Kader-Comeback im Pokalfinale Neuer endlich wieder fit: "Die Nation kann beruhigt sein"

Das Ende der Leidenszeit: Manuel Neuer steht endlich wieder im Kader. Foto: imago/MIS

Acht Monate musste Neuer nach seinem Mittelfußbruch auf diesen Moment warten: Im Pokalfinale steht er endlich wieder im Kader.

 

Berlin - Die 70. oder 75. Minute des DFB-Pokalfinals am Samstagabend. Die Bayern führen gegen Eintracht Frankfurt 3:0, 4:0 oder höher. Dann könnte ein besonders emotionaler Moment bevorstehen: die Einwechslung von Torhüter Manuel Neuer (32) für seinen hervorragenden Stellvertreter Sven Ulreich (29) als großer Knalleffekt im letzten Pflichtspiel der Saison.

"Manuel wird nicht von Anfang an spielen, ist aber im Aufgebot", bestätigte Trainer Jupp Heynckes am Freitagmittag in Berlin, "ansonsten habe ich keinen Plan mit Neuer, ich habe einen Matchplan."

Aber - wer weiß? Fest steht: Nach acht Monaten Verletzungspause (Mittelfußbruch) kehrt Neuer erstmals seit September 2017 in den Kader zurück. Der Weltmeister sitzt anstelle von Tom Starke (37), der nun schon zum zweiten Mal in Torhüter-Rente geht, auf der Bank.

Heynckes: "Neuer wird bei der WM ein starker Rückhalt sein"

"Manuel hat immer an sich geglaubt. Mein Eindruck ist schon seit einer Woche ungemein positiv", sagte Heynckes, "er hat überhaupt keine Beschwerden und ist physisch super präpariert, weil er über Monate im Kraftraum vorbildlich gearbeitet hat. Er hat eine Präsenz im Tor, ist eine Autorität, das ist mit niemandem zu vergleichen. Er wird wieder in den Wettkampfmodus finden, dafür spricht seine Klasse und sein Talent."

Dann richtete Heynckes den Blick auf die nächsten Wochen: "Die Nation kann beruhigt sein. Manuel wird bei der WM nicht nur fit, sondern auch ein starker Rückhalt sein." Womit das geklärt wäre. Bundestrainer Joachim Löw, der Neuer in sein vorläufiges WM-Aufgebot für Russland genommen hatte, findet es "natürlich gut, dass er mit dem Team trainiert hat und in Berlin bei der Mannschaft ist. Ich hoffe, dass es so bleibt." Die WM-Chancen des Weltmeisters von 2014 steigen täglich. Neuer, so sagte DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke der "Nürnberger Zeitung/den Nürnberger Nachrichten", sei "kein Torwart, der besonders viel Spielpraxis braucht". Das habe er auch vor der WM 2014 gezeigt. "Wer auf der Bank sitzt, ist fit und belastbar."

Neuer also ist auf dem Sprung. Marc-André ter Stegen (26) vom FC Barcelona muss um seinen Einsatz als WM-Torhüter bangen. Wenn es nach Rekordnationalspieler Lothar Matthäus geht, nicht. "Zum Auftakt gegen Mexiko wird Neuer sicher nicht fit sein. Ich gehe davon aus, dass Manu nicht viele Einsätze bei der WM bekommt. Ich würde zu ter Stegen tendieren, der die letzten acht Monate nicht enttäuscht hat." Am Mittwoch startet der DFB-Kader in Südtirol die WM-Vorbereitung.

Drei Stammkräfte fehlen im Finale

"Ohne Spielpraxis in ein WM-Turnier zu gehen, ist nicht möglich" , hatte Löw über Neuer gesagt. Aus dem Trainingslager reist der Nationalelf-Tross zum Testspiel gegen Österreich am 2. Juni nach Klagenfurt. Dort könnte Neuer sein erstes Spiel im DFB-Trikot seit Oktober 2016 bestreiten - um dann, wenn er den Test besteht, zwei Tage später endgültig für die WM nominiert zu werden.

Zurück zum Pokalfinale : Den Bayern fehlen gegen Frankfurt Jérôme Boateng, Arturo Vidal und Arjen Robben, der seine Adduktorenbeschwerden nicht rechtzeitig auskurieren konnte. Wieder im Kader: Kingsley Coman, der sein Comeback als Joker geben könnte. David Alaba steht als Linksverteidiger zur Verfügung, Rafinha bleibt eine Option. Um den einzig freien Platz im Mittelfeld konkurrieren Javi Martínez und Corentin Tolisso.

 

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