Flick glaubt an den großen Coup FC Bayern: Lewandowski soll schaffen, was Ribéry nicht gelang

Die Sahne auf der Torte: Robert Lewandowski chippt den Ball zum 4:1 ins Tor Foto: dpa

Robert Lewandowski stellt mit seinen beiden Toren gegen Leverkusen erneut Bestmarken auf – und wird von Flick und Matthäus als Weltfußballer gehandelt. "51 Pflichtspieltore sind schon eine Hausnummer", sagt Trainer Hansi Flick.

 

München - Enttäuschung bis zu seinem Karriereende und wohl noch weit darüber hinaus begleiten: 2013, nach dem Triple-Gewinn des FC Bayern, wurde der Franzose zwar zu Europas Fußballer des Jahres gekürt, bei der Weltfußballer-Wahl landete Ribéry aber nur auf Platz drei – hinter Lionel Messi und Sieger Cristiano Ronaldo. Eine Entscheidung, die nicht nur Ribéry und die Bayern seltsam fanden.

Im Jahr 2020 könnte es nun endlich klappen mit einem bayerischen Weltfußballer. Das meint auch Hansi Flick. "Wenn ich es einfach mal nach Toren messe: Er hat in der Bundesliga 34 Buden gemacht. Und 51 Pflichtspieltore insgesamt sind auch eine Hausnummer", sagte der Bayern-Trainer nach dem 4:2 im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen, zu dem Lewandowski zwei Tore beigesteuert hatte: "Da kann man nachdenken, dass man mal einen Spieler aus der Bundesliga zum Weltfußballer machen kann."

Weltfußballerwahl: Lewandowski ist vom Erfolg abhängig

Lothar Matthäus war 1991 der erste und bis heute einzige deutsche Sieger, allerdings stand der Rekordnationalspieler damals bei Inter Mailand unter Vertrag. Mehr als der zweite Rang des früheren Bayern-Kapitäns Oliver Kahn 2002 war für das deutsche Oberhaus bisher nicht drin. Wenn Kahn 2002 Weltmeister geworden wäre und nicht im Finale gegen Brasilien gepatzt hätte, wäre die Wahl wohl auf ihn gefallen.

Bei Lewandowski ist die Situation nun ähnlich, ebenfalls vom Erfolg der Mannschaft abhängig. Wenn Bayern im Finalturnier der Champions League im August triumphiert, führt normalerweise kein Weg an Lewy vorbei.

Mit seinem Doppelpack gegen Leverkusen (59. und 89.) stellte der 31-jährige Pole abermals Bestmarken auf. Lewandowski hat nun als erster Stürmer in drei Finals hintereinander getroffen. Es waren seine Treffer Nummer sieben und acht im Endspiel – Gerd Müller und Uwe Seeler auf Platz zwei kamen auf je vier. Und: Mit sechs Toren ist er zum fünften Mal bester Pokal-Schütze der Saison – neuer Rekord. Lewandowski ist aktuell nicht nur der beste Stürmer, sondern insgesamt der beste Fußballer der Welt.

Holt sich Lewandowski den Goldenen Schuh?

"Mit diesen wichtigen Toren ist er ein Kandidat, um Weltfußballer zu werden", sagte dann auch Sky-Experte Matthäus, "ich weiß, wovon ich spreche." Sollte Lewandowski noch den Goldenen Schuh holen, "ist er Ende des Jahres ein ganz großer Favorit auf den Titel", so Matthäus weiter. Der Goldene Schuh wird von der Uefa an den besten Liga-Torschützen in Europa vergeben. Lewandowski führt das Ranking an, doch der frühere Dortmunder Ciro Immobile (Lazio Rom/29 Tore) hat noch acht Spiele, um ihn zu überflügeln.

Für Flick hat Lewandowski schon jetzt "alle Voraussetzungen geschaffen" für eine erfolgreiche Weltfußballer-Wahl – Immobile hin, Lionel Messi her: "Ich würde es ihm wünschen." Gemacht werden Weltfußballer vor allem in der Champions League. Führender der Torjägerliste dort: Lewandowski, der bereits elf Treffer erzielt hat in nur sechs Partien (plus zwei Vorlagen). Vielleicht kommen seine härtesten Konkurrenten bei der Wahl sogar aus dem eigenen Team. Denn auch Thomas Müller, Joshua Kimmich und David Alaba hätten den wichtigsten aller persönlichen Titel in dieser Saison durchaus verdient.

Die Ribéry-Geschichte darf sich sieben Jahre später einfach nicht wiederholen.

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