FC Bayern Robben und Guardiola: Der Streit nach dem Streik

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Robben weigert sich, den Elfmeter zu schießen – doch auch Guardiola hat eine Mitschuld am „Kasperltheater”. Die AZ klärt die Posse auf.

 

München -  Für einen kurzen Moment machte Franck Ribéry den Spaß mit. Ein Sport1-Reporter fragte nach dem Elfmeter-Streik von Arjen Robben trotz Ausführungsbefehl von Trainer Pep Guardiola: „Soll etwa Pep schießen?” Ribéry: „Ja, warum nicht?”

Er grinste, wurde aber danach schnell wieder ernst: „Nein, das ist kein Thema, das ist Fußball, das ist Bayern.” Und das ist: Robben. „Alle wollten, dass Arjen schießt”, erzählte Ribéry nach der Vorgeschichte vom Samstag mit dem Mainz-Spiel (4:1) ,als Robben wollte, aber nicht durfte. Nun sollte er, aber wollte nicht. Arjen sei „noch sauer wegen dem letzten Mal”, verriet Ribéry. Guardiola rief von außen „Arjen, Arjen”. Der ignorierte die Anweisung. Geschenkt? Nicht mit ihm!  Doch wer hat Schuld am Durcheinander, am „unnötigen Kasperltheater” ,wie Ex-Bayern-Kapitän Oliver Kahn im ZDF schimpfte?

Am einzigen Makel eines nahezu perfekt funktionierenden Bayern-Teams? Die Fete läuft auch in der Champions-League bombastisch. Es ist, als könne man sich innerhalb der Party-Gesellschaft weit nach Mitternacht nicht darauf einigen, wer die x-te Torte anschneidet. Die AZ klärt die wichtigsten Fragen zum Elfer-Zoff.

Was war der Auslöser? Das Foul an Schweinsteiger im Mainz-Spiel. Schuld hat Robben selbst, weil er – gut drauf und noch ohne Tor – sich den Ball schnappte. Dabei war Thomas Müller  als Schütze vorgesehen und auch von Guardiola bestimmt. Robben warf die Kugel wütend Müller zu und war beleidigt. Müller verwandelte.

Ist Robben zu sehr die bockige Diva, weil er verweigert hat? „Es ist schade, dass er so reagiert hat”, sagt Andy Brehme, Schütze des WM-Finalentscheidungselfers von 1990 gegen Argentinien, der AZ. Brehme: „Er hat doch mit fast 30 ein gesetztes Fußballeralter und ist ein gestandener holländischer Nationalspieler. Da darf man nicht beleidigt sein, Müller schießt doch super Elfmeter. Da geht’s doch um die Mannschaft.”

Hat Guardiola Mitschuld?

Ja. Er legte für Pilsen zwar die Schützen fest (auch durch die Aufstellung, da Müller ja zunächst draußen saß), reagierte dann aber spontan und emotional, als er Robben den Wiedergutmachungs-Elfer schenken wollte. Der Trainer sollte immer das letzte Wort haben bei einer Elfmeter-Entscheidung wie Paul Breitner ,der Schütze des WM-Final-Elfers von 1974, findet. Brehme: „Dafür ist ein Trainer ja da. Sonst hätte man in jedem Spiel bei einem Elfmeter Diskussionen. Und so wie es passiert ist, sieht es doof aus.” 

Wie ist die aktuelle Hierarchie bei Bayern?

Thomas Müller und David Alaba sind weit vorne und klar unsere Schützen”, stellte Sportdirektor Matthias Sammer schon vor dem Pilsen-Spiel klar. Und gegen die Tschechen? Müller saß auf der Bank, Alaba positionierte sich nicht – auch weil Pep Robben benannte. Klar ist: Nach der Nummer dürfte Robben im Ranking weiter abgerutscht sein.

Wer hat die beste Quote bei Bayern? Kein Witz: Arjen Robben. Er traf 12 von 14, seit er 2009 zu Bayern kam (auch in Elfmeterschießen). Danach kommt Müller mit 83-Prozent-Trefferquote. Philipp Lahm und David Alaba stehen bei 75%, Ribéry bei 71% (10 von 14).

Wer ist Bayerns Mr. Elfmeter der Historie? Gerd Müller traf 51 Mal in der Bundesliga, verschoss aber auch 12. Von den regelmäßigen Schützen können nur Paul Breitner (27 von 33) und Lothar Matthäus (27 von 29) eine bessere Quote aufweisen. Schlecht sieht’s beim Kaiser aus: Nur drei von sechs Versuchen saßen.

Darüber kann Uli Hoeneß (Stichwort: Belgrad 1976) trotzdem nur lachen. In der Liga verwandelte er zu 100 Prozent. Genau einen.

 

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