Sechzigs Erzfeind Uli Hoeneß macht sich für die 3. Liga stark

Bayerns Ex-Präsident Uli Hoeneß fordert vom DFB finanzielle Hilfe für die darbende Dritte Liga.
| Krischan Kaufmann
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DFB-Präsident Fritz Keller.
Patrick Seeger/dpa DFB-Präsident Fritz Keller.

München - Ungewöhnliche Zeiten führen zu ungewöhnlichen Aussagen. So geschehen am Mittwochabend bei einer Expertenrunde im Bayerischen Fernsehen. Zu Gast war neben DFB-Vize Rainer Koch auch Uli Hoeneß – und ausgerechnet der ehemalige Bayern-Präsident machte sich dort für die Löwen stark. Zumindest indirekt.

Denn Hoeneß giftete mit Blick auf die finanzielle Schieflage vieler Drittliga-Vereine in Richtung DFB: "Dann sollte der DFB mal eines seiner Silos anzapfen und der Dritten Liga die Einnahmen aus ein oder zwei Länderspielen in dieser schwierigen Zeit zukommen lassen – dann wäre der Dritten Liga sehr geholfen und der DFB würde kein Stück ärmer." Rumms, das hat gesessen. Und selbst in Giesing dürfte man Hoeneß‘ Worte gerne gehört haben.

Dabei ist der einstige Bayern-Präsident längst nicht der Einzige im Freistaat, dem die Dritte Liga am Herzen liegt. Auch Bayerns Innenminister Joachim Hermann forderte in der selben Sendung: "Wir erwarten klar, dass auch für die Dritte Liga was passiert. Wir wollen, dass das stattfindet."

"Gegen das Silo des FC Bayern ist das Silo des DFB ein Fingerhut"

Das wird es auch, wenn es nach DFB-Präsident Fritz Keller geht. Zwar fordert die Politik nun vom Verband auch für seine Profi-Ligen ein "tragfähiges Zukunftskonzept" zu entwickeln. Aber Keller erwartet, dass das grüne Licht für die Erste und Zweite Bundesliga auch für die Etage darunter gelten müsste.

"Wir gehen davon aus, dass in diese Öffnung neben der Bundesliga und Zweiten Bundesliga auch unter dem Aspekt der Gleichbehandlung ebenso die unter dem Dach des DFB organisierten Profispielklassen der Dritten Liga und der Frauen-Bundesliga sowie der DFB-Pokalwettbewerb grundsätzlich eingeschlossen sind, zumal das gemeinsam von DFB und DFL erarbeitete Hygienekonzept selbstverständlich auch dort vollumfänglich umgesetzt wird", erklärte Keller.

DFB-Präsident Fritz Keller.
DFB-Präsident Fritz Keller. © Patrick Seeger/dpa

Gorenzel hofft auf zeitnahe DFB-Entscheidung 

Ähnlich äußerte sich Sechzigs Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel. "Wir erwarten nun zeitnah eine Entscheidung des DFB-Präsidiums, wann die Dritte Liga fortgesetzt werden kann", teilte der Österreicher nach Bekanntgabe der Entscheidung mit.

Weiterhin ungeklärt bleibt aber die Frage nach den finanziellen Hilfen für die darbenden Drittliga-Klubs. Keine Zuschauereinnahmen, dafür hohe Kosten durch das Hygienekonzept und den Spielbetrieb. Da reicht die angedachte Finanzhilfe von 300.000 Euro pro Verein, die der DFB aktuell nach einem unklaren Schlüssel verteilen will, nicht aus. Auch DFB-Vize Koch weiß um die angespannte Lage von Sechzig, Haching & Co.: "Die Dritte Liga ist eben nicht in der Lage, die ganz großen Fernseheinnahmen zu erzielen wie in der Bundesliga”, sagte Koch, "deswegen ist es unglaublich schwierig, in der Dritten Liga wirtschaftlich gut zu arbeiten."

Einen mit DFB-Millionen aufgespannten Rettungsschirm wird es dennoch nicht geben. Dafür reichen schlicht die Mittel nicht. Das machte Koch indirekt klar, als er Hoeneß’ Forderung konterte: "Gegen das Silo des FC Bayern ist das Silo des DFB ein Fingerhut."

Lesen Sie hier: Der Abbruch-Streit in der 3. Liga brandet wieder auf

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