FC Bayern: "Etwas ganz Besonderes" - warum dieses Bayern-Team unantastbar ist

Der FC Bayern München schlägt Bayer Leverkusen im DFB-Pokalfinale mit 4:2. Der Triumpf der Mannschaft von Hansi Flick führt noch einmal exemplarisch vor Augen, warum diese Münchner Mannschaft in Deutschland aktuell das Maß aller Dinge ist.  
| Julian Huter
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Der FC Bayern feierte Anfang Juli den 20. DFB-Pokalsieg.
imago images / Poolfoto 2 Der FC Bayern feierte Anfang Juli den 20. DFB-Pokalsieg.
Die Bayern holten sich gegen Leverkusen zum 20. Mal den DFB-Pokal.
imago images / Poolfoto 2 Die Bayern holten sich gegen Leverkusen zum 20. Mal den DFB-Pokal.

München - Irgendwie war es passend, dass ausgerechnet diese aktuelle Bayern-Mannschaft den 50. (!) nationalen Titel in der Vereinsgeschichte holte. Mit dem 4:2-Sieg im Finale gegen Bayer Leverkusen feierten die Münchner nach der 30. Meisterschaft ihren 20. DFB-Pokalsieg. Und dieses Pokalfinale, gegen einen gute Leverkusener Mannschaft führte noch einmal exemplarisch vor Augen, warum der FC Bayern in Fußball-Deutschland aktuell das Maß aller Dinge ist.

Selbst Kapitän Manuel Neuer zeigte sich am ARD-Mikrofon von der Leistung der letzten Wochen beeindruckt: "Das ist etwas ganz Spezielles, sowas haben wir noch nicht erlebt. Wir haben den FC Bayern erlebt, wie motiviert und hungrig er ist. Was wir in der letzten Zeit gezeigt haben, das war etwas ganz Besonderes."

Am Ende war das Ergebnis eindeutig, doch die Werkself, die so verzweifelt nach ihrem ersten Titel seit 1993 lechzte, bot kein schlechtes Spiel. Die Mannen von Petr Bosz bewiesen ein ums andere Mal, dass der Rekordmeister nicht unverwundbar ist. Doch die Partie zeigte eben auch, was den FC Bayern aktuell von allen anderen Mannschaften Deutschlands unterscheidet: der bajuwarische Killerinstinkt, eine fast unheimliche Kaltschnäuzigkeit.

FC Bayern bestraft Leverkusens Fehler eiskalt

Fehler sind an diesem Abend im leeren Berliner Olympia-Stadion auf beiden Seiten passiert. Der Unterschied: Bayern erlaubte sich weniger Aussetzer - und bestrafte vor allem die des Gegners eiskalt. Vor dem ersten Treffer der Münchner ging der junge Leverkusener Verteidiger Edmond Tapsoba vor dem eigenen Strafraum viel zu ungestüm in einen Zweikampf mit Robert Lewandowski. Der Pole nahm das Geschenk dankend an und Alaba veredelte das Ganze mit einem Traum-Freistoß.

Vor dem 2:0 schenkte Julian Baumgartlinger den Ball im Spielaufbau etwas zu leichtfertig her. Bei einer anderen Mannschaft wäre diese kurze Unkonzentriertheit vielleicht folgenlos geblieben. Doch der Gegner an diesem Abend war eben der FC Bayern. Kimmich schaltete blitzschnell und bediente den Torschützen Serge Gnabry mit einem perfekten Pass in die Schnittstelle.

Die Bayern holten sich gegen Leverkusen zum 20. Mal den DFB-Pokal.
Die Bayern holten sich gegen Leverkusen zum 20. Mal den DFB-Pokal. © imago images / Poolfoto

Eine Reaktionsschnelligkeit und Konzentration, die bei den Leverkusenern nicht vorhanden war. Der eingewechselte Kevin Volland bekam von Moussa Diaby den Anschlusstreffer auf dem Silbertablett serviert (57.). Doch der Ex-Löwe trat freistehend über den Ball. Hätte Volland getroffen, hätte das Spiel nochmal kippen können. Doch während andere Mannschaften Konjunktiven nachtrauern müssen, sind die Bayern ein Team der Tat.

FC Bayern: Killerinstinkt als Trumpf

Wenige Minuten später zog Robert Lewandowski unvermittelt aus der Distanz ab - und dann rutschte dem sonst so starken Leverkusener-Schlussmann Lukas Hradecky zu allem Überfluss die Kugel durch die Hosenträger - 0:3 statt 1:2. Killerinstinkt. Die Werkself hatte genug Gelegenheiten, um das Spiel noch einmal spannend zu machen. Doch die letzte Präzision, die absolute Kaltschnäuzigkeit fehlte eben. Die Bayern haben einfach ein anderes Selbstverständnis als alle anderen Mannschaften in Deutschland, das ist selbst vor dem TV-Bildschirm fast greifbar.

Nach dem Sieg im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn die damals auf siben Punkte enteilten Bayern, einen Gang zurückgeschaltet hätten. Das Gegenteil war der Fall, selbst vermeintlich "kleine" Gegner wie Fortuna Düsseldorf wurden gnadenlos mit 5:0 aus der Arena gefegt. Da der BVB nach dem entschiedenen Titelkampf auch die ein oder ander lustlose Vorstellung zeigte, wurde der FCB am Ende mit 13 Punkten Vorsprung Meister.

Flick: "Einstellung war fantastisch"  

Einen großen Anteil am Hunger und Selbstvertrauen der Mannschaft hat natürlich Hansi Flick. "Wenn man von Sieg zu Sieg eilt, ist es schön zu sehen, wie die Mannschaft Vertrauen in ihre Stärke hat. Das muss man als Trainer einfach unterstützen", sagte der Bayern Trainer. Der gebürtige Heidelberger ist jemand, der viel einfordert und auch mal Fehler öffentlich kritisiert. Flick weiß aber auch, wann ein Lob angebracht ist: "Was die Mannschaft die letzten Wochen gespielt hat, war sensationell. Die Einstellung war fantastisch."

Jetzt geht es für die Double-Bayern erstmal zwölf Tage in den Urlaub. Das nächste Pflichtspiel in der Champions League steht erst wieder in rund einem Monat an. Eine Chance zur Regeneration, aber auch eine Herausforderung - insbesondere mental. Doch geht man nach den letzten Eindrücken, drängt sich der Eindruck auf, dass man sich darum bei dieser Bayern-Mannschaft keine Sorgen machen muss.

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