Hasan Ismaik zu Besuch: "Er ist nicht glücklich"

Der 1860-Investor reist an. "Zufrieden sind wir alle nicht", sagt Präsident Cassalette. Das Spiel gegen den KSC verfolgt der Jordanier im Stadion. Trainer Pereira: "Ich rede noch nicht vom Abstiegskampf."
| Matthias Eicher
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Investor Hasan Ismaik (m.) am Freitag auf dem Trainingsgelände der Löwen.
ho Investor Hasan Ismaik (m.) am Freitag auf dem Trainingsgelände der Löwen.

München - Auf Giesings Höhen fanden am Freitag gleich zwei Konferenzen statt. Zeitgleich. Vitor Pereira stand nach dem blamablen Achtelfinal-Aus im Pokal bei Drittligist Lotte und vor dem Heimspiel am Samstag (13 Uhr) gegen den Karlsruher SC Rede und Antwort. Ganz normal. Parallel dazu tagten auch Präsident Peter Cassalette und dessen Überraschungsgast: Investor Hasan Ismaik.

Der steinreiche Finanzier des TSV 1860, eigentlich ein Mann der großinszenierten Auftritte, ließ sich diesmal unangekündigt – drei Limousinen durften dennoch nicht fehlen – kurz vor Beginn der Pereira-Presserunde aufs Vereinsgelände chauffieren. Prompt lautete die brennendste Frage an den Coach nicht mehr, wie man das desolate 0:2-Totalversagen von Lotte vergessen machen wolle, sondern: Was macht Ismaik hier? "Er wird das Spiel gegen den KSC sehen und jetzt gehen wir gemeinsam Mittagessen", erklärte Pereira über Ismaiks Spontanbesuch. Der Jordanier sei nach der Lotte-Pleite "wie wir alle" enttäuscht. Pereira fügte fast entschuldigend hinzu: "Er hat mich hierher geholt, um etwas aufzubauen. Dafür braucht es Zeit."

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Ismaik selbst erklärte auf AZ-Anfrage, dass es sich keineswegs um eine plötzlich einberufene Sitzung handle: "Dieser Besuch ist seit mehreren Wochen geplant." Zudem kündigte er weitere Abstecher an: "Ich will in der Rückrunde möglichst viele 1860-Spiele besuchen." Für das Kellerduell mit dem KSC wünsche er sich "drei Punkte für den Verein, weil das unsere treuen Fans verdient haben". Schon allein als Wiedergutmachung derer, die das Lotte-Leiden miterleben mussten.

Peter Cassalette, der Ismaik um kurz vor 13 Uhr im Präsidentenzimmer empfangen hatte, betrieb weiter Aufklärung. "Hasan und ich haben uns über die momentane Lage ausgetauscht. Die ist ja bekannt. Ist doch klar, dass er nicht glücklich und zufrieden ist – sind wir doch alle nicht." Zu durchwachsen der (Fehl-)Start der Blauen, die sich schon dabei wähnten, das Fundament für die Aufstiegspläne der kommenden Saison zu legen. Und nun wieder aufpassen müssen, dass dieses wacklige Etwas nicht völlig eingestampft wird. Es gebe "nichts Offizielles zu verkünden", so Cassalette weiter, man hätte "nichts Großartiges" besprochen.

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Doch es wird bei 1860 ja auch noch Fußball gespielt – am Samstag gegen den KSC. Im Abstiegskampf stecke der Tabellen-14. 1860 (19 Spiele, 19 Punkte), der bei einer Pleite gegen die Badener auf den Relegationsrang abrutschen könnte, laut seines Coaches noch nicht. "Natürlich würde ich lieber auf einer gemütlicheren Position stehen, in der Mitte der Tabelle oder im Aufstiegskampf." Dann wäre es einfacher, "eine Spielidee zu vermitteln. Aber die Realität ist eine andere." Auf der Suche nach der Balance in der Mannschaft mache man eben manchmal "ein, zwei Schritte zurück, um wieder einen nach vorne zu machen." Den drohenden Abgrund scheint er ebenso auszublenden wie Cassalette: "Ich rede noch nicht vom Abstiegskampf."

Auf den Ex-Karlsruher Jan Mauersberger muss 1860 verzichten, man trifft aber mit Sportchef Oliver Kreuzer (siehe unten), Stefan Mugosa und Moritz Stoppelkampf drei Ex-Löwen wieder. Cassalette über das Treffen mit Kreuzer, der im Unfrieden gehen musste: "Ich wünsche ihm nichts Gutes – aber nur für das Spiel. Unser Verhältnis war immer top." Was man von Kreuzer und Ismaik nicht behaupten kann. Die beiden Tribünengäste dürften sich die drei Punkte lieber gegenseitig rauben.

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