TSV 1860: Aufholjagd gegen Chemnitz - Ekstase im Grünwalder Stadion

Aus 0:2 mach 4:3: Nach der in letzter Sekunde spektakulär gelungenen Aufholjagd gegen den Chemnitzer FC spechten manche Löwen-Fans bereits wieder in Richtung Aufstiegsplätze.
| Matthias Eicher
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Sascha Mölders bejubelt einen Treffer gegen Eintracht Braunschweig
2 Sascha Mölders bejubelt einen Treffer gegen Eintracht Braunschweig
Matchwinner war Prince Owusu.
imago images/Lackovic 2 Matchwinner war Prince Owusu.

München - Die Löwen geizen nun wirklich nicht mit Drama. Oft heißen die Trümpfe Kampf und Leidenschaft. Bis zur letzten Sekunde. Alles Standardprogramm. Doch das, was dieses Spiel der Superlative zu bieten hatte, setzt dem ganz normalen Löwen-Wahnsinn die Krone auf.

"Das ist doch der Grund, warum wir zu 60 München gehen", krächzte Stadionsprecher Stefan Schneider nach vollbrachtem Werk heiser und brachte auf den Punkt, was sich wohl Tausende Löwen-Fans dachten, die das Grünwalder Stadion zu einem Tollhaus machten: In einem irren Drittligaspiel am Samstag gegen den Chemnitzer FC lag der TSV 1860 schier hoffnungslos mit 0:2 zurück. Doch das Duell nahm unaufhaltsam seinen Lauf, die Blauen landeten mit dem 4:3 am 26. Spieltag einen umjubelten Last-Minute-Sieg. 1860 pur in Giesing! Hinterher gönnten sich nicht nur Torjäger Sascha Mölders und Trainer Michael Köllner ein Prosit auf Sechzig.

Sascha Mölders bejubelt einen Treffer gegen Eintracht Braunschweig
Sascha Mölders bejubelt einen Treffer gegen Eintracht Braunschweig

"Diese Dramaturgie kann man sich nicht ausmalen", sagte Köllner, "wenn man das weiß, kommt man gar nicht ins Stadion, weil das herzinfarktgefährdend ist." Kult-Löwe Mölders sagte in seiner unnachahmlichen Art über die Sause des neuen Tabellen-Achten (39 Punkte) in der VIP-Alm am Vereinsgelände: "Es war so gut, so geil, dass wir jetzt einfach nur k.o. sind. Jetzt fahren wir gleich rüber und trinken erstmal ein Weißbier."

Nach vier Remis im Rückstand: Sechzigs Aufholjagd

Doch der Reihe nach. Die im Jahr 2020 noch unbesiegten Chemnitzer gingen durch Niklas Hoheneder (2.) und Erik Tallig (36.) in Führung. "Mit zwei Toren zurückzuliegen, das hatten wir zu Hause auch noch nicht, seit ich hier bin", stellte Köllner fest. Sechzigs Serie wackelte bedenklich.Bitter für 1860: Das 0:1 aus Abseitsposition und Tim Rieders fragwürdig lange Behandlungspause vor dem 0:2 reihen sich in die lange Liste an falschen bis strittigen Schiedsrichterentscheidungen ein. "Das zieht sich durch die ganze Saison", klagte Verteidiger Phillipp Steinhart, der eine "Achterbahnfahrt der Gefühle" durchlebte, denn: Es folgte die starke Einzelaktion von Stefan Lex zum 1:2 (41.).

Steinhart dazu: "Zum Glück haben wir noch vor der Pause den Anschluss geschafft." Für Köllner stand nun trotz Rückstand fest, dass nach vier Remis in Folge ein Dreier her musste: "Wir haben uns in der Kabine vorgenommen, nicht nur Unentschieden spielen zu wollen, sondern das Spiel zu drehen."

Matchwinner war Prince Owusu.
Matchwinner war Prince Owusu. © imago images/Lackovic

Gesagt, getan: Timo Gebhart (56., Foulelfmeter) und Mölders (58.) schossen 1860 mit einem Doppelschlag in Front, das Grünwalder bebte, wofür sich Köllner hinterher vor den Fans verneigte. Mölders lobte: "Sie haben gemerkt, dass wir ihre Unterstützung brauchen. Eine Welle hat die nächste gejagt. Dadurch hatten wir nie das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren können."

TSV 1860 dreht Spiel gegen Chemnitz: Sieg mit 4:3

Nach dem Traumtor von Ex-Löwe Philipp Hosiner zum 3:3 (65.) geriet der TSV ins Wanken. Schließlich blieb es Prince Owusu vorbehalten, die Sechzger in den siebten Himmel zu köpfen (90.+2.). Mölders über den Matchwinner und Köllners restliche Offensiv-Joker Dennis Dressel und Nico Karger: "Die Jungs, die reingekommen sind, haben super funktioniert. Das zeigt den Charakter der Truppe."

Danach verfiel ganz Giesing in kollektiven Siegestaumel: "Egal!", skandierten Mölders und Co. halb nackt in der Kabine zum Sound von Oliver Pochers gleichnamiger Wendler-Parodie. Die Fans füllten Giesings Kneipen. Und Köllners Feierlaune? "Ich hab' nur ein Radler getrunken", sagte der bei Sechzig weiter unbesiegte Coach.

Bei nur noch fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Duisburg ist längst nicht mehr ausgeschlossen, dass 1860 eine verrückte Saison noch toppt – und sich Mitte Mai ein Aufstiegsbierchen genehmigt.

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