Kaiser David Alaba Was hinter dem Beckenbauer-Vergleich von Bayern-Boss Rummenigge steckt

Karl Heinz Rummenigge sieht in David Alaba (r.) den neuen Franz Beckenbauer (l.). Foto: imago images, Minkoff/Augenklick, AZ

Karl-Heinz Rummenigge zieht bei David Alaba einen großen Vergleich und sagt: "Er ist für mich so etwas wie der schwarze Franz Beckenbauer." Ob’s im Vertragspoker hilft? Es ist nicht die erste Hommage an eine Klublegende.

 

München - Nachdem die Vertragsverhandlungen mit David Alaba massiv ins Stocken geraten und sogar atmosphärische Störungen dabei übermittelt worden sind, geht Karl-Heinz Rummenigge jetzt also in die Charmeoffensive.

"Wir hatten jetzt, muss man sagen, einige Zeit keinen Häuptling mehr in der Abwehr gehabt", sagte Bayerns Vorstandsboss im Interview mit "Sky": "Also einer, der dort wirklich das Zepter in die Hand nimmt und dort den Ton angibt und einfach dort auch als Chef der Defensive agiert."

"Auch von der Persönlichkeit eine tolle Entwicklung"

Damit watschte Rummenigge ganz nebenbei die beiden 2014er-Weltmeister Mats Hummels und Jérôme Boateng ab. Vor allem umschmeichelte er aber Alaba. Und wie! "Der David ist für mich so etwas wie der schwarze Franz Beckenbauer", sagte Rummenigge: "Er ist der erste Spieler, der wieder auf diesem Niveau wie der Franz damals gespielt hat – mit dem ich noch selber auf dem Platz spielen durfte – der dieses Zepter so in die Hand nimmt."

Kaiser David. Mehr geht nicht – der ultimative Ritterschlag beim FC Bayern. Der Österreicher, der aktuell nur noch bis 2021 an Bayern gebunden ist, habe die Versetzung von der linken Abwehrseite ins Zentrum "mit Bravour gemacht", schwärmte Rummenigge und brachte gleich noch ganz andere Dinge, die die Welt derzeit bewegen, mit ins (Vertragspoker-)Spiel: "Auch von der Persönlichkeit gibt es eine tolle Entwicklung, und auch die Chance gerade in Zeiten von ‘Black Lives Matter’ dann auch durch seine Hautfarbe auch noch einmal eine besondere Rolle einzunehmen."

Alaba-Lob mit Hintergedanken?

Die ganze Lobhudelei ist freilich nicht (ganz) ohne Hintergedanken zu verstehen. Vielmehr könnte sie möglicherweise sogar schon die letzte Patrone der Bayern im Kampf um den Verbleib Alabas sein. Die Fronten am Verhandlungstisch haben sich zunehmend verhärtet, nachdem beide Seiten in Sachen Gehaltsvorstellungen nach wie vor weit auseinanderliegen: Während die Alaba-Seite auf ein zukünftiges Jahressalär jenseits der 20-Millionen-Euro-Marke pocht, ist Bayern bislang nicht gewillt, diese zu überschreiten.

"Ich bin trotzdem optimistisch, dass wir am Ende des Tages eine Lösung finden werden, dass David hier seine Karriere beendet", beschloss Rummenigge sein Statement: "Ich glaube, David weiß, was er am FC Bayern hat, und wir wissen, was wir an David haben." Ob es so kommen wird, ist im Moment fraglich.

Alaba-Berater fordert mehr als 20 Millionen Euro Gehalt

Beim Geheimtreffen Ende Juni im "Bogenhausener Hof" mit Alabas Beratergespann, bestehend aus Vater George und Pini Zahavi, soll Sportdirektor Hasan Salihamidzic der Kragen geplatzt sein. Wie die "Sport Bild" berichtet, habe Brazzo, der neben Rummenigge saß, ziemlich ungehalten auf die Gehaltsforderungen der Alaba-Seite von über 20 Millionen reagiert. Nachdem Zahavi den Auswirkungen der Corona-Pandemie zum Trotz seine Vorstellungen von den zukünftigen Geldströmen des Klubs schilderte, habe Salihamidzic ihm energisch entgegnet, in welcher Welt er denn eigentlich leben und ob er tatsächlich alles glauben würde, was er gerade erzähle.

Bayerns Abteilung Attacke läuft offenbar auch in Uli Hoeneß’ Abwesenheit weiter auf Hochtouren. Jenen Vergleich hatte Rummenigge übrigens auch schon mal gezogen, als er über Salihamidzics Hartnäckigkeit bei Transfers sagte: "Er ist wie der junge Uli Hoeneß." Zuletzt suchten Rummenigge und Brazzo dann das Treffen unter sechs Augen mit Alaba. „Ein gutes Gespräch“, wie Rummenigge berichtete, in dem er ebenfalls den Beckenbauer-Vergleich zog.

Auch Cheftrainer Hansi Flick adelte Rummenigge schon Anfang Mai im AZ-Interview durch einen Verweis auf eine Klublegende. Seine Mannschaftsführung und seine empathische Art erinnere ihn an Triple-Trainer Jupp Heynckes: "Ich würde mal sagen: Hansi ist ein bisschen wie Jupp." Der neue Heynckes, Hoeneß und Beckenbauer auch in Zukunft in einer Mannschaft beim FC Bayern, das wär’s halt. Daran lässt Rummenigge keinen Zweifel.

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