Auf allen Ebenen: Bei 1860 ruft jetzt wieder die Pflicht

Günther Gorenzel und Michael Köllner mahnen bei 1860 mehr Fokus an. "Jeder muss auf seinen Bereich schauen."
| Matthias Eicher
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Michael Köllner (links) und Günther Gorenzel (rechts) mahnen mehr Fokus an.
sampics/AK Michael Köllner (links) und Günther Gorenzel (rechts) mahnen mehr Fokus an.

München - Rückblende: Samstag, 9. November 2019. Aufstiegsaspirant Halle (3.) empfängt Abstiegskandidat Sechzig (15.). In Spiel eins nach dem Abgang von Vereinsikone Daniel Bierofka fährt 1860 unter Assistent Oliver Beer einen Überraschungssieg ein. Torschütze: Stefan Lex. Jetzt steht das Rückspiel an – unter völlig veränderten Voraussetzungen.

"Nun sind die Vorzeichen eher umgekehrt. Wir jammern also auf hohem Niveau", schreibt Sechzigs scheidender Finanz-Geschäftsführer Michael Scharold im Stadionmagazin des TSV 1860 vor dem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) gegen den abgestürzten Ost-Klub: Halle (40 Punkte) bangt um den Klassenerhalt, 1860 (49) darf – zumindest theoretisch – noch auf die Aufstiegsränge schielen.

Gorenzel und Köllner mahnen zu mehr Fokus

"Vielleicht hat der ein oder andere zwischendurch sogar vom Aufstieg geträumt", meint Scharold, sagt aber auch: "Realistisch betrachtet haben wir unser Saisonziel, den Klassenerhalt, fast sicher erreicht." Allgegenwärtige Träumereien bei parallel stagnierender Kaderplanung – zuletzt folgte der schier unausweichliche Leistungseinbruch.

Trainer Michael Köllner und Sport-Boss Günther Gorenzel waren sich nicht zuletzt deshalb bei der Pressekonferenz vor Halle einig: Raus aus den Köpfen mit der Kür! Die Pflicht ruft – und zwar auf allen Ebenen: "Jeder muss auf seinen Aufgabenbereich schauen und nicht mit dem Finger nach links oder rechts zeigen", fordert Gorenzel klipp und klar. Die AZ zeigt, wer sich wobei angesprochen fühlen darf.

Die Mannschaft

Vier feststehende Abgänge, 13 auslaufende Verträge: Sechzigs Spieler sind keine Maschinen, sie setzen sich – vollkommen legitim – mit ihrer Zukunft auseinander. Gorenzel mahnt: "Die Aufgabe der Spieler ist es, sich auf das Spiel zu konzentrieren – auf den nächsten Pass, den nächsten Schuss." 1860 kommuniziere "sehr transparent mit den Spielern", jeder wisse, "wie ihn der Trainer einschätzt“ und "wie wir planen".

Köllner ergänzt: "In erster Linie ist Halle ein Thema. Wir sollten mit dem Blick nicht in die Zukunft schweifen. So fällt es schwer, sich auf Leistung zu konzentrieren. Unser Ansatz muss sein, das auszublenden: Gegen wen geht es die Woche drauf? Was ist im Juli? Kann ich noch aufsteigen?" Das Wichtigste sei "der nächste Schritt"– Halle.

Der Trainer

Der 50-Jährige wolle sich weder mit seiner Zukunft noch mit der Kaderplanung beschäftigen. "Es ist zu weit weg, ob ich nächstes Jahr in einem Café am Wettersteinplatz meinen Kaffee trinke oder im Wienerwald mein Hendl esse", scherzt der Oberpfälzer. Interessant: Nach dem 0:2 in Köln hatte Köllner den Aufstieg abgehakt. Ein kluger Psycho-Trick, um den Druck rauszunehmen.

Nun lässt er ein Aufstiegs-Hintertürchen offen: "Es sind noch fünf Spiele. Schreibt doch die Saison noch nicht ab!" Auch das Ziel direkte Qualifikation für den DFB-Pokal, wofür dank des FC Bayern II aktuell Rang fünf reicht, sei "ein Thema".

Die Geschäftsführung

Gorenzel kann aufgrund von Sechzigs Finanzlücken weiter keine Verträge unterzeichnen. Doch er ist "guter Dinge", dass sich dies bald ändere: "Ich weiß, dass Vorschläge am Tisch liegen." Der 48-Jährige verweist darauf, dass es "in den vorigen Jahren ähnlich" gewesen sei.

Zwei Unterschiede: Die Corona-Krise verschärft die Giesinger Geldprobleme, zudem fehlt mit Bierofka jener Baumeister, der die halbe Mannschaft selbst an die Grünwalder holte.

Die Gesellschafter

Laut Gorenzel werde neben Fans, Sponsoren und Gönnern auch mit Investor Hasan Ismaik über dessen Unterstützung diskutiert. "Es wird nur gemeinsam gehen. Das hat uns im letzten Sommer stark gemacht." Auch eine Wahrheit: Die letzten Raten der Gehälter für Timo Gebhart und Prince Owusu sowie das spanische Trainingslager hat der Jordanier erst kürzlich beglichen.

Aber bevor wir zu weit abschweifen, bekommt Köllner das Schlusswort: "Jetzt zählt nur der Sonntag, da brauchen wir drei Punkte. Da müssen wir rocken."

Lesen Sie hier: Michael Köllner - Aufgeben? "Wäre der falsche Ratgeber"

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