TSV 1860 München: Daniel Bierofka ist der Vater des Erfolgs

Der Sechzig-Trainer ist die Identifikationsperson im Verein - und eine Kultfigur. "Biero ist für mich geisteskrank", sagt Christian Köppel lachend. Und Nico Karger findet ihn schlicht "Weltklasse!"
| M. Eicher, P. Mayer
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Der biergeduschte "Vater des Erfolges": Löwen-Trainer Daniel Bierofka.
sampics/AK Der biergeduschte "Vater des Erfolges": Löwen-Trainer Daniel Bierofka.

München - Rückblende: 30. Mai 2017, Allianz Arena. Der TSV 1860 ist nach einer 0:2-Pleite gegen den SSV Jahn Regensburg abgestiegen. Die Fans skandieren: "Außer Biero könnt ihr alle gehen." Der gescheiterte Star-Trainer Vitor Pereira, Geschäftsführer Ian Ayre, Präsident Peter Cassalette, fast die komplette Mannschaft: alle gehen.

Einer denkt nicht daran: Daniel Bierofka.

Sonntag, 27. Mai 2018, fast genau ein Jahr später, Grünwalder Stadion. Tausende Fans rufen nicht mehr von den Rängen, sondern vom Rasen aus auf den Zaun vor der Haupttribüne hinauf: "Ohne Biero wär'n wir gar nicht hier!" Sie schreien es später dem Partybus entgegen, auf dem Bierofka und seine Spieler stehen.

Aufstieg geht vor allem auf Bierofkas Kappe

Denn sie wissen, wem sie den Aufstieg in die Dritte Liga zu verdanken haben. Und auch die Spieler wissen es. Daher gab es nur einen Löwen, der von allen ins Fadenkreuz genommen wurde: ihr Coach, ihr Macher.

Nicht eine, nicht zwei, sondern gleich mehrere Bierduschen musste der 39-Jährige im und vor dem Grünwalder Stadion über sich ergehen lassen. Vor allem die im Stadion von Torjäger und Aufstiegsheld Sascha Mölders saß. Bier-ofka, der pudelnasse Löwe! "Ich glaub', es gibt keinen, der nicht weiß, dass dieses Ding hauptsächlich auf die Kappe von unserem Biero geht", sagte Vizekapitän Jan Mauersberger der AZ auf der Suche nach dem Protagonisten des Löwen-Märchens.

Nach Aufstieg: So feiern die Löwen-Fans

"Biero ist für mich geisteskrank" , so Christian Köppel, einer der Schützlinge, die Sechzigs Ikone zur ersten Elf hochgezogen und zu einem seiner Kämpferkicker geformt hat, lachend über seinen Trainer und zeigte sich ans Köpfchen: "Der hat einen hier oben." Was Köppel meint: Sein Coach ist einer dieser Fußball-Verrückten im positiven Sinne. Einer, der nichts dem Zufall überlässt.

Hasan Ismaik: "Daniel Bierofka ist der Vater des Erfolges"

Köppels Lobeshymne: "Wahnsinn, dass er diese Aufgabe angenommen hat. Der hat das gelebt, tagein, tagaus. In den Tagen während den Aufstiegsspielen konnte er nicht schlafen. Ihm gebührt die größte Ehre." Und: Bierofka ist einer, der seine Spieler stets bis in die Haarspitzen motiviert. "Der Trainer hat vor den Spielen immer geile Videoanalysen gezeigt. So etwas habe ich noch nie gehabt. Heute auch wieder. Weltklasse!", erklärte Nico Karger über Bierofkas Maßnahme, das Aufstiegsvideo von Karsten Wettberg aus dem Jahre 1991 auszupacken. Investor Hasan Ismaik schrieb: "Er ist der Vater des Erfolges."

Einzelkritik: Zwei Fünfer, eine Eins für die Aufsteiger-Löwen

Der einstige Löwenprofi selbst reichte, uneigennützig wie immer, sämtliche Komplimente umgehend weiter. "Es freut mich extrem für diese Fans. Sie haben unheimlich viel erleiden müssen im Sommer. Wir waren fertig, waren down. Die Fans haben den Verein wieder zum Leben erweckt", so der Leidenschafts-Löwe, bevor er sein Team über den grünen Klee lobte: "Was die Mannschaft für einen Charakter hat, wie sie sich mit dem Verein identifiziert. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal so eine Mannschaft trainieren werde. Sie ist ein Geschenk. Ich wäre der größte Vollidiot, wenn ich jetzt diese Mannschaft verlassen würde."

Was der seinen Aussagen zufolge so reich beschenkte Coach allerdings demnächst machen wird: die Mannschaft verlassen. Wenn bei den Sechzgern am 18. Juni der Saisonauftakt ansteht, beginnt sein Lehrgang der Fußballlehrer-Lizenz. "Das wird ein brutales Jahr", so Bierofka, "aber ich bin ja belastbar." Achja, seine Urlaubsplanung: Zwei Tage Wellness-Auszeit sollen es laut seiner Frau Nicole werden. Danach zählt für den Fußball-Verrückten Biero wieder Sechzig.

Lesen Sie auch: Die Löwen nach dem Aufstieg: Giesinger Ballermänner

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