"Das Bad" Neues Wirtshaus im ehemaligen Klohäusl am Bavariaring

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
, aktualisiert am 06.12.2018 - 16:55 Uhr
Das ehemalige Tröpferlbad und Häusl von 1894 ist denkmalgeschützt und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Foto: Jasmin Menrad

Bald eröffnet das neue Wirtshaus an der Wiesn, das im ehemaligen Klohäusl entstanden ist. Das Wirtshaus hat sogar eine Gassenschänke.

 

München - Als Chris Lehner vor sieben Jahren das erste Mal in dem Häusl am Bavariaring war, roch es nach Klo. Nicht nach Toilette, sondern nach Klo: "Da hat’s schon viel Fantasie gebraucht, um sich das als Gastro vorzustellen." Chris Lehner fährt täglich an dem ehemaligen Klohäusl vorbei, denn er wohnt ums Eck. Immer wieder gab es Anläufe, aus dem Häusl was zu machen.

Vor einem Jahr ist Augustiner auf ihn zugekommen. Lehner ist bekannt als einer, der ungewöhnliche Immobilien bewirtschaftet, wie das Parkcafé im Alten Botanischen Garten. Das neue Wirtshaus betreibt er mit seiner Frau Katrin und Betriebsleiter Nils Brunner.

"Das Bad" erfüllt nun andere Bedürfnisse als früher

"Das Bad", wie sein Wirtshaus heißt, weil's 1894 als Tröpferlbad gebaut wurde, soll nun eine Bedürfnisanstalt für die Menschen aus dem Viertel werden. Die brauchen Bier, Bratwurst und Backwaren. In der Mitte des Gastraumes steht unter einer Lüftung, die direkt aus dem Weltalll gelandet zu sein scheint, ein runder Tresen.

In dessen hinteren Teil ist ein zweistöckiger Brotbackofen. "Da wird der Gast zum Opfer, wenn der Duft von frischen Brezn durch die Wirtsstube strömt", sagt Lehner. Brot, Brezn und Kuchen gibt’s auch zum Mitnehmen an der Theke.

Eröffnung schon Mitte nächster Woche

Auch an das Wegbier ist gedacht, oder den Wegkaffee oder die Wegwurst, hier passend genannt "Badwurst": Denn hinten raus zur Küche wird's einen Gassenverkauf geben, der von 9 bis 23 Uhr geöffnet hat. Ist das Fenster geschlossen, können Durstige eine Glocke läuten.

Die meisten Münchner werden aber sehen wollen, was aus der Bedürfnisanstalt geworden ist. 99 Gäste haben Platz. Sie werden unter einer klassischen Wirtshausvertäfelung in taubengrau sitzen und wahrscheinlich Würste essen – Wollwürste, Milzwürste oder Presssack. "Wir sind viel zu günstig", verspricht Lehner, "es wird Hauptspeisen unter 10 Euro geben."

Die Halbe Augustiner wird 3,70 Euro kosten. Was es nicht geben wird, ist ein Schweinsbraten, dafür einen Spanferkelrollbraten. Den können die Gäste ab Mitte nächster Woche probieren.

 

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