FC Bayern trifft auf Leverkusen Mit dem Pokalfinale verbindet Manuel Neuer besondere Geschichten

Manuel Neuer ist Bayerns Nummer 1. Wird er gegen Leverkusen sein sechstes DFB-Pokalfinale gewinnen? Foto: imago images / Matthias Koch

Mit dem Endspiel in Berlin verbindet Manuel Neuer besondere Geschichten: 2011 triumphierte er dort zum ersten Mal bei seinem Abschied von Schalke, 2013 holte er im Olympiastadion das Triple.

 

Berlin - Für Manuel Neuer begann der Ärger nach dem großen Erfolg. Die Schalker Fans pfiffen auf den aus ihrer Sicht fahnenflüchtigen Torhüter, der im Sommer 2011 unter Tränchen seinen Wechsel zum FC Bayern bekanntgab.

In München bereiteten ihm Teile der Südkurven-Anhänger mit "Koan-Neuer"-Plakaten einen höchst ungemütlichen Empfang. Dabei war, rein sportlich, der Abschied aus seiner Geburt- und Heimatstadt Gelsenkirchen ein Triumphmarsch. Damals schon Kapitän, behielt Neuer im Mai 2011 beim 5:0 mit den Königsblauen gegen Ruhrnachbar MSV Duisburg eine weiße Weste. Es war seine Premiere in einem DFB-Pokal-Finale. Vor neun Jahren.

DFB-Pokalfinale: Feiert Neuer am Samstag seinen sechsten Sieg?

Am Samstag will der Nationaltorhüter beim Duell gegen Bayer Leverkusen (20 Uhr, Sky/ARD und im AZ-Liveticker) seinen sechsten Triumph in Berlin feiern.

2013, 2014, 2016 und 2019 gewann Neuer mit den Bayern den Pott, im vergangenen Jahr gab er nach einem Muskelfaserriss Mitte April erst beim 3:0 im Finale gegen RB Leipzig sein Comeback. Eine Punktlandung nach mehrwöchiger Pause – samt Meisterleistung, weil er seine Bayern mit Glanzparaden vor einem Rückstand bewahrte.

Auch die bisherigen vier Pokal-Partys mit den Bayern hatten eine besondere Vorgeschichte auf dem Rasen: 2013 sicherte das 3:2 gegen VfB Stuttgart das Triple unter Trainer Jupp Heynckes. Im Jahr darauf bezwangen die Münchner ihren Dauerrivalen Borussia Dortmund erst in der Verlängerung mit 2:0.

Erneut war der BVB 2016 beim letzten Spiel von Pep Guardiola Finalgegner, im dramatischen Elfmeterschießen (4:3) parierte Bayerns Mister Pokal gegen Sven Bender, Sokratis traf nur den Pfosten. Die Aura Neuer...

Mit dem Berliner Endspiel verbindet der 34-Jährige aber auch triste Erlebnisse. 2012 bekam er von den Dortmundern um Robert Lewandowski die Bude voll, Bayern verlor 2:5. Und das 1:3 gegen Eintracht Frankfurt 2018 erlebte er verletzungsbedingt nur als Zuschauer. Damals im Tor der Eintracht: Lukas Hradecky, jetzt in Diensten des diesjährigen Finalgegners Leverkusen.

Bayern-Trainer Flick: "Manu ist eindeutig unsere Nummer eins"

In dieser Spielzeit bestritt der Bayern-Torhüter alle bisherigen fünf Partien komplett. Seit seinen Mittelfußbrüchen und der langwierigen Verletzungspause in den Jahren 2017 und 2018 weiß Neuer, dass eine Karriere endlich ist – auch wenn er sich mit 34 Jahren im besten Torwartalter befindet. Also will Neuer alles mitnehmen, natürlich auch den DFB-Pokal.

Da gehört eine Partie der 1. Hauptrunde bei einem Regionalligisten wie Energie Cottbus (3:1) selbstverständlich dazu. Dass er vor zwei Wochen nach Rücksprache mit Cheftrainer Hansi Flick seinem Stellvertreter Sven Ulreich das Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg (3:1) schenkte, kam einer Sensation gleich. Denn Neuer will immer spielen. Komme, wer wolle.

Für Flick ist "Manu eindeutig unsere Nummer eins, daran wird sich auch in der kommenden Saison nichts ändern". Trotz der Verpflichtung von Alexander Nübel (23), der ablösefrei vom FC Schalke kam, Anfang der Woche seinen Medizincheck absolvierte und mit einem Vertrag bis 2025 ausgestattet, im Training an der Seite von Neuer reifen soll.

Übrigens: Mit dem sechsten Cup-Coup wäre Neuer ("Wir wollen unbedingt wieder Pokalsieger werden") nicht ganz oben im ewigen DFB-Pokal-Ranking, sondern würde auf Rang zwei rücken: Gemeinsam mit Oliver Kahn sowie lauter Ex-Teamkollegen: Franck Ribéry, Philipp Lahm und Claudio Pizarro. Einsame Spitze: Bastian Schweinsteiger mit sieben Pokaltriumphen.

Am Samstag macht Neuer in Berlin sein 54. Pokalspiel (16 davon für Schalke). Zu Rekordpokalspieler Mirko Votava (74 Partien für Borussia Dortmund und Werder Bremen) fehlen dann noch 20 Spiele, oder, wie Neuer wohl locker sagen würde: Dreimal Finale plus zwei weitere Partien.

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