Interview

Neulöwe Lakenmacher: "Es hat doch schon mal ohne Bär gut geklappt"

Neu-Stürmer Lakenmacher spricht im AZ-Interview über Gänsehaut im Grünwalder, "geile" Duelle mit den BVB-Stars Süle und Hummels - und die Last auf seinen Schultern, den Torschützenkönig zu ersetzen.
| Matthias Eicher
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Ist nicht der Meinung, dass 1860 nach der Verletzung von Marcel Bär einen neuen Stürmer verpflichten muss: Lakenmacher.
Ist nicht der Meinung, dass 1860 nach der Verletzung von Marcel Bär einen neuen Stürmer verpflichten muss: Lakenmacher. © sampics/Augenklick

München - AZ-Interview mit Fynn Lakenmacher: Der 22-Jährige kam im Sommer 2022 vom TSV Havelse und glaubt an seinen großen Durchbruch beim TSV 1860.

AZ: Herr Lakenmacher, Trainer Michael Köllner hat das Training wegen der Temperaturen nach hinten verlegt. Läuft eine Maschine wie Sie bei der Hitze schneller heiß?
FYNN LAKENMACHER: Echt brutal, diese Hitze. Ich bin froh, dass es hier im Pressestüberl angenehmer und kälter ist. Ich weiß nicht, ob ich mehr Wasser verliere als der Rest, aber es setzt mir schon zu. (lacht)

"Bei der Stimmung hatte ich teilweise Gänsehaut"

Im Pokal-Kracher gegen den BVB (0:3) hätten Sie sich - wie alle Löwen - vermutlich länger eine hitzigere Atmosphäre gewünscht, die ein engeres Spiel hergegeben hätte.
Klar. Aber über die Stimmung muss ich sagen: Da hatte ich teilweise Gänsehaut. Trotz der Niederlage gab es hinterher Applaus. Das macht echt Lust auf mehr! Mein Vater war im Urlaub in New York, hat von dort aus zugeschaut. Meine Schwester hat daheim gefühlt ihre komplette Handball-Mannschaft eingeladen, die haben ein Sechzig-Public-Viewing gemacht. Diese Euphorie, die ganzen Emotionen, die ich auch in meiner Familie spüre, das kann uns tragen - genau das müssen wir mitnehmen.

Wie war es, gegen Abwehr-Türme wie Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Mats Hummels zu spielen?
Eine sehr geile Erfahrung, gegen die zu spielen. Solche Nationalspieler siehst du sonst immer nur im Fernsehen, manchem hat man von klein auf zugeguckt. Sich mit solchen Spielern zu messen, ist eine sehr spannende Sache. Insbesondere in der ersten Halbzeit haben sie uns stark in die eigene Hälfte gedrückt, sodass wir nur selten in die Offensive gekommen sind. Da war ich natürlich auch ein wenig verloren da vorne. In Unterzahl gegen zwei Hünen, ob Süle und Schlotterbeck oder später Hummels. Nicht die leichteste Aufgabe, aber ich hab gemerkt, dass ich zumindest körperlich mithalten kann. Ich denke, wir haben uns ordentlich geschlagen.

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Sie haben auch gleich einen Eindruck davon bekommen, wie die Leute ticken im Löwen-Kosmos: Viele Sechzger-Fans waren hinterher enttäuscht.
Schon krass, wir haben die Enttäuschung zu spüren bekommen, dass es nicht gereicht hat. Aber es ist ja unsere Philosophie: Wir haben uns schon selbst Chancen ausgerechnet, wollten die Sensation schaffen. Wenn du nicht daran glaubst, kann es ja nichts werden. Die spielen um die Meisterschaft, in der Champions League - da kann man mal verlieren.

1860 hat auch Marcel Bär verloren, der sich am Sprunggelenk verletzte und operiert wurde.
Das bedauere ich ziemlich. Bär ist ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns. Er hat seine Qualitäten in der letzten Saison andauernd unter Beweis gestellt. Ich hoffe, dass er schnell wieder fit wird, und wünsche ihm gute Genesung. Ich glaube aber auch, dass wir einen sehr guten und breiten Kader haben, um diesen Ausfall aufzufangen. Da sehe ich auch mich selbst in der Verantwortung.

Ganz wie in der Vorbereitung, als Bär ausgefallen ist und Sie den Stoßstürmer gaben.
Genau. Es hat in der Vorbereitung ja schon mal gut geklappt. Ich denke, ich habe dabei auch unter Beweis gestellt, dass ich meine Qualitäten auf den Platz bringen kann. Dazu haben wir mit Stefan Lex, Albion Vrenezi und einigen anderen, Spieler, die ebenfalls Tore schießen können. Man hat genauso in Dresden (4:3, d. Red.) gesehen, dass es mit Bär und mir gut funktioniert.

"Druck spürst du bei einem großen Verein wie Sechzig immer"

Verspüren Sie nun mehr Druck - oder sehen gar das Saisonziel Aufstieg in Gefahr?
Ach, Druck spürst du bei einem großen Verein wie Sechzig immer, das habe ich in meinen ersten Monaten schnell gemerkt. Und ich habe mich ja auch schon vor der Verletzung von Bär in der Pflicht gesehen, mein Bestes zu geben. Ich bin total überzeugt von meinen Fähigkeiten.

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Manche Fans fordern längst Verstärkung, auch Trainer Köllner hat sich darüber geäußert. Was halten Sie von einem neuen (Leih-)Stürmer?
Das ist nicht mein Themengebiet, das entscheiden andere. Ich will einfach meine bestmögliche Leistung bringen.

Der Trainer meint, dass Sie alle Voraussetzungen haben, das Toreschießen aber noch besser praktizieren müssen.
Definitiv: Das Toreschießen ist meine Challenge. Ich bin ja erst anderthalb Jahre Stürmer, aber ich habe große Lust darauf, bin absolut entwicklungsbereit. Es gibt Schlimmeres, als Toreschießen zu üben, oder? Ich sehe mich aber auch in der Rolle, meine Mitspieler in Szene zu setzen. Natürlich wird man an Toren gemessen, aber es gibt weitere Aufgaben, die der Trainer von mir verlangt.

"Gegen Oldenburg wollen wir unseren ersten Heimdreier holen"

Stichwort Bälle festmachen und ablegen.
Genau. Bälle festmachen und verteilen, Spielstärke, Spielintelligenz. Diese Themen machen mich aus.

In der Liga steht der Heimspiel-Doppelpack gegen Oldenburg (Samstag) und Meppen (Dienstag) an. Wie gehen Sie in die Heim-Premieren?
Gegen Oldenburg wollen wir dort anknüpfen, wo wir in Dresden aufgehört haben und unseren ersten Heimdreier holen. Danach konzentrieren wir uns auf Meppen und versuchen auch da wieder zu gewinnen.

Wann schießt Fynn Lakenmacher das erste Pflichtspieltor?
Hoffentlich am Samstag.

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