Der neue, alte FC Bayern Hoeneß spricht über Ribéry-Aus und Pläne mit Kahn

Drei Protagonisten des Bayern-Umbruchs (v.l.): Oliver Kahn könnte Bayerns Vorstandsvorsitzender werden und die Ära nach Uli Hoeneß prägen. Franck Ribéry verlässt den Klub im Sommer. Foto: AZ-Montage/Rauchensteiner/Augenklick/dpa

Uli Hoeneß verkündet das Aus von Franck Ribéry und den Plan mit Oliver Kahn, der 2020 bei Bayern einsteigen wird. Im Sommer kommen neue Stars: "Wenn Sie wüssten, wen wir schon sicher haben...".

 

München – Wer Uli Hoeneß am Samstagabend in den Katakomben der Allianz Arena erlebte, konnte bereits erahnen, dass etwas Großes kommen würde. Fragen zum Spiel seines FC Bayern, der gerade Hertha BSC mit 1:0 besiegt und damit vorübergehend zu Tabellenführer Borussia Dortmund aufgeschlossen hatte, wollte Hoeneß nicht beantworten. Und auch sonst blieb der Präsident schweigsam. Seine knappe Begründung: "Morgen!" Dann zog Hoeneß mit einem Grinsen davon.

Einen Tag später saß der Präsident im "Doppelpass" bei Sport1 und erklärte die Zukunft des FC Bayern. Ja, tatsächlich: Es war nicht weniger als das. Denn Hoeneß verkündete nicht nur das Bayern-Aus von Klublegende Franck Ribéry (35). Er gab auch bekannt, dass der neue starke Mann im Verein Oliver Kahn (49) heißen wird. "Wir haben kein Geheimnis darum gemacht, dass Oliver Kahn ein Kandidat ist für die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge", sagte Hoeneß: "Wir sind in Gesprächen."

Hernández soll im Sommer kommen – ebenso wie Werner?

Und die dürften zu einem positiven Ergebnis führen. Das war zwischen den Zeilen klar herauszuhören. "Ich glaube, er könnte sich das vorstellen", sagte Hoeneß über Kahn. Natürlich müsse auch noch der Aufsichtsrat der Personalie zustimmen. Aber wer soll da schon Zweifel haben? Kahn ist nicht nur ein Held der Fans, der den FC Bayern genau kennt und die Gewinnermentalität vorlebt, inzwischen ist er eben auch ein erfahrener und erfolgreicher Geschäftsmann.

Die Pläne sind sogar schon ausgereift, wie Hoeneß verriet: Kahn soll 2020 zunächst als "normales Vorstandsmitglied" einsteigen, alle wichtigen Bereiche der Führungsetage kennenlernen. Beide Seiten könnten sich ein Jahr lang beschnuppern und entscheiden, ob es funktioniere oder nicht, so Hoeneß. Rummenigges Vertrag als Vorstandsvorsitzender läuft noch bis zum Jahresende 2021. Dann ist die Kahn-Übernahme vorgesehen. "Wir verhandeln nur mit einer Person", stellte Hoeneß klar. Kahn sei die "1a-Lösung".

Der Umbruch an der Klubspitze nimmt damit endlich konkrete Formen an. Hoeneß selbst erklärte, bis "Ende Juni" entscheiden zu wollen, ob er im November für weitere drei Jahre als Vereinspräsident kandidieren werde.

Aktuell sieht es danach aus. Spätestens 2022 soll dann aber ein neues Führungsteam gebildet sein – mit Kahn und auch mit Hasan Salihamidzic.

Hoeneß stärkt Salihamidzic energisch den Rücken

Der viel kritisierte Sportdirektor wurde von Hoeneß energisch verteidigt. "Er macht einen super Job", sagte der Präsident und stellte Brazzo eine Beförderung in Aussicht: "Ich bin ziemlich sicher, dass Hasan Salihamidzic bei uns über kurz oder lang Vorstand wird." Gladbachs Max Eberl spiele "in unseren Überlegungen derzeit überhaupt keine Rolle".

Der neue, alte FC Bayern. Nicht nur im Vorstand, sondern auch in der Mannschaft wird es frische Gesichter geben. Fan-Liebling Ribéry, der mit einer Vertragsverlängerung geliebäugelt hatte, verlässt den Verein im Sommer. "Franck wird das nie akzeptieren, weil er spielen will, bis er nicht mehr laufen kann", sagte Hoeneß mit einem Schmunzeln. Doch König Franck wird zumindest eine große Ehre zuteil – ebenso wie Arjen Robben. "Wir wollen den beiden ein gemeinsames Abschiedsspiel bereiten, verdiente Spieler müssen durch ein großes Tor gehen", so Hoeneß.

Ribéry wird wohl erstmal woanders weiter Fußball spielen

Ribéry werde wohl bei einem anderen Klub seine Karriere fortsetzen und später nach München zurückzukehren: "Wir werden versuchen, eine Beschäftigung für Franck Ribéry zu finden, die seinen Verdiensten gerecht wird."

Für den Transfersommer 2019 kündigte Hoeneß einen Großangriff an. "Wenn Sie wüssten, wenn wir alles schon haben...", sagte Hoeneß mit einem zufriedenen Lächeln.

Neben Benjamin Pavard (22), dessen Wechsel bereits fix ist, soll auch Weltmeister-Kollege Lucas Hernández (23) kommen. "Wenn wir den kriegen können, könnte ich mir vorstellen, dass wir das bezahlen", sagte Hoeneß zur Ablöse des Abwehrspielers von Atlético Madrid, der für 85 Millionen Euro wechseln kann. Die Bayern sind bereit, so viel Geld auszugeben. "Wir hatten beschlossen, nicht diese, sondern nächste Saison zu klotzen", so Hoeneß. Übrigens auch aus Respekt vor Altstars wie Ribéry, Robben und Rafinha, denen man keine weiteren Topspieler vor die Nase setzen wollte. Dafür sei man, so Hoeneß, "bereit gewesen, mal die Meisterschaft ein Jahr zu opfern".

Zu den Stars der Zukunft könnte auch Leipzig-Stürmer Timo Werner (22) gehören. Hoeneß meinte: "Über Transfers zur neuen oder übernächsten Saison – denn Werners Vertrag läuft erst 2020 aus – machen wir keine Angaben." Im Sommer kann Leipzig aber letztmals eine hohe Ablöse kassieren. Nach AZ-Infos ist auch der FC Liverpool heiß auf Werner.

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