Kovac-Aufstellung geht schief FC Bayern: Das sind die Verlierer der Beinahe-Blamage in Bochum

Enttäuschten gegen Bochum: Die Bayern-Spieler Thiago (r.) und Corentin Tolisso. Foto: firo/Augenklick

Der FC Bayern liefert in der zweiten Pokalrunde eine mehr als dürftige Leistung ab und schrammt beim VfL Bochum nur haarscharf an einer Blamage vorbei. Vor allem drei Spieler enttäuschen – auch die Taktik von Trainer Niko Kovac wirft Fragen auf.

 

Bochum - Uninspiriert, lethargisch, fehleranfällig – der FC Bayern gab bei der Beinahe-Blamage beim VfL Bochum am Dienstagabend ein erschreckend schlechtes Bild ab. "Das heute Abend kann man nicht analysieren. Werden wir auch nicht. Abhaken", kommentierte ein völlig konsternierter Hasan Salihamidzic die Leistung nach der Partie.

In einer generell völlig enttäuschenden Bayern-Mannschaft fielen jedoch vor allem drei Spieler besonders ab – auch die Taktik von Trainer Niko Kovac ging nicht im Geringsten auf. Die AZ-Analyse:

Kovac rotiert Bayern fast zum Pokal-Aus

Niko Kovac nutzte das Duell mit dem kriselnden Zweitligisten, um zahlreiche Veränderungen an seiner Startelf vorzunehmen. Für Thomas Müller und Philippe Coutinho rückten Corentin Tolisso und der gebürtige Bochumer Leon Goretzka in die Startelf. Auf dem rechten Flügel bekam Ivan Perisic seine Chance. Top-Torjäger Robert Lewandowski wurde zunächst geschont, für ihn rückte Serge Gnabry in die Sturmspitze.

Die Maßnahmen des Bayern-Trainers sollten ihre Wirkung gegen den Tabellensechzehnten der 2. Bundesliga allerdings völlig verfehlen, vor allem in der ersten Halbzeit war dem Team die fehlende Eingespieltheit deutlich anzumerken. In der Defensive leisteten sich die Bayern, wie so häufig in den vergangenen Wochen, viel zu viele Unkonzentriertheiten – offensiv ging ohne Robert Lewandowski so gut wie gar nichts. Möglicherweise gestand sich Kovac in der Halbzeitpause seine Fehler ein, denn in Durchgang zwei stellte er auf das gewohnte System mit Robert Lewandowski als klassischem Mittelstürmer um.

Der Bayern-Coach suchte die Schuld für die schlechte Leistung im Anschluss einmal mehr bei seinen Spielern, sprach von einem "Fehlpassfestival", welches "ganz klar mit der Einstellung zu tun" gehabt habe. Dass seine eigenen taktischen Maßnahmen nicht im Ansatz griffen, ließ er unerwähnt.

Deutlich drastischer ging derweil Kapitän Manuel Neuer in die Analyse. "Wir sind mit einer Schramme davongekommen, trotzdem müssen wir darüber nachdenken, wie wir uns präsentieren", schimpfte der Nationaltorhüter: "Schreib einfach FC Bayern drüber. Dann ein leeres Blatt, das beschreibt unsere Leistung am besten." Eine klare Message an die Mannschaft – und ihren Trainer.

Thiago unkonzentriert und überfordert

Der als Schönwetterfußballer verschriene Mittelfeld-Zauberer erwischte in Bochum einen ganz schlechten Abend (AZ-Note 5). Dass nach vorne so gut wie nichts ging, lag auch an Thiago: Der Spielgestalter brachte überhaupt keine Struktur ins Offensivspiel und leistete sich teils völlig unnötige Fehlpässe ins Aus oder zum Gegner (Passquote: 85 Prozent). Als alleiniger Sechser wirkte er außerdem mit seinen Defensivaufgaben überfordert.

Corentin Tolisso ist weiter außer Form

Der Weltmeister ist nach seinem Kreuzbandriss aus der Vorsaison weiter weit von seiner Normalform entfernt, wie sich in Bochum einmal mehr deutlich zeigte. Tolisso wurde von den Bochumern gut zugestellt und fand als Achter an der Seite von Leon Goretzka überhaupt nicht ins Spiel. Der 25-Jährige leistete sich immer wieder Stockfehler bei der Ballannahme und gravierende Fehlpässe. Von der Startelf ist Tolisso in dieser Form weit entfernt. Für weitere Einsätze empfehlen konnte er sich auch nicht – wie so viele Bayern an diesem Abend.

Ivan Perisic lässt Bayern-Tauglichkeit vermissen

Die Leihgabe von Inter Mailand blieb auch in Bochum den Beweis schuldig, dass er den Bayern wirklich weiterhelfen kann. Perisic kam in der ersten Halbzeit auf gerade einmal 26 Ballaktionen und konnte sich im Zweikampf mit dem 17-jährigen Armel Bella-Kotchap überhaupt nicht durchsetzen. Niko Kovac nahm seinen Landsmann in der Pause raus, für ihn kam Robert Lewandowski in die Partie.

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