Halbes Dutzend gegen Mainz Einzelkritik & Noten: Fünf Zweier für den FC Bayern - Coutinho unauffällig

Jubel in der Allianz Arena: Die Bayern-Spieler Philippe Coutinho, Ivan Perisic, Robert Lewandowski, Kingsley Coman, David Alaba und Thiago feiern beim Sieg gegen Mainz. Foto: Sven Hoppe/dpa

Der FC Bayern landet den ersten Heimsieg dieser Bundesliga-Saison. Beim 6:1 (2:1) gegen Mainz liegen die Münchner hinten und machen dann ernst. Welcher Spieler wie viel zum Kantersieg beigetragen hat – die Einzelkritik.

 

München - Sechs Tore, sechs Torschützen. Der FC Bayern schlägt Mainz in der Allianz Arena mit 6:1 und macht keine Kompromisse. Dabei sieht gegen Anfang der Partie alles nach einer Überraschung aus. Mainz geht früh durch Boetius in Führung, Bayern daraufhin fahrig und unsortiert. Erst nach 30 Minuten bläst Pavard, der beim Gegentreffer nicht glücklich aussah, akrobatisch per Volley zum Gegenangriff. Alaba (45.), Perisic (54.), Coman (64), Lewandowski (78.) und Davies (80.) machen das halbe Dutzend voll. 

Philippe Coutinho feiert ein solides aber unauffälliges Startelf-Debüt, Ivan Perisic setzt mit seinem Treffer ein Ausrufezeichen im Kampf um die Startelf-Plätze auf dem Flügel und Cuisance darf auch noch ran. So sah der AZ-Reporter im Stadion die Leistung der Bayern-Spieler gegen Mainz. 

Die Noten für die Spieler des FC Bayern gegen Mainz

MANUEL NEUER, NOTE 3: Erlebte mal wieder einen dieser unangenehmen Wochenende-Dienste: fast nix zu tun und dann doch aus heiterem Himmel einen eingeschenkt bekommen. Völlig machtlos gegen den kernigen Kopfball zum 0:1 in Minute 3. Danach: Dienst nach Vorschrift.

LUCAS HERNÁNDEZ, NOTE 2: Schnell, bissig, willig. Keiner, gegen den man als Stürmer gern spielt. Als sich nach vorne wenig tut, versucht er sich auch mal an einem langen Diagonalpass à la Boateng. Für den dürfte es schwer werden, den Franzosen wieder aus der Start-Elf zu verdrängen.

NIKLAS SÜLE, NOTE 3: Gewohnt stark im Eins-gegen-Eins, ungewohnt verpeilt, als er bei der Flanke zum 0:1 unter dem Ball durchsegelt. Ansonsten kaum gefragt, aber stets auf der Höhe.

BENJAMIN PAVARD, NOTE 3: Seine Flanken ins Nirgendwo kamen bei den Fans nicht so gut an: Nach einer halben Stunde verursacht der französische Weltmeister tatsächlich die ersten herzhaften Pfiffe in der Arena. Einzig wirklich gelungene Aktionen: sein akrobatischer Treffer zum 1:1 in Minute 36 nach Hereingabe von Ivan Perisic sowie seine Flanke zu Perisics 3:1-Kopfballtreffer.

DAVID ALABA, NOTE 3: Beim ersten Freistoß aus 17 Metern scheitert er noch am Mainzer Keeper (34.) - zehn Minuten später macht er es sehr viel besser: Mit einem herrlichen Winkelknaller der Marke Tor des Monats sorgt er kurz vor der Halbzeit für die 2:1-Führung. Das Zusammenspiel mit dem Ribéry-Nachfolger Perisic matcht aber noch nicht so richtig.

