TSV 1860: Löwen als Angsthasen - und der Investor zürnt

Der TSV 1860 verliert in Osnabrück mit 1:3, weil Sechzig nach der Führung durch Lex ein völlig anderes Gesicht zeigt. "Ich erwarte eine Kehrtwende", schreibt Investor Ismaik und Torjäger Mölders grantelt.
| Matthias Eicher
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"Maßlose Enttäuschung" von "Angsthasenfußballern": Investor Ismaik und Torjäger Mölders wurden deutlich.
"Maßlose Enttäuschung" von "Angsthasenfußballern": Investor Ismaik und Torjäger Mölders wurden deutlich. © osnapix

München - Aufholjagd starten, Punkte hamstern, das Feld von hinten aufrollen. Was hatten sich die Sechzger alles vorgenommen – und sich vor dem Duell beim Tabellen-Zweiten VfL Osnabrück starkgeredet. Doch zum Leidwesen aller Löwen kam es erstens anders und zweitens als gedacht.

Beim 1:3 des TSV 1860 an der Bremer Brücke gegen den Zweitliga-Absteiger zeigte die Mannschaft von Trainer Michael Köllner am Samstag zwei Gesichter: Stefan Lex, aktuell Tore-Lieferant Nummer eins bei den Blauen, schoss die anfangs forschen Giesinger früh in Führung (24.). Vieles schien schon für den dritten Erfolg in Serie zu sprechen: Also doch die Veredelung der beiden jüngsten Erfolge (Pokal-Sieg gegen Schalke und Sechs-Null gegen Freiburg II)? Weit gefehlt!

Verärgerter Alphalöwe: Mölders schimpft nach dem Spiel

"Wir wussten, dass es schwer wird. Aber wenn du hier in Osnabrück so eine zweite Halbzeit hinlegst, wenn du Angsthasenfußball spielst, keine Zweikämpfe führst, dann kannst du hier nichts holen", schimpfte Kapitän Sascha Mölders hinterher konsterniert über den völlig unerklärlichen Verlust jeglichen Selbstvertrauens seiner anfangs überzeugenden Sechzger. Die Angsthasen-Löwen.

Ein Doppelpack von Ba-Muaka Simakala kurz vor und nach der Pause (39., 48) schlug zwei enorme Löcher in den Selbstvertrauen-Tank des TSV 1860, Felix Higl machte für die immer stärker aufspielenden Hausherren noch den Deckel drauf (85.).

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Sechzig hat noch keinen Auswärtssieg in dieser Saison

Aus der Traum von der Trendwende, von der fetten drei-Punkte-Hamsterei. Stattdessen sind die Sechzger weiter einsame Spitze in einer Statistik, die ihnen so gar nicht gefallen kann: Als einziges Drittliga-Team hat 1860 noch keinen einzigen Auswärts-Dreier auf dem Konto.

Aufgrund der Art dieses weiß-blauen Kontrollverlustes fielen die Urteile zweier Protagonisten der Giesinger dann auch mehr als deutlich aus. "So etwas habe ich bei Sechzig noch nicht erlebt", wunderte sich ein frustrierter Chefcoach Michael Köllner mit Blick auf den Spielverlauf: "Wir haben 30 Minuten ein sehr, sehr gutes Auswärtsspiel gemacht, verdient 1:0 geführt und alles getan, damit wir hier etwas mitnehmen. Doch nach einer halben Stunde haben wir dann das Spiel weggegeben."

Ismaik fordert Kehrtwende nach der Länderspielpause

Und dann wäre da noch der Investor. Hasan Ismaik hatte, allen früheren Grantel-Anfällen in den Sozialen Medien zum Trotz, in den vergangenen Monaten stets aufbauende und konstruktive Botschaften gesendet. Nun folgte die Abkehr: "Ich bin ehrlich: Die Art und Weise, wie ihr euch heute beim 1:3 in Osnabrück in der zweiten Hälfte aufgegeben habt, das ist nicht löwen-like", kritisierte die PR-Abteilung des Jordaniers mit klaren Worten: "Ich bin maßlos enttäuscht, auch beim Blick auf die Tabelle. Das hatten wir uns alle anders vorgestellt." Magere 17 Punkte nach 14 Spielen, damit rangiert 1860 nur hauchdünn über dem Tabellenkeller.

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Ob der Haupt-Gesellschafter schon seine Felle davonschwimmen sieht? "Ich vertraue euch, den Spielern und dem Trainerstab, aber ich erwarte nach der Länderspielpause eine Kehrtwende, damit unsere treuen Fans wieder Grund zur Freude haben", stellte Ismaik unmissverständlich klar. Eine Forderung, die den Druck auf alle Beteiligten noch weiter erhöht...

Rechtsverteidiger Yannick Deichmann, zuletzt immer wieder ein Aktivposten der Blauen, zeigte sich ratlos. "Wir müssen das erstmal sacken lassen", meinte der 27-Jährige und ließ eine Kampfansage folgen: "Wir ärgern uns unfassbar, müssen aber wieder aufstehen und nach vorne schauen." Das sollten die Blauen auch tun, denn weitere Angsthasen-Auftritte der Löwen dürften alle Beteiligten nicht gerade beruhigen. Im Gegenteil!

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