Quirin Moll und Stephan Salger: Der doppelte Ruhepol des TSV 1860

Zehn Tore haben die Löwen erst in den neun Spielen der Dritten Liga zugelassen - ein Verdienst der Innenverteidiger Quirin Moll und Stephan Salger. "Sie machen es wirklich gut, sind sehr abgeklärt", sagt Meisterlöwe Bernd Patzke.
| Matthias Eicher
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Zwei, die sich anscheinend gefunden haben: Sechzigs neues Innenverteidiger-Duo Quirin Moll (l.) und Stephan Salger.
Zwei, die sich anscheinend gefunden haben: Sechzigs neues Innenverteidiger-Duo Quirin Moll (l.) und Stephan Salger. © Sampics/Augenklick, imago images/Frank Hoermann/Sven Simon , AZ

München - Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften. Das ist eine dieser Fußball-Weisheiten, für die man, wenn man sie verkündet, ein paar Euros ins Phrasenschwein werfen müsste.

Wobei: Für den TSV 1860 würde anstelle des Titels "nur" der Aufstieg ja schon reichen. Wie gut, dass nicht nur Torjäger Sascha Mölders und Co. mit aktuell 20 Toren die meisten Drittliga-Treffer produzierten. Auch in der Abwehrzentrale wächst was zusammen.

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Moll und Salger: Duo vor dem Tor der Löwen

Seit der laufenden Saison spielen Quirin Moll und Stephan Salger Seite an Seite. Zwei Spieler, die vorher mit dieser Position (bei 1860) wenig am Hut hatten. "Es macht große Freude, wie die Löwen drauf sind. Das 6:1 gegen Halle war sensationell. Aber sie haben auch schon vorher richtig guten Fußball gespielt", sagt Meisterlöwe Bernd Patzke der AZ.

Der 77-Jährige war einst selbst Abwehrspieler und weiß, dass es auch in Sechzigs Meisterteam nicht nur auf die Treffer von Torjäger Rudi Brunnenmeier oder Kapitän Peter Grosser angekommen ist. "Ich finde, die Jungs da hinten machen es wirklich gut. Sie sind sehr abgeklärt", erklärt Patzke über das routinierte Duo vor Torwart Marco Hiller.

Sechzigs doppelter Ruhepol

Mit Moll, bereits seit Sommer 2018 ein Löwe, hat Trainer Michael Köllner bekanntlich einen Umschüler aus dem Mittelfeld in die Innenverteidigung beordert. "Klar ist er eigentlich ein Sechser, aber er agiert abgeklärt und spielstark", sagt Patzke weiter.

Quirin Moll
Quirin Moll © Rauchensteiner/Augenklick

Kein Wunder, denn der Dachauer hat alle Fähigkeiten für eine gute Spieleröffnung, die der moderne Fußball schon in letzter Linie verlangt. Ein gutes Auge, Zweikampfstärke? Hat er. Und die Schwächen?

Verbesserungen bei Sprungkraft und Timing des Kopfballspiels

Eigenen Aussagen zufolge feilt Musterprofi Moll, mit nur 1,83 Metern nicht gerade ein Abwehr-Hüne, ausgiebig an seiner Sprungkraft und am Timing seines Kopfballspiels - um es so noch besser mit den hochgewachsenen Sturm-Bullen aufnehmen zu können.

Bei Sommer-Neuzugang Salger überrascht in erster Linie eines: Der Ex-Bielefelder hat sofort funktioniert. Ein Faktor, der für seine Qualitäten spricht. Und, wie Patzke lachend mit Blick auf die beiden Bundesliga-Schlusslichter ergänzt: "Es ist natürlich einfacher für einen Neuen, in eine intakte Mannschaft zu kommen. Wenn du bei Schalke oder Mainz reinkommst, bist a armer Hund."

Patzke: Salger ist ein "zweikampfstarker Mann"

Salger sei "ein unwahrscheinlich zweikampfstarker Mann, der über höherklassige Erfahrung verfügt. Das merkt man sofort", so Patzke über den 30-Jährigen, der alle neun Drittliga-Spiele des TSV über die volle Distanz absolvierte.

Stephan Salger
Stephan Salger © sampics / Stefan Matzke

Neben fünf Erstligaspielen im Dress des 1. FC Köln sind damit hauptsächlich Salgers 132 Zweitligaspiele gemeint. Auch ein Pluspunkt: Die Außenverteidiger Marius Willsch und Phillipp Steinhart zählen zu den etablierten 1860-Kickern.

TSV 1860: Gutes Stellungsspiel

Moll und Salger haben bisher zehn Treffer zugelassen - siebtbester Drittliga-Wert. 1860 stand zumeist stabil, doch sie blieben nur beim 2:0-Sieg in Unterhaching ohne Gegentor. Ein Manko, das sich beide Akteure miteinander und allein wegen der Physis mit vielen anderen Innenverteidigern teilen: die Schnelligkeit. Im Duell mit einem flinken Flügelspieler hat so ein Schrank öfter das Nachsehen. Patzke meint: "Solange sie immer mindestens ein Tor mehr schießen als der Gegner, ist das kein Problem." Einiges könne man auch mit gutem Stellungsspiel gutmachen.

Wie gut 1860 letztendlich abschneidet, hängt für Patzke an vielen Faktoren. Mölders und Co. müssen freilich weiter so gut treffen. "Es dürfen sich nicht viele Spieler verletzen", sagt Patzke über Sechzigs etwas dünnen Kader. Entscheidend seien gerade die Topspiele: "Besonders dann zeigt sich, wie die Abwehr dem Druck Stand halten kann." Nächstes Anschauungsbeispiel für Sechzigs Ruhepole folgt sofort: Am Sonntag geht's zu Dynamo Dresden.

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