Bitteres Remis gegen Augsburg Noten: Eine Eins aber auch fünf Vierer für schlampige Bayern

Konsterniert: Die Stars des FC Bayern nach dem späten Remis in Augsburg. Foto: imago images / kolbert-press

Der FC Bayern München ist mit einem Remis aus der Länderspielpause zurückgekehrt. Beim FC Augsburg reichte es für den Rekordmeister nur für ein 2:2. Die Münchner sorgen sich um Niklas Süle, der verletzt ausgewechselt werden musste. Die Bayern-Stars in der Einzelkritik.

 

München -  Der FC Bayern München hat sich von der überraschenden 1:2-Pleite vor zwei Wochen gegen die TSG Hoffenheim ganz und gar nicht erholt und verspielt in der Nachspielzeit im bayerische Derby zwei Punkte, holt nur ein 2:2 beim FC Augsburg. Nach dem frühen Rückstand durch Marco Richter nach nur 30 Sekunden (schnellstes Tor der aktuellen Bundesliga-Saison) drehte der Meister die Partie durch die Tore von Robert Lewandowski und Serge Gnabry.

Doch dann schenkte man die Punkte her – trotz völlig überlegen geführtem Spiel. Augsburg glich in der Nachspielzeit durch Alfred Finnbogason aus.

Überschattet wurde das Spiel aus Bayern-Sicht durch die wohl schwere Verletzung von Abwehrchef Niklas Süle. Ohne Foul hatte sich der 24-Jährige am linken Knie verletzt. Nach langer Behandlung musste Süle, gestützt von Betreuern, in die Kabine. Später verließ er auf Krücken die Arena. Die Diagnose folgt, eine lange Pause droht.

MANUEL NEUER - NOTE 3: Der Nationaltorhüter und Bayern-Kapitän war außer sich vor Wut. Wieder in Augsburg ein Gegentor in der ersten Minute! Diesmal nach 30 Sekunden durch Richter – chancenlos. Ansonsten packte er sicher zu, hielt den Gewaltschuss von Jensen kurz vor Schluss fest. Beim 2:2 machtlos.

JOSHUA KIMMICH - NOTE 3: Erneut Rechtsverteidiger – was nicht zu erwarten war. Wieder eine Umstellung nach den Länderspielen auf der Sechs bzw. Innenverteidigung (in Estland nach Can-Rot). Aber nach kurzer Eingewöhnung machte er es routiniert. Sah Gelb für einen zu harten Rempler mit der Schulter gegen Vargas.

Große Sorge um Niklas Süle

NIKLAS SÜLE - Ohne NOTE: Verliert vor dem 0:1 durch Richter das Kopfballduell. Nach zehn Minuten mit einer ganz bitteren Szene: In einem Kopfballduell mit FCA-Stürmer Niederlechner verdreht sich Süle – ohne Foul – das linke Knie und fällt. Nach langer Behandlung muss der Abwehrchef der Bayern und der Nationalelf, gestützt von Betreuern, in die Kabine, verließ auf Krücken die Arena. Eine lange Pause droht.

BENJAMIN PAVARD - NOTE 4: Zuletzt Linksverteidiger, diesmal in der Abwehrmitte. Kam beim 0:1 durch Richter zu spät, machte danach auch keine gute Figur. Oft solide und zuverlässig in seinen Aktionen, andererseits aber auch hektisch und unkoordiniert. Nach der Pause kaum noch gefordert.

LUCAS HERNÁNDEZ - NOTE 4: Machte bei der französischen Nationalelf eines der beiden Quali-Spiele, blieb verletzungsfrei. In Augsburg zunächst Linksverteidiger, nach der Verletzung von Süle rückte er in die Mitte. Erledigte seinen Job ordentlich und mit guter Zweikampfquote. Beim 2:2 jedoch sehr unglücklich im Zweikampf - sein Ding.

