-Hadern an? Die AZ stellt sie vor.

 

München - Eigentlich ist es für Georg Eisenreich eine gmahde Wiesn. Bei der letzten Landtagswahl 2013 hat sich der CSU-Direktkandidat in seinem konservativ geprägten Stimmkreis Hadern recht problemlos durchgesetzt. Aber 2018 ist für die CSU im Allzeit-Tief plötzlich nichts mehr undenkbar. Und so muss in diesem Jahr auch Eisenreich den Kampf um seinen Stimmkreis richtig ernstnehmen.

Eisenreich ist der Favorit im Stimmkreis Hadern

Der 47-Jährige, bis vergangenen März Bildungs-Staatssekretär und seither Digital-Minister, ist seit seiner Jugend stark vernetzt im Stimmkreis – und in der CSU tief verwurzelt. Er hat am Ludwigsgymnasium Abitur gemacht, sich in der Jungen Union organisiert, wurde Ortsvereins-Chef und führt seit 1999 den CSU-Kreisverband München-Süd.

Drei Mal ist er direkt in den Landtag gewählt worden. Vor fünf Jahren mit 37,5 Prozent der Wählerstimmen – damit lag er weit vor seinem SPD-Kontrahenten Andreas Lotte. Diesmal ist Eisenreichs Ausgangslage noch besser, weil wegen des neuen Stimmkreises München-Mitte die rote Hochburg Schwanthalerhöhe aus seinem Stimmkreis geschnitten wurde.

Wenngatz könnte zum harten Brocken werden

Allerdings tritt sein früherer Gegner nicht mehr an, die Genossen schicken heuer die Sozialdemokratin Micky Wenngatz (58) ins Rennen. Und die ist als Chefin des Demo-erprobten und münchenweit bekannten Vereins "München ist bunt" ein durchaus harter Brocken für ihren Kontrahenten.

Trotz mieser Umfragewerte für die SPD kämpft Micky Wenngatz beharrlich, gab Grillnachmittage, solange es warm genug war, spricht Menschen auf der Straße an, punktet mit ihrem Kampf gegen Rassismus, rechte Hetze und für ein tolerantes München.

Noch mehr Lieblingsthemen für sie: die Förderung von jungen Start-ups, der Kampf gegen Zweckentfremdung von Wohnungen und der für Wohngenossenschaften, die sich gegen den Mietwahnsinn stemmen. Beim Thema Wohnungsbau liegt Eisenreich ganz auf CSU-Linie: "Zügiger Neubau auf noch vorhanden Freiflächen: ja", sagt er, "aber wir dürfen das Bedürfnis der Menschen nach einem lebenswerten Umfeld nicht vergessen." Gartenstädte will er in keinem Fall weiter zubauen.

Die Grünen und Freien Wähler treten im Stimmkreis Hadern mit sehr jungen Kandidaten an (beide 23). Der grüne Florian Siekmann ist – anders als einige seiner Kandidatenkollegen in den anderen Münchner Stimmkreisen – noch sehr unbekannt, und hat bestenfalls Außenseiterchancen.


So ist der Stimmkreis München-Hadern aufgebaut

Zum Stimmkreis München-Hadern (101) gehören die Stadtbezirke Hadern (20), Sendling-Westpark (7) und einige Teile von Laim (25). Im Stimmkreis Hadern wohnen 101.194 Stimmberechtigte (das sind durch den neuen Zuschnitt 4.000 weniger als bei der letzten Landtagswahl 2013). 2013 hatte CSU-Kandidat Georg Eisenreich das Direktmandat geholt.

Einen Überblick über die Kandidaten aller Stimmkreise in München finden Sie hier


München-Hadern: Die Kandidaten

CSU: Georg Eisenreich

Georg Eisenreich von der CSU.

  • Alter: 47
  • Beruf: Rechtsanwalt
  • Familenstand: verheiratet, drei Kinder

Der Digital-Minister (47) im Kabinett von CSU-Ministerpräsident Markus Söder hat eine steile Karriere gemacht. Er trat mit 20 in die CSU ein, studierte Jura und wurde Anwalt. 2002 zog er in den Stadtrat ein, ein Jahr später in den Landtag, und wurde 2013 Bildungs-Staatssekretär, ehe Söder ihn heuer zum Minister machte. Eisenreich (auch einer der vier Vizes im CSU-Bezirksverband München) ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Hadern.


SPD: Micky Wenngatz

Micky Wenngatz von der SPD. 

  • Alter: 58
  • Beruf: Referentin von Bürgermeisterin Christine Strobl
  • Familienstand: verheiratet

Sie ist Sozialdemokratin durch und durch, arbeitet als persönliche Referentin von Münchens dritter Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD). Und wurde bekannt als Chefin des Vereins "München ist bunt", für den sie emsig gegen Rassismus und für ein weltoffenes München netzwerkt. Micky Wenngatz (sprich: "Maiky", 58) ist außerdem Vize-Chefin im Bezirksausschuss 19, Landeschefin der "Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Frauen", mit einer Frau verheiratet und lebt in Fürstenried. Sie kandidiert zum ersten Mal für den Landtag.


Grüne: Florian Siekmann

Florian Siekmann von den Grünen.

