Abwehrstar des FC Bayern Niklas Süle: Was der Bundestrainer jetzt von ihm erwartet

Abwehrstar des FC Bayern: Niklas Süle. Foto: imago/Eibner

Verteidiger Niklas Süle ist auch im DFB-Team der Mann der Gegenwart und Zukunft. Bundestrainer Joachim Löw erwartet viel vom Abwehrmann des FC Bayern.

 

Mainz - Einer, der Kapitän, ist 33 Jahre alt. Neben Manuel Neuer gehört lediglich ein weiterer Ü30-Spieler dem aktuellen DFB-Kader für die beiden Juni-Länderspiele an.

Der Rest ist größtenteils junges Gemüse, viele entstammen dem 95er-Jahrgang. "Es fühlt sich so an als wäre man in der U21, ich kenne hier sehr viele Spieler, mit denen ich schon in der Jugend zusammengespielt habe", beschrieb Serge Gnabry die Tage rund um das 2:0 in Weißrussland und das insgesamt dritte Spiel in der EM-Qualifikation gegen Estland.

Süle und Kimmich hatten ihre Probleme

Das Rudel harmoniert. "Wir sind alle noch relativ jung und sehr vertraut miteinander. Wir haben zusammen sehr viel Spaß", erklärte Bayern-Profi Gnabry.

Was nicht vor Kontroversen schützt. Niklas Süle, der Abwehrchef, geboren 1995, hatte anfangs so seine Probleme mit Joshua Kimmich, selber Jahrgang. Denn Kimmich war seit Jugendtagen ein Arbeiter, der alles sehr ernst nahm, ein Perfektionist, ein Anführertyp. Süle schob hin und wieder eine lockerere Kugel. Nur die Ruhe.

"Wir hatten kleine Turbulenzen am Anfang unserer Beziehung", verriet Süle nun in einem gemeinsamen Video-Interview mit Kimmich auf der DFB-Homepage: "Ich musste erst einmal mit seiner Art zurechtkommen. Joshua will immer gewinnen, das zeichnet ihn aus. Dann rutscht ihm aber mal was raus, um die Mitspieler zu motivieren. Da hatte ich Probleme mit. Dann hat es auch mal gekracht."

Süle: Kimmich ist ein "Musterschüler"

Mittlerweile verstehen sich die beiden Bayern-Profis bestens. Süle nennt Kimmich einen "Musterschüler", findet es "beeindruckend", wie der "jeden Tag arbeitet". Denn: Er selber sei "nicht so ein Arbeitstier". Kimmich (41 Länderspiele) gibt die Komplimente zurück: „Es macht Spaß, Titel mit ihm zu gewinnen. Wir haben noch einiges zusammen vor."

Als gewichtige Mitglieder der neuen Generation nach dem Umbruch im DFB-Team. Beide haben den Kollaps in der Vorrunde bei der WM in Russland miterlebt. "Wir sind gefragt, wir stehen in der Verantwortung", erklärt Kimmich.

Süle (19 Länderspiele) überzeugt mit Leistung. Mit Beginn der vergangenen Rückrunde stieg der gebürtige Frankfurter zum Abwehr-Boss auf, überholte in der Bayern-Hierarchie Mats Hummels und Jérôme Boateng, das Weltmeister-Duo von 2014. Seine Ruhe am Ball und im Passspiel, seine Zweikampfstärke, seine Schnelligkeit sowie seine generelle körperliche Präsenz auf dem Platz machen ihn unverzichtbar.

Süle statt Hummels und Boateng

Mittlerweile auch in der Nationalelf. Gerade nachdem Bundestrainer Joachim Löw seit März auf die Dienste von Hummels und Boateng verzichtet, um in der Abwehr den Generationenwechsel im Rahmen des Umbruchs der gesamten Mannschaft zu vollziehen. "Niklas ist jetzt in der Verantwortung", sagte Löw im Frühjahr, "das bringt auch eine gewisse Erwartungshaltung an ihn mit sich. Wir erwarten noch mehr von ihm. Er muss jetzt hinten organisieren, dirigieren, sich zeigen. Jetzt sind nicht andere vor ihm."

Am Montag lobte ihn Aushilfsbundestrainer Marcus Sorg: "Es ist aktuell sehr spannend, wer in die Führungspositionen hineinwächst. Wer dann die festen Anker werden, wird sich zeigen. Niklas ist da natürlich einer der potenziellen Kandidaten." Mit dem gestiegenen Druck und der Verantwortung kommt Süle klar: "Ich weiß meine Situation immer ganz gut einzuschätzen und muss mir nicht irgendwelchen Input von außen holen."

Er ist keiner, der Gefahr läuft, abzuheben. Im Sommer muss sich der 23-Jährige auf neue Konkurrenz einstellen. Benjamin Pavard kommt vom VfB Stuttgart, 80-Millionen-Euro-Mann Lucas Hernández von Atlético Madrid, beide Außenverteidiger und zugleich Alternativen für die Abwehr-Mitte.

Süle ist ein Realist

Süle nimmt’s gelassen. Er ist kein Träumer, er ist Realist. "Es macht unglaublich viel Spaß, und ich bin sehr froh darüber, wo ich jetzt bin. Ich weiß aber auch: Wenn man bei Bayern mal ein paar Spiele nicht abliefert, ist man wieder die Nummer drei."

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