JAVI MARTÍNEZ - NOTE 3: Erster Startelf-Einsatz in dieser Saison, zuvor lediglich fünf Mal eingewechselt. Rückte auf die Sechser-Position, assistierte Landsmann Thiago. Genoss seine Freiheiten nach vorne und schickte Gnabry mit einem schönen Seitenverlagerung auf rechts. Daraus entstand das 1:1. In der Rückwärtsbewegung, bei Balleroberungen und bei den Zweikampfwerten top.

THIAGO - NOTE 4: Hat sich mit Spanien für die EM qualifiziert, kam in zwei Partien lediglich 65 Minuten zum Einsatz. In Augsburg nach langer Zeit wieder einmal mit seinem alten Kompagnon Martínez im Mittelfeld – was ihm Raum nahm. Verlor viele Bälle, wirkte nicht sicher, spielte unsauber. Dicke Doppel-Chance vor der Pause: Einmal rettete Jedvaj, einmal schoss Thiago Keeper Koubek an.

Serge Gnabry erneut als Musterschüler

SERGE GNABRY - NOTE 1: Nach seiner Pause beim 3:0 in Estland wieder völlig fit und bereit für Torvorlagen wie in der 14. Minute als er mit links wunderbar Lewandowski bediente, der zum 1:1 einköpfte. Sehr agil und mit viel Drang zum Tor. Sein Volleyschuss mit der Innenseite krachte an den Pfosten (39.). Traf dann exakter per straffem Linksschuss ins lange Eck zum 2:1 (49.), sein sechster Saisontreffer im zehnten FCB-Pflichtspiel. Hat einen Lauf.

PHILIPPE COUTINHO - NOTE 4: Als wäre es, trotz der Länderspielpause, eine nun fixe Regelung: Der Brasilianer bleibt als Zehner gesetzt – und Müller weiter außen vor. Der Spielmacher suchte seine Szenen und den Raum, bekam nicht viele passende Anspiele. Hing irgendwie in der Luft. Vergab völlig frei vor Koubek, schoss den FCA-Torhüter aus sieben Meter an (52.) - ein Hundertprozentiger.

KINGSLEY COMAN - NOTE 3: Als Linksaußen zunächst unterstützt von Hernández, dann wie in den letzten Jahren vom eingewechselten Alaba. Wenige gute, weil zwingende Aktionen. Konnte sich selten gegen Augsburgs Routinier Lichtsteiner durchsetzen. Steigerte sich in der zweiten Halbzeit gegen physisch nachlassende Augsburger.

ROBERT LEWANDOWSKI - NOTE 2: Der Rekordebrecher. Nach seinem Kopfballtor zum 1:1 in Augsburg (14.) nun mit 16 Treffern in den letzten elf Pflichtspielen der Bayern – wie einst im Jahr 2000 Carsten Jancker. Damit stellte der Pole einen weiteren Rekord ein: Wie Ex-BVB-Angreifer Aubameyang 2015/16 hat Lewandowski nun an den ersten acht Bundesligaspieltagen mindestens einmal getroffen.

DAVID ALABA - NOTE 4: Hatte die beiden Qualifikationsspiele mit der österreichischen Nationalelf wegen seiner Rippenverletzung nicht bestreiten können. Musste in Augsburg nach 12 Minuten für den verletzten Süle ran. Ging auf seine Stammposition links in der Viererkette. Das 2:2 fiel über seine Seite.

THOMAS MÜLLER - Ohne NOTE: Zum sechsten Mal hintereinander bei Anpfiff auf der Bank. Als es in der 78. Minute erstmals Thomas-Müller-Sprechchöre von den Bayern-Fans gab, schien sich Trainer Kovac an ihn zu erinnern. Kam in der 80. Minute für Coutinho. Vergab das sichere 3:1 (90.), verzog völlig frei. Wirkte verunsichert.

LEON GORETZKA - Ohne NOTE: Dritter Wechsel – und ein Comeback. Der Mittelfeldspieler kam zu seinem Saisondebüt in der Bundesliga (zuvor nur im Supercup und im DFB-Pokal auf dem Platz (87.). Hatte nach einer Oberschenkel-Operation, bei der ein Bluterguss entfernt werden musste, über Wochen gefehlt. Vergab durch einen schlampigen Pass das 3:1.

 

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