TSV 1860 München vor SV Seligenporten: Karsten Wettberg im AZ-Interview

Karsten Wettberg, Kult-Trainer der Löwen, spricht über das Spiel gegen den SV Seligenporten, die positive Stimmung an der Grünwalder – und mahnt: „Für 1860 ist es noch keine gmahde Wiesn!“
| Matthias Eicher
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TSV 1860 Karsten Wettberg Willi Bierofka
augenklick TSV 1860 Karsten Wettberg Willi Bierofka

Karsten Wettberg, Kult-Trainer der Löwen, spricht über das Spiel gegen den SV Seligenporten, die positive Stimmung an der Grünwalder – und mahnt: "Für 1860 ist es noch keine gmahde Wiesn!"

München/Seligenporten - Er kennt den kommenden Löwen-Gegner bestens: Zwischen 2009 und 2013 trainierte Kult-Coach Karsten Wettberg den SV Seligenporten. Vor dem Spiel des TSV 1860 bei den Oberpfälzern (ab 16 Uhr, im AZ-Liveticker) erklärt der "König von Giesing" im AZ-Interview, wie der SVS mit ehrenamtlichen Strukturen maximalen Erfolg erzielt.

"Lebenszeichen gegen Bayreuth" 

AZ: Herr Wettberg, der TSV 1860 tritt am Samstag beim SV Seligenporten an, einem Ihrer zahlreichen Ex-Vereine. Regionalliga-Tabellenführer gegen Schlusslicht – eine klare Sache?
KARSTEN WETTBERG: Kein leichtes Spiel. Seligenporten ist zwar Letzter, hat aber beim 2:0 gegen Bayreuth ein Lebenszeichen gegeben – und die sind immerhin Zweiter. Was 1860 aber ausgezeichnet hat: Selbst wenn es nicht so lief, ist man immer zurückgekommen. Ich werde vor Ort sein und drücke selbstverständlich Sechzig die Daumen.

Sie waren gut vier Jahre beim SVS. Was können Sie über den Verein sagen?
Das ist nicht einmal eine Gemeinde. Ein kleiner Verein, der mit vielen kleinen Sponsoren arbeitet. Es ist toll, was dort durch viele ehrenamtliche Helfer entstanden ist. 2009 habe ich die Mannschaft nach 15 sieglosen Spielen übernommen, und wir haben in vier Abstiegsspielen den Klassenerhalt geschafft. 2012 sind wir in die Regionalliga aufgestiegen. Jetzt wird es sehr schwer für den SVS, nicht abzusteigen.

TSV 1860 Karsten Wettberg Willi Bierofka
TSV 1860 Karsten Wettberg Willi Bierofka © augenklick
Fachgespräch: Kult-Trainer Karsten Wettberg (li.) und Trainer-Vater Willi Bierofka. Foto: augenklick

Die Löwen sind – nach dem tragischen Absturz in die Regionalliga – Tabellenführer, spielen daheim vor ausverkauftem Haus und feiern auch auswärts weiß-blaue Partys. Balsam für die leidgeprüften Fans?
Zweifellos ist momentan alles so, wie man es lange nicht hatte: positiv. Es läuft in die richtige Richtung, 1860 ist auch wieder in: Ich habe das Gefühl, dass auch junge Fans das Sechzger-Trikot mit Stolz tragen können. Und doch: Euphorie ist noch nicht angebracht. Daniel Bierofka hat sehr gut gearbeitet. Bei ihm müsste man mal nachschauen, ob er tatsächlich blaues Blut hat (lacht).

Auch alle zuständigen Funktionäre wie Geschäftsführer Markus Fauser, die für den Nachwuchs zuständigen Jürgen Jung und Wolfgang Schellenberg machen einen guten Job. Mit Jan Mauersberger, Timo Gebhart, Sascha Mölders und jetzt auch Phillipp Steinhart und Markus Ziereis hat man sehr gute Verstärkungen bekommen. Die braucht man aber auch dringend für seine Ziele.

"1860 muss Aufbruchstimmung konservieren"

Die da heißen, auch wenn Bierofka vermeidet, es öffentlich zu äußern: Meisterschaft und Aufstieg.
Der Blick auf die Tabelle suggeriert vielleicht, auf gut Bairisch, dass es schon a gmahde Wiesn ist – ist es nicht! Rechnerisch sind es nur drei Punkte Vorsprung gegenüber Schweinfurt, sollten sie ihr nach Nachholspiel gewinnen. Und dann ist da ja noch, was Seligenporten retten könnte, aber es für Sechzig noch schwerer macht: die Relegation. Andere Traditionsvereine sind nach dem Absturz in den Amateurfußball versauert, obwohl sie sofort wieder hoch wollten. Bierofka hat also völlig recht, wenn er mahnt: Bleibt mal auf dem Teppich.

Obwohl derzeit Ruhe herrscht, verlangen diverse Themen bezüglich Stadionfrage, dem abgetauchten Investor Hasan Ismaik und dem potenziellen Neu-Geldgeber Gerhard Mey der nach wie vor Lösungen.
Natürlich, diese Dinge müssen parallel angegangen werden. Am besten Schritt für Schritt. Und hinter verschlossenen Türen. Es herrscht momentan eine enorme Aufbruchstimmung. Die muss man mit allen Mitteln konservieren.

Lesen Sie auch: Adlung-Rückkehr? Bierofka beschwichtigt

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