  • Alter: 23
  • Beruf: Student
  • Familienstand: ledig

Er gehört mit 23 zu den ganz Jungen bei den Grünen: Masterstudent für Chemie, Florian Siekmann, der in Hadern wohnt. Er ist in Koblenz geboren, kam 2014 an die LMU, trat 2015 den Grünen bei, wurde Bundestags-Wahlkampfhelfer für Peter Heilrath und will nun selbst im Landtag mitmischen. Er kämpft dafür, "dass unser Planet auch in 50 Jahren noch lebenswert sein wird".


FDP: Sabrina Böcking

Sabrina Böcking von der FDP.

  • Alter: 31
  • Beruf: Rechtsanwältin
  • Familienstand: ledig

Sabrina Böcking (31) sitzt seit 2013 im Landesvorstand der Bayern-FDP und seit 2015 im Bezirksausschuss Sendling-Westpark. Die Rechtsanwältin und Steuerberaterin wünscht sich "einen Freistaat, in dem sich jeder sein Leben so gestalten kann, wie er es will". Sie fordert mehr Bezahlung und eine bessere Ausrüstung für die Polizei und lehnt das neue Polizeiaufgabengesetz ab. Auch für mehr Plätze in Frauenhäusern macht sie sich stark.


Die Linke: Wolfgang Seidel

Wolfgang Seidel von Der Linken.

  • Alter: 48
  • Beruf: selbstständiger Kaufmann
  • Familienstand: ledig

"Obwohl jede Pflegekraft mehr für die Allgemeinheit leistet, als alle Investmentbanker zusammen, werden ausgerechnet diejenigen, welche sich fürsorglich um andere Menschen kümmern, demütigend schlecht bezahlt" – so formuliert der Linke-Kandidat Wolfgang Seidel (48), was ihn bewegt. Er will sich gegen den Pflegenotstand und für bezahlbare Wohnungen einsetzen. Seidel ist Kaufmann, ledig und wohnt in Giesing.


AfD: Misha Rosalie Bößenecker

Misha Rosalie Bößenecker von der AfD.

  • Alter: 50
  • Beruf: Software-Ingenieurin
  • Familienstand: ledig

Auf ihrer Webseite gibt sie an, "Massenzuwanderung stoppen" und eine "Neustrukturierung der EU" erreichen zu wollen. Außerdem kritisiert die AfD-Kandidatin eine "Zerstörung der deutschen Identität", "Gender-Mainstreaming" und einen "schwach ausgeprägten Patriotismus". Falls sie in den Landtag käme, will sie nach eigenen Angaben "Einblick in Dunkelfeldstudien fordern, um zu sehen, wie es tatsächlich um die innere Sicherheit in München bestellt ist". Misha Rosalie Bößenecker (50) ist Softwareingenieurin, ledig und wohnt in der Blumenau.


Freie Wähler: Linus Springer

Linus Springer von den Freien Wählern.

  • Alter: 23
  • Beruf: Student
  • Familienstand: ledig

Auch der Kandidat der Freien Wähler ist (wie der Kollege von den Grünen) erst 23 Jahre alt und noch Student (Politik). Linus Springer, der in Sendling-Westpark wohnt, will unter anderem für mehr günstige Studentenwohnungen kämpfen und plädiert für mehr Sozialwohnungen und die Anhebung des Wohngelds. Eine dritte Startbahn am Flughafen, Kreuze in Behörden und noch mehr Versiegelung von Grün lehnt er ab. Dass Bauern für Ernteausfälle entschädigt werden, findet er gut.


Bayernpartei: Alexander Müller

Alexander Müller von der Bayernpartei.

  • Alter: 38
  • Beruf: Industriefachwirt
  • Familienstand: verheiratet, ein Kind

Er hat letztes Jahr für die Bayernpartei schon für den Bundestag kandidiert. Jetzt macht der Industriefachwirt und kaufmännische Angestellte Alexander Müller (38) einen neuen Versuch und kandidiert für den Landtag. Er findet, "München ist eine bayerische Stadt und soll das auch bleiben". Deshalb will er sich "mit einer echten bayerischen Kulturpolitik" dafür einsetzen, "dass die bayerische Lebensart, das Stadtbild und die bairische Sprache erhalten" wird. Müller ist verheiratet, hat einen Sohn und wohnt in Sendling.


mut: Marion Ellen

Marion Ellen von mut.

  • Alter: 49
  • Beruf: Industriekauffrau, mut-Pressesprecherin
  • Familienstand: ledig

Wer tritt in Hadern an?

Oben sehen Sie die Kandidaten des Stimmkreises aufgelistet. Mit dem hier folgenden Kandidaten-Check von abgeordnetenwatch.de können Sie ganz leicht herausfinden, welche Position die Kandidaten zu bestimmten Thesen vertreten. Auch Sie selbst können den einzelnen Thesen entweder zustimmen, sie ablehnen oder sich gegenüber eines gewissen Themengebiets neutral halten. Am Ende des Checks - nach 20 Thesen - sehen Sie dann, mit welchem Kandidaten, bzw. welcher Partei sie die meisten Übereinstimmungen haben.

Wer im Hinblick auf die kommende Landtagswahl (14. Oktober) also noch unschlüssig sein sollte, kann sich mit dem Kandidaten-Check von abgeordnetenwatch.de einen ersten groben Überblick verschaffen. 

 

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