"Eine absolute Maschine" Shootingstar des FC Bayern: Alphonso Davies begeistert

Beim FC Bayern auf der linken Abwehrseite gesetzt: Alphonso Davies. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Alphonso Davies kam als kanadischer Nobody zum FC Bayern und stieg in dieser Saison zum Shootingstar auf. Der Weg des Youngsters ist bemerkenswert und zeugt von Durchsetzungsstärke.

 

München - Alphonso Davies imitierte die Backstreet Boys, schlüpfte in verschiedenste Rollen und wagte sich bei einem Teamabend im Sommer unter großem Gelächter an einen Whitney-Houston-Song. Davies ist Verwandlungskünstler und Spaßvogel – aber vor allem die Sensation der Saison beim FC Bayern. "Er wird Weltklasse", prophezeite Ex-Präsident Uli Hoeneß bei "Sport1" kurz vor seinem Rückzug im letzten November. Und ein Vierteljahr später lässt sich sagen: Der langjährige Münchner Patron könnte recht behalten.

Davies biss sich in der Startelf fest

Im Herbst profitierte Davies noch von der prekären personellen Lage, sie ermöglichte dem Kanadier den Sprung in die Stammelf. Diese Gelegenheit packte er beim Schopfe, ließ sich nicht mehr verdrängen und fehlte bis zum Heimspiel gegen den SC Paderborn am Freitagabend keine Bundesligasekunde. "Phonzie hat nicht nur mich, sondern auch viele andere verblüfft", sagte Kapitän Manuel Neuer. "Er ist eine absolute Maschine", lobte Leon Goretzka.

Davies kam im Winter 2019 für zehn Millionen Euro vom MLS-Team Vancouver Whitecaps, Hasan Salihamidzic hatte ihn als Bayern-tauglich eingeschätzt. Inzwischen wird der Sportdirektor für seine Weitsicht in diesem Fall gelobt. "Das war ein sehr erfolgreicher Transfer für Bayern, speziell für Hasan", urteilte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, "Alphonso wird uns viel Freude bringen."

Das tut er bereits jetzt. Davies hat mit seiner Unbekümmertheit die Herzen der Bayern-Anhänger erobert, rast die linke Außenbahn in atemberaubendem Tempo auf und ab und wird immer mehr auch offensiv zu einem Faktor. "Unsere Fans lieben ihn. Auf so einen jungen Spieler, der so unbeschwert mit seiner Geschwindigkeit, seiner Technik und körperlichen Robustheit aufspielt, haben sie gewartet", sagte Salihamidzic im AZ-Gespräch.

Davies mit enormer Marktwertsteigerung

Eishockey-Fan Davies - er war in der Winterpause beim NHL-Prestigeduell Edmonton gegen Calgary mit Leon Draisaitl - musste einige Hürden meistern, bis sich ihm die weite Fußball-Welt öffnete und er als "Canadian Wunderkind" galt. In Ghana als Flüchtlingskind einer liberianischen Familie geboren, zog er mit seinen Eltern als Fünfjähriger nach Edmonton in Kanada weiter. Dort wuchs er behütet auf, begeisterte sich für Fußball und erhielt mit 15 in Vancouver die Chance zur Profilaufbahn.

Viel verdankt Davies seinen Eltern, denen er "ein großes Dankeschön" schulde, wie er im Gespräch mit "bundesliga.com" erzählte. "Wenn sie mich nicht nach Vancouver gelassen hätten, weiß ich nicht, wo ich jetzt wäre", sagte Davies, der seiner Mutter versprach, immer "ein guter Junge" zu sein und die Schule abzuschließen. Inzwischen sei für ihn beim FC Bayern "ein Traum wahr geworden".

Davies, dessen ebenfalls kanadische Freundin Jordyn Huitema bei Paris St. Germain spielt, wird nun in einem Atemzug mit Ausnahmetalenten wie Dortmunds Erling Haaland oder Jadon Sancho genannt. Sein Marktwert schnellte rasant in die Höhe, Salihamidzic nannte ihn ein "Talent mit einem Qualitätsversprechen". Trainer Hansi Flick lobte den Musterschüler als "absolut wichtig" und attestierte ihm noch jede Menge Entwicklungspotenzial. Wer mag daran zweifeln, dass Davies dies ausschöpft.

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