1:2 daheim gegen Real Madrid FC Bayern und das Triple: Wunder gesucht

Der FC Bayern tat sich gegen die Real-Abwehr sehr schwer, vergab aber vor der Pause auch viele gute Gelegenheiten. Foto: imago/Eibner

Der FC Bayern geht im Halbfinale der Champions League daheim gegen Real Madrid zwar durch Kimmich in Führung, doch Marcelo und Asensio drehen das Spiel. "Wir waren insgesamt zu naiv", sagt Thomas Müller.

 

München - Ein Spiel als Knackpunkt, als oberstes Gericht einer ganzen langen Saison. Die Bayern ließen gestern ihr letztes Hemd auf dem Rasen der Allianz Arena gegen Titelverteidiger Real Madrid. Aber es reichte wieder nicht gegen die Königlichen.

Durch das 1:2 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals - hier gibt's die Partie im Liveticker zum Nachlesen - reisen die Münchner mit einer denkbar schlechten Ausgangsposition nächste Woche nach Madrid. Das Rückspiel im Bernabeu am 1. Mai dürfte zur "Mission impossible" werden.

1:2 gegen Real: Viele Nackenschläge 

Joshua Kimmich hatte die Bayern mit seinem 1:0 vom Finale in Kiew träumen lassen, doch es setzte zu viele Nackenschläge und Magenschwinger. Die Verletzungen von Arjen Robben und Jérôme Boateng, die beide noch vor der Pause raus mussten, und die Gegentreffer durch Marcelo und Asensio. Im Rückspiel müsste Jupp Heynckes an alter Wirkungsstätte nicht weniger als ein Wunder gelingen. Wunder gesucht!

1:2 gegen Real - Müller fand's "zu naiv"

"Wir waren Mitte der ersten Halbzeit sehr gut im Spiel. Aber wir waren insgesamt zu naiv. Wir hatten so viele Möglichkeiten. Wie Madrid das 2:1 erreicht hat, müssen die wissen. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen", sagte Kapitän Thomas Müller, "aber man sieht, dass im Rückspiel was drin ist."

Die Bayern mit sechs Champions-League-Siegern von 2013 in der Startelf: Boateng, Martínez, Müller, Ribéry, Robben und Rafinha, der damals nicht von Beginn an spielte. Und Real Madrid mit: Cristiano Ronaldo, dem viermaligen Henkelpott-Gewinner, einmal mit Manchester United.

1:2 gegen Real - Robben und Boateng früh raus

Zu Spielbeginn hatten die Ärzte mehr zu tun als die Profis. Robben, Wembley-Held von 2013, kurz zuvor noch besungen von den Bayern-Fans. Er blieb auf dem Rasen sitzen, nach dem Quick-Check von Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt war klar: Nichts geht mehr. Der Oberschenkel! Mit gesenktem Haupt musste der Holländer in die Kabine trotten.

Nach acht Minuten kam Thiago, der in die Zentrale rückte, Müller dafür auf rechts. Da waren nur noch fünf Henkelpott-Gewinner, allerdings kennt auch James Rodríguez, die Real-Leihgabe, dieses Gefühl. Nach furiosen Start kühlten sich die Teams herunter. Respekt und Vorsicht dominierten. Den Bayern merkte man an, dass sie den Robben-Schock verdauen mussten.

1:2 gegen Real - Madrid einfach cleverer

Bis Kimmich abging, auf der verwaisten Robben-Seite. James erkannte den Laufweg, Kimmich sprintete in die Lücke und überraschte Real-Torhüter Keylor Navas mit einem Direktschuss – das 1:0 (28). Navas sah unglücklich aus. Ausgangspunkt der Bayern-Führung war ein Balljunge hinter dem Tor vor der Südkurve.

Gedankenschnell war er Torhüter Sven Ulreich die Kugel zu, der konnte das Spiel sofort schnell machen. Sechs Minuten später erwischte es Boateng bei einem Antritt. Die nächste Verletzung (Leiste), der nächste Abgang. Kurz vor der Pause der schlimmste Nackenschlag für die Bayern, das 1:1 für Real, höchst unglücklich entstanden.

Weil Ronaldo an der Strafraumgrenze zuckte, aber nicht zum Fallrückzieher ansetzte, zögerte Martínez einen Moment. Den nutzte Marcelo für einen satten Linksschuss, der Ausgleich (44.). Nach der Pause lud Rafinha mit einem bösen Patzer an der Mittellinie die Gäste zu einem Konter ein, den Asensio souverän zum 1:2 (57.) abschloss. Real einfach cleverer und entschlossener. Bayern mit Courage und Willen, aber eben den Tick unglücklicher – das machte den Unterschied.

Lesen Sie hier: Drama um Robben und Boateng! Bayern-Stars verletzt raus

 

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