THIAGO, NOTE 3: Segelt nach einem herbem Füße-voraus-Tackling im Mittelfeld knapp an gelb vorbei (17.). Vergibt Sekunden vor dem Halbzeitpfiff eine dieser sogenannten hundertprozentigen Chancen: Ballert die Kugel aus kurzer Distanz statt in die Maschen hoch in die Nordkurve. Sah dann doch noch gelb (74.).

JOSHUA KIMMICH, NOTE 3: Durfte von hinten rechts wieder in die Zentrale rücken, als Sechser hinter Thiago und Coutinho. Sieht drei Minuten nach dem Thiago-Foul die gelbe Karte für ein fast identisches Einsteigen nur ein paar Meter entfernt (20.). Zwei beherzte Distanzschüsse (38. und 90.).

Perisic trifft beim Startelf-Debüt

IVAN PERISIC, NOTE 3: Feierte ja auch wie Coutinho Heimdebüt – und kam zunächst nicht so recht ins Rollen. Vergibt nach feiner Vorarbeit von Coutinho und Coman die erste „Hundertprozentige“ einigermaßen kläglich (29.). Schien in Halbzeit eins noch nicht im Wettkampf-Modus. Das kann er besser. Viel besser. So wie in Minute 54: Flanke Pavard, hoher Luftstand Perisic, Kopfball an die Unterkante der Latte und von da aus rein zum 3:1. Geht doch.

PHILIPPE COUTINHO, NOTE 3: Ein höchst unauffälliges Debüt, sieht man mal von dem Tattoo-Foto in der Stadionzeitung ab: Was hat Mickey Mouse auf dem Waschbrettbauch des Brasilianers zu suchen. Bayerns neuer Zehner ist offenbar keiner, der das Spiel mit Macht an sich reißen muss. Hatte eigentlich nur Szene: eine schicke Zauber-Kombi mit Persisic (27.). Spielte ansonsten mehr quer als steil.

KINGSLEY COMAN, NOTE 2: Kam diesmal über rechts, wo er allerdings genauso unverschämt schnell ist wie auf der linken Seite. Ist dank seiner Explosivität immer ein Faktor. Bereitete Lewandowskis 4:1 vor – dessen Lupfer über den Torwart ein Mainzer Spielverderber aber noch von der Linie kratzte (61.). macht das 4:1 dann halt selber: nach einer Ecke von Kimmich trifft er flach ins Eck.

Lewandowski: Sechs Tore in drei Spielen

ROBERT LEWANDOWSKI, NOTE 2: Von Minute eins an heiß wie in einem Champions-League-Halbfinale. Profitierte ums Haar von Coutinhos erstem Zuspiel, doch sein Abschluss strieft knapp am Kasten vorbei. Kurz vor der Halbzeit auf dem Weg zum 2:1 umgeremeplt – den Freistoß überlässt er wieder Alaba – und der trifft (45.). Und wie! Traf selber erst spät: in Minute 78 zum 5:1. Treffer Nummer sechs nach drei Spielen.

ALPHONSO DAVIES, NOTE 2: Kam nach 67 Minuten für Neuzugang Perisic. Ist ähnlich flott unterwegs wie der ICE Coman. Spektakulärer Flankenlauf samt beinahe passender Hereingabe auf Lewandowski (73.). Staubte in Minute 80 nach Müller-Pass lässig zum 6:1 ab. Darf gerne wieder kommen.

THOMAS MÜLLER, NOTE 2: Kam nach 67 Minuten für Neuzugang Coutinho. Durfte auf seiner Lieblingsposition hinter Lewandowski ran. Lief viel, hatte aber zunächst wenig Bälle. Dann aber noch zwei Scorer-Punkte: Schlug die Flanke, die in Lewandowskis 5:1 mündete. Und legte Kollege Davies das 6:1 auf.

MICHAEL CUISANCE, NOTE 3: Kam nach 78 Minuten für Thiago. Konnte ebenfalls Spektakel-Fähigkeiten andeuten, was gegen zusehends demoralisiertere Mainzer aber nicht mehr ganz so schwer war.

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