Einer für die Zukunft So plant der FC Bayern mit Juwel Woo-yeong Jeong

Erzielte zwölf Treffer in 21 Regionalliga-Spielen: Woo-yeong Jeong. Foto: firo/Augenklick

Woo-yeong Jeong gilt als großes Nachwuchstalent beim FC Bayern. "Er hat eine schöne Entwicklung genommen", sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge über ihn.

 

München - In seiner Jugend hatte das größte Talent des FC Bayern noch andere Hobbys als Fußball: Woo-yeong Jeong, der 19-jährige Südkoreaner aus Ulsan, probierte sich im Kampfsport aus: Taekwondo gehörte zu einer seiner Disziplinen. Letztlich entschied sich der 1,79 Meter große Außenstürmer aber doch für den runden Ball. Gut für ihn – und den FC Bayern.

Woo bereits mit Profi-Einsätzen

"Er hat eine gute Entwicklung, ist fleißig, ein höflicher, sympathischer Bursche, der sehr normal tickt", sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im AZ-Interview und warnte: "Wir müssen darauf achten, dass wir die jungen Spieler nicht zu viel pampern, die müssen sich auch als Persönlichkeit entwickeln und man darf ihnen nicht zu viel abnehmen. Das halte ich für wichtig."

Bei Woo, wie sie ihn bei Bayern nennen, besteht diese Gefahr offenbar nicht. Im Klub wird der Südkoreaner als Juwel für die Zukunft angesehen, als ehrgeiziger Arbeiter. In dieser Regionalliga-Saison traf er für die Amateure zwölf Mal in 21 Spielen – und auch bei den Profis durfte er schon mitspielen: Trainer Niko Kovac verhalf Jeong in der Bundesliga-Partie gegen Gladbach und in der Champions League gegen Benfica Lissabon zu Kurzeinsätzen. Und der trickreiche Offensivmann deutete sein Potenzial an. Inzwischen sind auch andere Klubs auf Jeong aufmerksam geworden, etwa Mainz 05, oder auch der FC Augsburg.

So plant der FC Bayern mit dem Talent

"Ich glaube, es sind fünf Klubs, die Interesse an Woo haben", erklärte Rummenigge: "Wir werden im Sommer entscheiden, wie wir weiter mit ihm umgehen. Wichtig ist jetzt erst einmal, dass er eine schöne Entwicklung genommen hat, er hat Einsätze in der Bundesliga und Champions League bekommen." Jeong soll am besten den Weg gehen, den schon andere Bayern-Talente beschritten haben, so Rummenigge weiter: "Ich halte das, was wir früher gemacht haben, etwa bei Markus Babbel, Philipp Lahm, Toni Kroos oder David Alaba immer noch für die beste Philosophie. Bei einer Leihe oder einem Verkauf mit Rückkaufoption können die jungen Spieler sich am besten entwickeln."

Möglich also, dass Jeong im Saisonverlauf weitere Chancen erhält, um sich für andere Klubs zu empfehlen. Es wäre für Bayern wichtig, dass es mal wieder ein Nachwuchsspieler in ein Bundesliga-Team schafft. "Wir haben ohne Frage Jahre gehabt, in denen wir nicht so erfolgreich waren. Es ist ja kein Zufall, dass David Alaba der letzte Spieler war, der es zu den Profis geschafft hat. Aber ich sehe Licht im Tunnel und bin überzeugt, dass junge Spieler nachrücken werden", sagte Rummenigge.

Den Schlüssel für die Zukunft sehen die Bayern auch in der Jugend. Rummenigge: "Wir haben jetzt in der Scoutingabteilung die Schrauben angezogen. Und wir haben mit Sebastian Hoeneß, Holger Seitz oder auch Miroslav Klose gute Trainer geholt. Sie alle haben einen Auftrag erhalten: Wir schielen immer nur mit einem Auge auf die Tabelle – und mit beiden auf die Ausbildung der Spieler. Die Ausbildung ist das entscheidende Kriterium."

Die Bayern-Amateure führen die Regionalliga derzeit an, auch die U19 und U17 sind in ihren Ligen ganz oben dabei. Licht im Tunnel – wie Rummenigge sagt. Und Woo-yeong Jeong ist dabei einer der großen Hoffnungsträger des FC Bayern.

2 Kommentare