TSV 1860: Das Leid der Neulöwen um Staude und Biankadi

Nur der Pfosten steht Keanu Staudes perfektem Einstand im Weg. Genau wie Biankadi ist er noch nicht wirklich beim TSV 1860 angekommen.
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Hadert mit seinem Pfostentreffer in der Nachspielzeit: Neuzugang Keanu Staude.
Hadert mit seinem Pfostentreffer in der Nachspielzeit: Neuzugang Keanu Staude. © imago/Jan Huebner

München - Bitte bereitmachen, Keanu Staude: Samstagnachmittag, Hermann-Neuberger-Stadion, Völklingen. Es lief die 68. Spielminute, da durfte Sechzigs zweiter Winter-Neuzugang endlich zur Tat schreiten. Prompt sollte der 24-Jährige tatkräftig in Erscheinung treten - und zwar in einer Szene, die Sechzig doppeltes Pech brachte statt ein versöhnliches Ende.

TSV 1860: Es fehlt momentan an Glück, aber auch an Präzision

Die 1:2-Niederlage des TSV 1860 beim 1. FC Saarbrücken, sie reiht sich ein in die Liste jener Spiele, die 1860 ganz und gar nicht hätte verlieren müssen. Trotz 0:2-Rückstands, trotz des von Phillipp Steinhart verschossenen Elfmeters steckten die Löwen nicht auf und kamen durch Torjäger Sascha Mölders' Anschlusstreffer (67.) zurück ins Spiel. Nebst einigen anderen Torchancen war es diese eine Szene Sekunden vor dem Schlusspfiff, die zeigte: Es fehlt derzeit an Präzision, Glück - und auch an der letzten Konsequenz.

Bestes Beispiel? Neulöwe Staude: In der dritten Minute der Nachspielzeit tauchte der in seinen 25 Minuten zuvor eher unauffällige Kreativ-Kicker im Strafraum auf und zog ab. Der Aufsetzer flog an Torhüter Daniel Batz vorbei in Richtung Tor. Mancher Sechzger hatte womöglich wie bei Mölders' Riesenchance vergangene Woche gegen Hansa Rostock (0:0) schon den Torschrei auf den Lippen. Staude hätte der Löwen-Held werden können - er wurde mit seinem Pfostentreffer zum Pechvogel.

Köllner über Staudes Debüt bei Sechzig nach Corona-Virus

"Das wäre natürlich das perfekte Debüt gewesen", meinte Cheftrainer Michael Köllner nach Spielende über die dickste Chance aus dem Spiel heraus, die wie Steinharts Strafstoß aber eben nicht im Tor landete und Sechzigs Abstand zu den Aufstiegsrängen weiter vergrößerte. Dennoch urteilte Köllner über die Leistung des Ex-Bielefelders in seinem ersten Auftritt mit dem Löwen auf der Brust: "Dafür, dass er so lange nicht gespielt hat, bin ich zufrieden - auch, wenn der Ball am Schluss nicht reingegangen ist." Köllner verwies darauf, dass Staude zuvor bei den Würzburger Kickers kaum zum Einsatz gekommen sei (nur drei Liga-Einsätze). Bei Sechzig folgte bekanntlich alles andere als ein optimaler Start, schließlich begegnete Staude auf Giesings Höhen nicht direkt den Kontrahenten auf dem Rasen, sondern dem Corona-Virus.

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Staude hat gezeigt, dass er neben Mölders torgefährlich ist

Nun hofft Köllner, dass man den zweitligaerfahrenen Offensiv-Mann "Woche für Woche weiter voranbringen" könne. "Dann wird er ein Thema für die Startelf und kann unsere Spiele richtig gut zu Ende bringen." Einen Zeitpunkt dafür nannte der 51-Jährige nicht, was zwei Dinge zeigt: Staude hat direkt mit dem ersten Einsatz bewiesen, dass er neben Garant Mölders (14 Saisontreffer) Torgefahr erzeugen kann - aber auch, dass er eben nicht der erwünschte Soforthelfer ist.

Mit diesem Stichwort sind wir beim zweiten, mit einer ähnlich hohen Erwartungshaltung konfrontierten Neulöwen angelangt: Merveille Biankadi. Der für zwei Spielzeiten von Zweitligist 1. FC Heidenheim entliehene Flügelspieler hatte mit seinen beiden umjubelten Scorerpunkten gegen den FC Bayern II (1:0) und den FC Ingolstadt 04 (1:0) einen Traum-Einstand gefeiert und maßgeblich zu Sechzigs geglücktem Erwachen aus dem Winterschlaf beigetragen. Der Deutsch-Kongolese hat dadurch aber auch etwas darüber hinweggetäuscht, dass er vor seinem Wechsel ebenfalls nicht voll im Saft gewesen ist.

Mehrfach versagten bei 1860-Neuzugang Biankadi die Nerven

Prompt folgten schwächere Spiele, in denen Biankadi weder Zählbares, noch überzeugende Auftritte liefern konnte. Mehrfach versagten dem 25-Jährigen bereits die Nerven. Wie nun auch in Völklingen, wo er erstmals nur als Joker aufgelaufen war: Nach gekonntem Solo schoss der Neuzugang nicht nur unpräzise drüber (53.), er versiebte auch den Abstauber nach Staudes Pfostenschuss. Das Leid der Neulöwen. Letztendlich musste Köllner daher bekannte Lehren zu ziehen: "Wir müssen kaltschnäuziger werden." Staude, Biankadi und Co. haben noch 14 Spieltage Zeit, um daran zu feilen und sich den Titel der besten Offensive von Aufsteiger SC Verl (siegte 4:0 gegen Magdeburg) zurückzuholen.

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