Schwere Rassismus-Vorwürfe gegen Ex-Löwe Dennis Erdmann: Saarbrücken weist Anschuldigungen zurück

Dennis Erdmann soll im Spiel gegen seinen Ex-Verein 1. FC Magdeburg mehrere Gegenspieler fremdenfeindlich beleidigt haben.
| Matthias Eicher
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Einst bei 1860, jetzt bei Saarbrücken: Dennis Erdmann.
Einst bei 1860, jetzt bei Saarbrücken: Dennis Erdmann. © imago images/Jan Huebner

Saarbrücken - Angesichts dieser Vorwürfe rückt der Fußball in den Hintergrund: Ex-Löwe Dennis Erdmann, bei Drittligist 1. FC Saarbrücken unter Vertrag, sieht sich nach dem 2:1 des FCS ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein 1. FC Magdeburg mit schweren Rassismus-Vorwürfen konfrontiert.

"Er hat Amara (Condé, d. Red.), Sisi (Sirlord Conteh) und mich rassistisch beleidigt. Das kann man nicht dulden. Klar sind Emotionen drin, aber rassistisch beleidigt zu werden, ist richtig asozial", sagte Magdeburgs Baris Atik (26) nach dem 1:2 in Saarbrücken der "Bild" über Erdmann und seine verbalen Entgleisungen.

Erdmann soll Gegenspieler rassistisch beleidigt haben

Condé zählte auf, was der einstige 1860-Verteidiger (2019 bis 2021) gesagt haben soll: "Ich möchte niemanden bewusst angreifen, aber das geht so gar nicht. Das meiste ging gegen unseren Mitspieler Sirlord Conteh. Das war der Wahnsinn, da kamen Sprüche wie 'Sag deinen Eltern, die sollen wieder zurückpaddeln'." Eine Anspielung auf die Flüchtlingskrise und viele Einwanderer, die auf dem Seeweg nach Europa gekommen waren. Conteh weiter: "Das N-Wort hast du permanent gehört und immer war eine dreckige Lache dabei." Heftige Vorwürfe in Richtung Erdmann, laut Condé zudem an weitere Saarbrücker Spieler.

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Und wie reagierte Erdmann auf diese Anschuldigungen? "Ich habe lediglich gesagt, halte die Klappe und spiele weiter Fußball. Der Schiedsrichter stand dabei direkt daneben", ließ der 30-jährige Frechener über den Pressesprecher des FCS ausrichten. A propos Schiedsrichter: Die FCM-Kicker hatten sich bereits während des Spiels an den Unparteiischen Dr. Robert Kampka (39) aus Mainz gerichtet. Dieser gab jedoch auf Nachfrage der "Bild" an, nichts von den Beleidigungen gehört zu haben.

Saarbrücken weist Rassismus-Vorwurf "entschieden" zurück

Die Saarbrücker bezeichneten die Vorwürfe als "unbelegt" und wiesen die Anschuldigungen "entschieden" zurück. Rassismus habe "in unseren Reihen keinen Platz", hieß es weiter in einer Mitteilung, weshalb die Vorwürfe "betroffen" machten. Der Drittligist betonte, dass von den Magdeburgern weder während des Spiels gegenüber des Schiedsrichters noch auf der folgenden Pressekonferenz rassistische Äußerungen angeklagt wurden. "In Anbetracht dieser Faktenlage entbehren die einseitig erhobenen und nicht belegten Vorwürfe Magdeburger Spieler jeder belastbaren Grundlage", schrieb der FCS.

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Gleichzeitig bat der Klub die Magdeburger Verantwortlichen, "entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, dass solche unbelegbaren Vorwürfe künftig nicht mehr stattfinden." Gerade Traditionsvereine hätten "eine gesellschaftliche Verantwortung, Rassismus entschieden zu bekämpfen anstatt ihn durch emotionsgeladene Äußerungen auch noch zu befördern".

Erdmann war in der Vergangenheit schon zwei Mal rassistischer Äußerungen beschuldigt worden. Laut Osnabrücks Addy Menga hatte ihn Erdmann, damals im Trikot von Dynamo Dresden, in beiden Aufeinandertreffen der Klubs in der Saison 2014/15 rassistisch beleidigt. Kingsley Onuegbu vom MSV Duisburg hatte im Oktober 2016 erklärt, Erdmann habe seine Familie beleidigt.

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Haben die Vorwürfe ein Nachspiel?

Beim TSV 1860 sind derartige Vorfälle nicht bekannt. Zwar hatte Erdmann vielmehr mit markigen Sprüchen für Aufmerksamkeit gesorgt als mit seinen sportlichen Leistungen: Der Innenverteidiger (63 Einsätze (drei Tore und drei Assists) konnte weder unter Trainer Daniel Bierofka, noch unter dessen Nachfolger, dem jetzigen Chefcoach Michael Köllner überzeugen.

Nach der Vorgeschichte des Fußballprofis scheint nun ein trauriger Höhepunkts erreicht. Ob dies für Erdmann ein Nachspiel hat? Laut "liga3-online.de" hat sich der DFB mittlerweile eingeschaltet. “Die Vorwürfe und der Vorgang werden derzeit vom DFB-Kontrollausschuss geprüft", teilte der Verband dem Portal am Donnerstag mit.

Schiri Kampka hatte auch nach der Partie den Vorfall nicht im Spielberichtsbogen vermeldet.

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