Was man vor dem Nockherberg wissen muss
Beim traditionellen Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg gibt es in diesem Jahr einige Neuerungen - anderes ist wie immer. Was muss man vor dem Polit-Spektakel am Abend wissen? Ein Überblick:
Neuer Fastenprediger
Es ist seine Premiere als Fastenprediger: Der Schauspieler und Kabarettist Stephan Zinner will der versammelten Polit-Prominenz heuer erstmals die Leviten lesen. Die Bühne allerdings kennt er schon, ist er doch ein Altbekannter auf dem Nockherberg: Zinner war dort viele Jahre lang im Singspiel aufgetreten, bis 2019, als Double von Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Zinner tritt als Fastenprediger die Nachfolge von Maxi Schafroth an: Der Kabarettist hatte nach einer von Teilen des Publikums viel kritisierten Rede beim letztjährigen Starkbieranstich seinen Posten räumen müssen.
Alt und neu im Singspiel
Beim anschließenden Singspiel behalten einige Schauspieler ihre bekannten Rollen - andere müssen umswitchen: Der Schauspieler David Zimmerschied beispielsweise wird erneut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) doubeln. Gleiches gilt für Thomas Unger, der zum vierten Mal als Söder auftritt.
Erneut dabei sind auch Gerhard Wittmann als Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Judith Toth als bayerische Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) und Stefan Murr als Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Sina Reiß spielt die Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze.
Einige Schauspieler übernehmen jedoch neue Rollen: So gibt Wowo Habdank, der schon als Grünen-Politiker Anton Hofreiter auf der Bühne stand, Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), und Nikola Norgauer, zuletzt als Olaf Scholz auf der Bühne, wird in diesem Jahr zur SPD-Vorsitzenden und Arbeitsministerin Bärbel Bas. Es ist bereits ihre sechste Nockherberg-Rolle.
Von der Nockherberg-Höchststrafe und Söders Hoffnung
Ansonsten ist voraussichtlich alles wie immer: Unten im Saal werden Söder, sein Kabinett, die Oppositions-Fraktionschefs und einige Bundespolitiker sitzen - und gute Miene zum bösen Spiel machen. Denn noch immer gilt die alte Nockherberg-Regel: lieber sauber derbleckt werden als gar nicht erwähnt werden. Das nämlich ist die Höchststrafe: gar nicht vorzukommen.
Eine Art Strafe ist aber vielleicht auch, wenn andere mehr Raum bekommen als man selbst. Gibt es etwa bei Markus Söder eine gewisse Besorgnis, dass Merz eine allzu große Rolle einnehmen könnte? Jedenfalls sagte Söder, vom Radiosender Antenne Bayern darauf angesprochen: "Es ist mir wirklich, wirklich wurscht. Eines allerdings find' ich schon, und das hat jetzt aber nichts mit mir zu tun: Ich finde, der Nockherberg ist kein nationales Singspiel, sondern ein bayerisches." Im ersten Moment sei es zwar mal witzig, fünf, sechs, sieben Bundespolitiker zu sehen. Er hoffe aber, dass es am Ende "bayerisch bleibt und nicht zu sehr preußisch wird, weil dann wird es langweilig", meinte Söder.
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